Schweiz
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Telefonüberwachung: Piratenpartei ergreift das Referendum gegen das BÜPF



ZUR MELDUNG DES BUNDESRATES ER MOECHTE PRAEVENTIVE UEBERWACHUNG DE NACHRICHTENDIENSTS ERLAUBEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Der Schweizer Nachrichtendienst moechte in manchen Faellen Telefone und Computer anzapfen. Ob er dies kuenftig darf, entscheidet das Parlament: Der Bundesrat hat am Mittwoch das neue Nachrichtendienstgesetz an die eidgenoessischen Raete geleitet. --- Strom, Netzwerk und Beamer kabel unten ein Sitzung Tisch in ein Schweizer Unternehmen (ABB) in ABB Hauptsitz in ZH. (KEYSTONE/Gaetan Bally) (KEYSTONE/)

O'zapft ist: Gegen die Telefonüberwachung regt sich Widerstand.
Bild: KEYSTONE

Über die neuen Regeln zur Telefonüberwachung könnte das Stimmvolk entscheiden. Die Piratenpartei hat am Freitag bekräftigt, dass sie das Referendum ergreifen will gegen das revidierte Gesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF).

National- und Ständerat hiessen die Vorlage am Freitag in der Schlussabstimmung gut. Der Nationalrat stimmte mit 160 zu 23 Stimmen bei 12 Enthaltungen zu, der Ständerat mit 41 zu 4 Stimmen.

Nein stimmten die Grünen. Die Mehrheit der SP sowie der SVP stimmten Ja, doch gab es in beiden Fraktionen einige Abweichler. Von den SP-Vertretern im Nationalrat stimmten 30 Ja und 6 Nein, 5 enthielten sich der Stimme.

Von den SVP-Vertretern stimmten 56 für das Gesetz, 7 dagegen und 5 enthielten sich der Stimme. Eine Nein-Stimme gab es auch in den Reihen der Grünliberalen. Geschlossen Ja stimmten die CVP, die FDP sowie die BDP.

Skype-Gespräche abhören

Mit der Gesetzesrevision soll die Überwachung an die technologische Entwicklung angepasst werden. Das Abhören von Telefongesprächen im Rahmen von Strafverfahren ist schon heute erlaubt. Kriminelle können sich aber einer Überwachung entziehen, indem sie über das Internet telefonieren.

Neu sollen die Strafverfolgungsbehörden deshalb Trojaner in Computer einschleusen dürfen, um beispielsweise Skype-Gespräche mithören zu können. Die Befürworter betonen, es gehe nicht um präventive Überwachung, sondern um Überwachung im Rahmen von Strafverfahren. Zudem dürften Staatstrojaner nur bei schweren Straftaten eingesetzt werden.

Teuer und nutzlos

Die Gegner warnen vor einem Überwachungsstaat. Das BÜPF beinhalte viele inakzeptable Artikel und stelle den Rechtsstaat grundsätzlich in Frage, schreibt die Piratenpartei in einer Mitteilung. Der Einsatz der Trojaner sei teuer und nutzlos.

Kritik üben die Piraten auch daran, dass Telefonranddaten gespeichert werden, damit die Strafverfolgungsbehörden bei Bedarf darauf zugreifen können. Solche Daten geben Auskunft darüber, wer wann mit wem wie lange telefoniert hat. Das Grundproblem liege bei der Speicherung aller Daten auf Vorrat, schreiben die Piraten. «Seit Snowden sollten dies alle begriffen haben.»

Allerdings ändert das revidierte Gesetz nichts an der Vorratsdatenspeicherung: Die Fernmeldedienstanbieter müssen die Daten schon heute sechs Monate lang aufbewahren. Dabei soll es bleiben. Eine zunächst geplante Verlängerung der Aufbewahrungsdauer hat das Parlament im Einverständnis mit dem Bundesrat verworfen. (sda)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sapere Aude 19.03.2016 11:20
    Highlight Highlight Enttäuschend ist das Einknicken der SP, hätte ich also eine grössere Ablehnung erwartet, als die sechs Parlamentarier. Hoffentlich kommt das Referendum zu Stande und die Basis macht ein bisschen Druck.
  • Damien 18.03.2016 13:45
    Highlight Highlight >"Neu sollen die Strafverfolgungsbehörden deshalb Trojaner in Computer einschleusen dürfen, um beispielsweise Skype-Gespräche mithören zu können."
    Und wenn jemand, dems drauf an kommt, eine Linux Distro verwendet, die 0 proprietäre Software verwendet und einen p2p Messenger mit End-zu-End-Verschlüsselung wie Tox?

    Aber Hauptsache man kann dann (in einer Notsituation versteht sich) die Skype-Gespräche meiner Tante mithören, in denen sie gerade von ihrem Enkel schwärmt.
    Ein Tor, wer dafür nicht Millionen ausgeben würde.
    • Abnaxos 18.03.2016 19:32
      Highlight Highlight In Linux kann man auch einbrechen. Und welche Kommunikationssoftware man verwendet, ist egal: Tastatur, Bildschirm, Sound-Output, Mikrofon und ggf. Webcam werden direkt abgegriffen, bevor es verschlüsselt wird.

      Der Trojaner von Hacking Team, den die Kantonspolizei Zürich gekauft hat, lief auch unter Linux. Mit BSD hätte man den Überwachern vermutlich einen Stein in den Weg legen können, das wäre aber kein Hindernis, sondern nur zusätzlicher Aufwand.

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