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Vier neue Fälle – ausgerechnet an Schulen: Corona trifft in Basel plötzlich die Jungen

Vier Fälle an Baselbieter Schulen – auch in der Stadt Basel gibt es immer jüngere Betroffene. Woran liegt diese Entwicklung?

Kelly Spielmann / ch media



L'enseignante Corentine Gerber enseigne dans une classe d' ecole primaire a des eleves de 8P de l'Etablissement Primaire de l'ecole vaudoise, EP Morges EST, le jour du retour des eleves lors de la pandemie de Coronavirus (Covid-19) ce lundi 11 mai 2020 au College de Chanel a Morges. Des le 11 mai, les eleves de l'ecole primaire et secondaire vaudoise reprennent l'ecole obligatoire par demi classe et un jour sur deux. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Der Kanton rechnet trotz zurzeit tiefer Infektionszahlen damit, dass die Fälle schon bald zunehmen könnten. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Zweimal Therwil, einmal Laufen und einmal Pfeffingen: Vier der letzten fünf Baselbieter Coronainfektionen trafen Primar- und Sekundarschulen. Erst war es ein 14-jähriger Sekundarschüler, dann ein neunjähriger Primarschüler. In Laufen traf es eine Lehrerin. Beim neusten Baselbieter Fall in Pfeffingen wurde ein elfjähriger Junge positiv getestet. Auch in der Stadt infizierten sich Ende Mai zwei Schüler der Isaak-Iselin-Schule. Ist das bloss ein Zufall, oder sind Schulen tatsächlich Hotspots für das Virus?

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Um Krisenherde handle es sich bei Schulen nicht, betont Andrea Bürki vom Informationsdienst des Kantonalen Krisenstabs Baselland. Es gibt Tausende Schülerinnen und Schüler, die im Baselbiet Schulen besuchen und von hunderten Lehrpersonen unterrichtet werden. «Setzt man diese Zahlen in Relation mit den fünf Covid-19-Fällen, dann kann keinesfalls von einem Krisenherd in den Schulen gesprochen werden», so Bürki.

Fallzahlen könnten bald wieder ansteigen

Weshalb an Schulen dennoch mehr Fälle auftreten als an anderen scheinbar klassischen Hotspots wie beispielsweise Altersheimen, liege an der strikteren Einhaltung der Massnahmen, meint Bürki: Die Alters- und Pflegeheime müssen sich nach wie vor an ein striktes Besuchskonzept halten, ebenso an die Abstandsregeln. «Diese Massnahmen scheinen Wirkung zu haben.»

In Schulen gelten in der Theorie ebenfalls strenge Regeln, aber: «Dort ist die Umsetzung dieser Massnahmen weitaus schwieriger, da die Schülerinnen und Schüler nicht immer unter Aufsicht sind und sich bekanntermassen nicht immer an alle Regeln halten, auch unbewusst», erklärt Bürki. «Ausserdem bewegen sie sich in einem viel grösseren Umfeld als die Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen.»

«Wir haben in den letzten Wochen keine Ansteckungsmeldungen von Menschen über 65 Jahren erhalten.»

Thomas Steffen, Kantonsarzt BS

Der Kanton rechnet trotz zurzeit tiefer Infektionszahlen damit, dass die Fälle schon bald zunehmen könnten. Dies aber nicht wegen der Schulen oder Altersheime, sondern wegen der neusten Lockerungen. «Da das Reisen nun wieder möglich ist, ist mit einem Anstieg der Fallzahlen nach den Sommerferien zu rechnen», sagt Bürki. Der Kanton will trotz der Lockerungen am Contact-Tracing festhalten. Wie das künftige Konzept dafür aussehen wird, kann Andrea Bürki derzeit aber noch nicht sagen.

Contact-Tracing muss stets möglich sein

Auch im Stadtkanton kann nicht von Schulen als Corona-Hotspots die Rede sein. Doch es sei eine Entwicklung bemerkbar, so Kantonsarzt Thomas Steffen: «Wir stellen generell fest, dass die neu angesteckten Personen seit den Öffnungsschritten im Durchschnitt 30 Jahre jünger sind als während der Hochphase der Pandemie.»

Dies liege daran, dass die vermehrten Kontakte der Menschen untereinander bei Schule, Arbeit und Freizeit die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei jüngeren Menschen erhöhten. Wie auch auf dem Land sind Alters- und Pflegeheime nun weniger betroffen. «Wir haben in den letzten Wochen keine Ansteckungsmeldungen von Menschen über 65 Jahren erhalten», sagt der Kantonsarzt.

Doch das könnte sich ändern: «Die Lockerungsschritte können zu einer Zunahme der Coronafälle führen, deshalb ist weiterhin die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, der Schutzkonzepte, das Contact-Tracing und die Laboruntersuchung bei Symptomen von entscheidender Bedeutung», so Steffen. «Wir können einen starken Wiederanstieg verhindern, wenn sich hier alle weiterhin konzentriert beteiligen.» Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen erschweren jedoch das Contact-Tracing. Trotzdem müsse das Nachverfolgen von Kontakten stets möglich sein, wie Steffen erklärt.

Der Veranstalter müsse deshalb sicherstellen, dass die Zahl der maximal zu kontaktierenden Personen nicht grösser als 300 ist, etwa durch die Unterteilung der Gäste in Sektoren. «Auch 300 Personen stellen eine Herausforderung dar, besonders weil sie rasch erreicht werden müssen», sagt Steffen. Man habe deshalb im Gesundheitsdepartement die entsprechenden Massnahmen ergriffen, um schnell die nötigen Mitarbeitenden für das Contact-Tracing zur Verfügung zu haben. «Und wir beobachten die Lage aufmerksam.» (bzbasel.ch)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
lilie
23.06.2020 09:01registriert July 2016
Was man noch bedenken muss: Während der heissen Phase wurden Kinder überhaupt nicht auf Covid-19 getestet, (ausser sie mussten ins Spital, was bekanntlich nur sehr selten der Fall ist). Logischerweise findet man jetzt viel mehr Fälle bei Kindern und Jugendlichen, wo man diese auch konsequent testet.
Solange die Schulen nicht zu Hotspots werden, ist das nicht weiter bedenklich.
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ands
23.06.2020 08:20registriert February 2016
Solange es an jeder Schule nur ein bis zwei Fälle gibt, kann sich die Person ja kaum in der Schule angesteckt haben, oder? Die Schulen zum Problem erklären kann man dann, wenn sich Kontakte dieser Personen in der Schule ebenfalls infiziert haben. Bisher scheint es da noch keinen Fall zu geben.
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niklausb
23.06.2020 11:15registriert March 2015
Wie kann etwas Hotspot sein wenn es von aussen hinein gebracht wird und durch Massnahmen wie sofortige Quarantäne an der verbreitung gehindert wird?
Was mich etwas stört ist das nicht erwähnt wird wo sich die Kinder angesteckt haben Verwandte? Wenn ja dann müssten es ja mehrere neue Fälle in der Meldung des jeweiligen Kantons geben.
Lieber erst Schule bashen als vernünftig zu berichten find ich daneben.
Hinzu kommt in den beiden Basel sin ab Freitag 6 Wochen Sommerferien was einem "Hotspot-Schule" wohl auch etwas entgegen wirken wird.
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