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Alice F. wird für die Tötung von Ilias verwahrt



Ansicht des Tatorts, wo ein siebenjaehriger Schulbub Opfer eines Toetungsdelikts geworden ist, am Donnerstag, 21. Maerz 2019 in Basel. Mutmassliche Taeterin ist eine 75-jaehrige Frau. Sie wurde festgenommen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Grosse Trauer am Tatort. Bild: KEYSTONE

Im März vergangenen Jahres tötete die heute 76-jährige Alice F. in Basel den siebenjährigen Ilias. Nun hat das Basler Stafgericht das Urteil gefällt.

Alice F. wurde vom Basler Strafgericht am Dienstagnachmittag zu einer ordentlichen Verwahrung verurteilt. Sie hat laut Gericht einen Mord begangen, ist aufgrund ihrer Wahnstörung schuldunfähig.

Was war passiert

Der siebenjährige Ilias war am 21. März 2019 um 12.30 Uhr auf dem Heimweg zu seinen Eltern und seinem vier Jahre jüngeren Bruder, als Alice F. sich ihm von hinten näherte.

Das Küchenmesser mit braunem Holzgriff hatte sie in ihrer rechten Hand. Damit stach sie dem Jungen von rechts in den Hals. Der zweite Messerstich ging in die linke Halsseite, nachdem Ilias sich zu Alice F. umgedreht hatte.

Laut Anklageschrift versicherte sich die Täterin kurz, dass die Stiche tödlich waren. Danach gestand sie die Tat der Basler Staatsanwaltschaft. Diese forderte nun eine ordentliche Verwahrung von Alice F. wegen Mordes. Zusätzlich sei ihre Schuldunfähigkeit anzuerkennen.

Die Verteidigung von Alice F. hält dagegen eine stationäre Behandlung als angebracht. Der Anwalt der Opferfamilie fordert zusätzlich zu den Anträgen der Staatsanwaltschaft Schadensersatz von 18'000 Franken sowie eine Genugtuung in der Höhe von 185'000 Franken.

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mehmed 12.08.2020 08:32
    Highlight Highlight Wieder mal ein Fall, wo es scheint als würden sich Medien, Psychologien und Betreuungsindustrie lieber um die Mörderinnen kümmern als um die Opfer.

    Gut, das Opfer ist ja ermordet. Aber das Kind hatte Eltern, Verwandte, Freunde etc. Die müssen sich ja verarscht vorkommen.
    • Vintage 12.08.2020 08:58
      Highlight Highlight Woher weisst du das? Hast du irgendeine Quelle für deine Behauptungen?
  • Bee89 12.08.2020 07:02
    Highlight Highlight Also wenn jemand fähig ist einen Mord zu planen und durchzuführen um auf sich aufmerksam zu machen, ist diese Person in meinen Augen sehr wohl schuldfähig. Psychische Probleme hin oder her. Haben die psychologischen Gutachten festgestellt, dass sie keine Ahnung hat was sie da tut? Nein. Sie wusste es genau.
    Also die Verwahrung ist in meinen Augen das absolute Minimum. Gerade durch ihre psychischen Probleme würde ich es nämlich nicht ausschliessen, dass sie nochmal etwas tut, wenn sie sich wieder unfair behandelt fühlt
    • Konsortin Sha'ira 12.08.2020 09:41
      Highlight Highlight Ich glaube in diesem Fall ist die Täterin schuldunfähig weil sie gar nicht in der Lage ist ihre Tat nach unseren, den "normalen" Kriterien zu beurteilen. Sie versteht nicht dass das, was sie getan hat, falsch ist. Sie "weiss" es zwar, aber durch ihre psychische Situation versteht sie es nicht. Wie wenn du einem Blinden sagst, dass der Apfel den er hält, rot ist; er "weiss" jetzt, dass der Apfel rot ist, kann es aber nicht selber erfahren. So eine Verschiebung flmdet man häufig bei Sozio- und Psychopathen.
    • olga 12.08.2020 11:00
      Highlight Highlight Was wäre denn deiner Meinung nach das Maximum?
    • Bee89 12.08.2020 12:47
      Highlight Highlight @autokorrektur: da hast du natürlich recht, aber ist man trotzdem schuldunfähig? Gerade wenn man “weiss” dass es unrecht ist?

  • Konsortin Sha'ira 11.08.2020 22:40
    Highlight Highlight Ihr dürft ruhig "Mord" in den Titel schreiben, jetzt ist es ja offiziell einer.
  • Popo Catepetl 11.08.2020 22:32
    Highlight Highlight Ich finde die Verwahrung absolut angebracht, habe aber eine juristische Frage: Wie kann jemand, der schuldunfähig ist, verwahrt werden? Braucht es dazu nicht eine Schuld- und entsprechend eine Straffähigkeit? Ich dachte, bei Schuldunfähigkeit stände eigentlich nur eine geschlossene Anstalt zur Option. Je nach Schwere der Tat jedoch auch praktisch bis ans Lebensende.

    Kann mich hier jemand aufklären?
    • Konsortin Sha'ira 11.08.2020 22:45
      Highlight Highlight Gerade im Falle von psychischen Krankheiten, die voraussichtlich unheilbar sind und langfristig fortbestehen, ordnen Gerichte auch mal eine Verwahrung an; siehe "Bushaltestellen-Schubserin", oder ein Mann der seine Mutter ermordete. Es braucht für eine Verwahrung also keine Schuldfähigkeit, wobei ich nicht weiss, ob man sich einer Ausnahmeregelung bedient. In den von mir genannten Fällen waren die Täter/in schuldunfähig, wurden aber verwahrt. Was durchaus Sinn ergibt; anders als die Freilassung bei Therapieverweigerung. Zudem: nach etwas Alkohol bist du schuldunfähig.
    • Sprachrohr 11.08.2020 23:01
      Highlight Highlight Strafen sind schuldabhängig

      Massnahmen sind zweckabhängig und schuldunabhängig.

      Die Verwahrung ist eine (sichernde) Massnahme und setzt damit keine Schuldfähigkeit voraus, muss aber aufgehoben werden, sobald der (Sicherungs-)Zweck nicht mehr gegeben ist, z.B. bei Personen, welche erfolgreich therapiert oder körperlich dermassen eingeschränkt sind, dass keine Gefahr mehr von ihnen ausgeht.

      Verwahrungen können in Strafanstalten oder geschlossenen psychischen Anstalten mit entsprechenden Sicherheitsdispositiv vollzogen werden.

      Da Verwahrung zweckabh. ist, ist sie periodisch zu überprüfen.
    • olga 11.08.2020 23:18
      Highlight Highlight Die Verwahrung ist keine Strafe - und dient somit nicht der Sühne für eine begangene Tat - sondern eine Massnahme und dient somit ausschliesslich dem Schutz der Öffentlichkeit. Schuldfähigkeit spielt dabei keine Rolle, sondern einzig die Gefährlichkeit des Täters. Die NZZ hat 2018 einen gut verständlichen und überschaubaren Artikel dazu publiziert: https://www.nzz.ch/schweiz/rupperswil-prozess-die-verschiedenen-verwahrungsarten-ld.1366318
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ichweissmeinennamennichtmehr 11.08.2020 19:06
    Highlight Highlight Das Urteil ist eine Ohrfeige für die Eltern, kein Schadenersatz oder Genugtuung.
    Geld würde Ihren Sohn nicht zurück bringen oder ihr Schmerz lindern aber es wäre ein Zeichen das man ihr Verlust anerkennt.
    • Sprachrohr 12.08.2020 08:47
      Highlight Highlight Der Schadenersatz und die Genugtuung können weiterhin auf dem Zivilweg eingefordert werden.

      Aber von der Täterin wird kaum was zu holen sein.

      Es bleiben noch die Ansprüche nach dem Opferhilfegesetz, aber die bezahlen letztlich die Steuerzahler und nicht die Täterin.
  • Bruno Wüthrich 11.08.2020 18:09
    Highlight Highlight Gut möglich, dass da im Vorfeld von den Behörden Diverses verschlampt wurde. Eventuell könnte man darüber ganze Bände schreiben.

    Doch ich lasse das Spekulieren darüber gleich wieder sein. Denn dass die Alte ein Kind derart brutal und hinterhältig ermordet hat, das nun wirklich nichts mit einem eventuellen Versäumnis irgendwelcher Amtsstellen zu tun hat, schlägt dem Fass den Boden aus. Dafür gibt es weder eine Begründung noch kann man es auch nur ansatzweise entschuldigen. Die Verwahrung scheint deshalb aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt.
    • Matt1988 11.08.2020 18:35
      Highlight Highlight Unser Rechtsystem beruht darauf erst Menschen zu verurteilen, die eine Straftat begannen haben. Anzeichen zu deuten ist schwierig, jeder reagiert anders und den Behörden die Schuld zu geben ist dann wieder einfach. Wenn man doch jeden der etwas komisch sich verhält gleich wegsperren würde...?
    • Francis Begbie 11.08.2020 22:58
      Highlight Highlight Du spekulierst ja bereits! 🤦🏼‍♂️
    • zaphod67 12.08.2020 08:32
      Highlight Highlight @Begbie: Sie sind mir zuvorgekommen. Schreibt, er wolle nicht spekulieren, tut es aber munter trotzdem. Behördenbashing ist halt ein beliebter Volkssport, der vorzugsweise unbelastet von jeglicher Faktenkenntnis ausgeübt wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hummingbird 11.08.2020 18:09
    Highlight Highlight Zum Glück wird sie verwahrt. Dass eine Therapie/stationäre Behandlung gross was gebracht hätte, nach so langem Bestehen der psychischen Störung, wage ich zu bezweifeln.
  • Albina Zuta 11.08.2020 17:29
    Highlight Highlight Das ist unglaublich…
  • Garp 11.08.2020 16:54
    Highlight Highlight Ist gut wird die Frau verwahrt.

    Schadensersatz und Genugttung, könnte man auch sprechen, aber ist völlig sinnlos, da man in der Verwahrung nichts verdient und die Frau sowieso kein Geld hat und wegen einer Partnergeschichte, sowieso schon alles verloren hat und was diesen Wahn auslöste, vom Partner verarscht und sie musste grade stehen. Wenn ich die Geschichte einigermassen verstanden habe.
  • lecontedelanuit 11.08.2020 16:52
    Highlight Highlight Ach unsere Kuscheljustiz...
    Kann meine eigene Meinung hier leider nicht loswerden - aber wieder einmal mehr: viel zu niedrig diese "Strafe". Schuldunfähig blabla.
    • Der Buchstabe I 12.08.2020 09:04
      Highlight Highlight Solange sie weggesperrt wird und keine gefahr mehr für die allgemeinheit besteht, ist dpch scheiss egal, ob sie angeblich schuldunfähig ist. Aus der verwahrung kommt sie eh nie mehr raus.
    • Konsortin Sha'ira 12.08.2020 09:32
      Highlight Highlight Zu niedrig? Eine Verurteilung wegen Mord mit anschliessender Verwahrung? 🤔 Aas hättest du gewollt? Einen Scheiterhaufen? Einen Henker?
  • Der Buchstabe I 11.08.2020 16:48
    Highlight Highlight Gut zu wissen, dass die Justiz nun doch vermehrt von der Verwahrung gefährlicher Straftäter Gebrauch macht.
    • Garp 12.08.2020 09:14
      Highlight Highlight Sie machte vorher schon Gebrauch.

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