Schweiz
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Die E-Mobilität-Flut sammelt sich während der Sommermonate an einem Ort in Basel: Beim Tinguely-Museum.

Die E-Mobilität-Flut sammelt sich während der Sommermonate an einem Ort in Basel: Beim Tinguely-Museum. Bild: bzbasel.ch

In Basel sammeln sich (fast) alle E-Trottis an einem Ort – das hat einen simplen Grund

Es ist Sommer, es ist heiss und der Schweizer will in den Fluss. Dank Pick-e-Bike und den E-Trottis wird das immer praktischer und einfacher. In Basel sammeln sich alle an einem Ort. Und fehlen überall andernorts in der Stadt. Derweil stapeln sich in Bern Publibikes im Eichholz.

Andreas Schwald / ch media



Rheinschwimmen ist der Basler Volkssport schlechthin. Trotz gefährlichen Wasserstands und starker Strömung stürmen die Baslerinnen und Basler während der aktuellen Hitzewelle den Stadtfluss. Klassisch ist der Einstieg beim Solitude-Park neben der Schwarzwaldbrücke, gleich unterhalb des Tinguely-Museums.

Nur: Jetzt fahren alle mit E-Mobilität dorthin. Also mit den Mietvelos von Pick-e-Bike etwa oder den E-Trottis von Flash. Wer andernorts in der Stadt damit von A nach B will, bleibt dabei auf der Strecke. Denn die Trottis und die E-Bikes sammeln sich beharrlich beim Parkplatz neben dem Museum an. Damit wird der Platz fürs eigene Zweirad zusätzlich verknappt.

Die Massierung am Brückenkopf

Statt dass die Fahrzeuge also laufend hin und her pendeln, gesellen sich laufend mehr zu den abgestellten Velos. Die Situation verschärft sich zusätzlich, wenn beim Rheinausstieg bei der Dreirosenbrücke jemand das nächste E-Bike schnappt, hochfährt, es wieder abstellt und sich den Rhein heruntertreiben lässt.

So können pro Person durchaus mal zwei bis drei Mietvelos abgestellt werden, welche die Leute kaum mehr mitnehmen. Denn am Schluss der Abkühlung wieder rheinaufwärts zu marschieren, nur um das ohnehin gemietete Fahrzeug zu holen, macht kaum jemand.

Die Situation ist bei Pick-e-Bike bereits seit vergangenem Jahr bekannt, sagt Thomas Eglin von der Geschäftsleitung. Schon im Sommer 2018 wurden solche Massierungen festgestellt. Diesen Sommer kommen einfach noch die E-Trottis dazu.

«Wir können die Nutzerströme gut beobachten», sagt Eglin. Mit diesem Massierungs-Phänomen sei voraussichtlich den ganzen Sommer hindurch zu rechnen.

In Bern stapeln sich 132 Publibikes im Eicholz

In der Bundesstadt gibt es zwar keine E-Trottis, dafür massenhaft Publibikes. Kein Wunder, schnappen sich an diesen Hitzetagen Bernerinnen und Berner die Leihvelos, fahren an die Aare und schwimmen dann den Fluss runter. Gestern stapelten sich etwa beim Aarecamping Eichholz sage und schreibe 132 Publibikes. Dafür waren andere Leih-Stationen leergefegt, wie der nachfolgende Twitter-Beitrag zeigt. (amü)

Die Lösung: Per Lieferwagen zurück in die Stadt

Abhilfe schafft Pick-e-Bike dieses Jahr, indem extra Transporte gebucht werden, die bei sehr hohem Aufkommen von abgestellten Velos am frühen Morgen die Fahrzeuge beim Tinguely-Museum wieder aufsammeln und nutzergerecht in der Stadt verteilen.

Das kostet laut Eglin nicht wenig, sei aber nötig, weil zuweilen tatsächlich kaum mehr natürliche Pendelei stattfindet, wie sie im System vorgesehen wäre. Im Gegensatz zum eigenen Velo hat das Mietvelo den Vorteil, dass man es einfach stehen lassen kann.

Immerhin: Im Rhein selbst landen weniger E-Bikes der Vermieterfirma. Wie Eglin sagt, habe das Unternehmen zu Beginn mit mehr Vandalismus zu tun gehabt. Noch immer könne es vorkommen, dass das GPS-System anzeigt, dass ein Fahrzeug in den Rhein geworfen wurde. Da E-Bikes aber schwerer als E-Trottis sind, sei das Problem bei Pick-e-Bike deutlich weniger ausgeprägt als bei den Trotti-Verleihern in der Schweiz. In verschiedenen Städten wurde gemeldet, dass die elektrischen Kickboards gerne in Fliessgewässer oder Seen versenkt werden.

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