Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Berner SVP-Streit eskaliert – Amstutz startet jetzt ihre eigene SVP



Madeleine Amstutz, amtierende Gemeindepraesidentin von Sigriswil, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Gemeindewahlen 2020, am Montag, 10. August 2020 in Sigriswil. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Madeleine Amstutz Bild: keystone

Die Gemeinde Sigriswil am Thunersee hat neu zwei verschiedene Parteien, die das Kürzel «SVP» im Namen führen. Beide treten im September zu den Gemeindewahlen an.

Hintergrund ist ein Spesenstreit um Madeleine Amstutz, einer kantonsweit bekannten Politikerin. Sie führt unter anderem die SVP-Fraktion im Kantonsparlament. In Sigriswil hat die 41-Jährige das repräsentative Amt einer Gemeindepräsidentin inne.

Der Posten verschwindet demnächst. Künftig wird nur noch das Präsidium des Gemeinderats (Exekutive) besetzt. Dieses Amt wird Ende November vergeben. Amstutz darf antreten, wenn sie zuvor im September in den Gemeinderat gewählt wird.

Die SVP-Ortspartei verweigerte ihr aber kürzlich die Nomination. Damit erreichte der Spesenstreit seinen vorläufigen Höhepunkt. Kritiker werfen Amstutz Spesenritterei vor. Das Dossier liegt zur rechtlichen Beurteilung beim Regierungsstatthalter.

Amstutz hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und wittert eine Kampagne gegen ihre Person. Zu den Gemeinderatswahlen tritt sie nun mit der neu gegründeten «SVP Sigriswil 2020» an, die nach eigenen Angaben schon gut 50 Mitglieder zählt.

Amstutz betonte am Montag vor den Medien, der Streit sei eine rein lokale Angelegenheit. Sie bleibe «durch und durch SVP» und wolle auf Kantonsebene weiter politisieren wie bisher. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Jürg Halters SVP-Kampagne

Die SVP ist krasser drauf, als man denkt!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
28 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Hans Jürg
10.08.2020 15:58registriert January 2015
Jedem seine eigene SVP. Und wer am meisten finanzielle Mittel hat, kann sich die grösste SVP leisten.
Und damit es im Bundeshaus genug Platz hat, müssen alle anderen Parteien raus, das Parlament wird privatisiert und exklusiv den einzelnen SVPs zur Verfügung gestellt.
Blochers haben natürlich immer noch die Aktienmehrheit und bestimmen, wer wann wie lange was im Parlament sagen darf.
28532
Melden
Zum Kommentar
moimoimoi
10.08.2020 15:33registriert February 2015
Eine Spaltung der SVP? Das kennen wir im Kanton Bern schon. So ist die BDP entstanden.
21811
Melden
Zum Kommentar
Steibocktschingg
10.08.2020 15:45registriert January 2018
Gelebte Meinungsfreiheit und hochstehende Diskussionskultur: Wenn man nicht recht kriegt, gründet man seine eigene Partei. So geht das bei der SVP!
18128
Melden
Zum Kommentar
28

Regula Rytz über Klimastreik: «Die Anträge zur Räumung kamen von der SVP»

Die ehemalige Präsidentin der Grünen Partei Schweiz, Regula Rytz, zeigt sich im Interview bedrückt über die Situation am Bundeshaus in Bern: «Ich bedauere die unglaubliche Aggression, die gegen die jungen Leute eingesetzt wurde.»

Artikel lesen
Link zum Artikel