Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

So sieht's im Klima-Camp vor dem Bundeshaus aus

Innert weniger Stunden haben Klimaaktivisten auf dem Bundesplatz ein Zeltdorf aufgestellt, das es mit einem Open-Air-Festival aufnehmen kann. Das ist uns dabei aufgefallen.



Sie sind gekommen, um zu bleiben: Hunderte Klimaaktivisten besetzen seit den frühen Montagmorgenstunden den Bundesplatz in Bern. In einer minutiös geplanten Aktion haben sie im Herzen der politischen Schweiz eine Zeltstadt errichtet, die an ein Openair-Festival erinnert.

Die grosse Frage ist nun, ob und wann die Polizei das Lager räumt.

Die auffälligsten Punkte:

Der Späherposten

Bild

bild: watson/amü

Bild

bild: watson/amü

Den besten Überblick auf das Klima-Camp hat Bieber (24), der extra aus Deutschland angereist ist. In einem rund drei Meter hohen Hochsitz sitzt er in einer Hängematte und schaut auf den Bundesplatz. «Meine Aufgabe ist es, den Überblick zu behalten, was auf dem Platz so geht», sagt er zum watson-Reporter. Wenn die Polizei anrücken sollte, wird er also wohl zuerst Alarm schlagen.

Das Plenums-Zelt

Bild

bild: watson/amü

Wie weiter mit dem Klima-Camp? Im Plenums-Zelt auf dem Bundesplatz diskutieren die Klimaaktivisten über das weitere Vorgehen. Und zwar basisdemokratisch. «Die Frage ist etwa, ob wir dem Wochenmarkt für Dienstag einen Teil des Platzes überlassen», so eine Aktivistin.

Im Hauptzelt sollen in den nächsten Tagen zudem zahlreiche Workshops und Diskussionen stattfinden – wenn das Lager nicht schon bald durch die Polizei geräumt wird.

Ein Thema ist etwa die Rolle der Banken in der Klimakrise. Kein Wunder: Gleich hinter dem Zelt befindet sich der Sitz der Nationalbank sowie eine Filiale der Credit Suisse.

Klimabewegung besetzt Bundesplatz

Das Zeltlager

Animiertes GIF GIF abspielen

Einschlägige Lektüre: Eine Frau liest das Buch «Einführung in den Anarchismus». bild: watson/amü

Bild

bild: watson/amü

Die Klimaschützer haben auf dem Bundesplatz dutzende Zelte aufgestellt. Eines davon gehört «Krümel» und ihrer Kollegin «Zwirbel», die aus Basel angereist sind. Dem watson-Reporter gewähren sie bereitwillig einen Blick ins Zelt: «Neben T-Shirts haben wir auch eine spannende Lektüre eingepackt: Und zwar das Buch ‹Einführung in den Anarchismus›». Dazu kommen Broschüren, wie man sich bei Repression durch die Polizei verhalten soll.

«Wir geniessen jetzt mal die Sonne und schauen, wie es weitergeht», so die zwei Frauen.

Video: watson/lea bloch

Die «Mainstage»

Bild

bild: watson/amü

Bild

bild: watson/amü

Kurz vor Sessionsbeginn drängen sich vor und auf den Heuballen-Abschrankungen hunderte Klimaaktivisten. Sie singen und skandieren ihre Botschaften. «Ich hoffe, dass uns auch die Politiker zuhören und endlich wirkliche Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. Es geht um Leben und Tod», sagt eine Frau. Die Klimaschützerinnen sind ein heterogener, bunt zusammengewürfelter Haufen. Denn erstmals haben sich Organisationen wie Extinction Rebellion oder der Klimastreik für einen grossen Anlass zusammengetan.

«Friendly reminder: There is no Planet B», steht etwa auf einem Transparent. Derweil hält ein Senior ein Schild mit der Aufschrift «Der Boden ist vergiftet, hört auf damit» in die Höhe.

Wenig Freude daran haben die Parlamentarier. In einem Brief fordern sowohl National- und Ständerat die sofortige Räumung des Camps.

Die Camp-Küche

Animiertes GIF GIF abspielen

bild: watson/amü

Zu einem Zeltdorf gehört natürlich auch eine Festival-Küche. Dort steht Toni und schöpft Spaghetti aus schwarzen Bohnen «Aglio et Olio». Der Aktivist ist einer von rund zehn Personen, die für das leibliche Wohl der Aktivistinnen sorgen. Selbstverständlich gibt es nur vegetarische Kost. «Wir machen 400 Mahlzeiten pro Tag», sagt Toni und schöpft einen weiteren Teller. Das Essen ist für alle gratis. Wer will, kann etwas in die Kollekte geben. Für alle Nahrungsmittel haben die Organisatoren bislang 6500 Franken ausgeben, wie sie auf einem Schild schreiben.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Klimabewegung besetzt Bundesplatz

Bundesplatz-Besetzung fürs Klima

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

«Da ist ziviler Ungehorsam doch völlig legitim. Wie sollen die sich denn sonst wehren?»

Die zukünftige SP-Spitze erzählt im watson-Interview, was sie von der Besetzung des Bundesplatzes hält.

Bern hat turbulente Tage hinter sich. Wie ist die Stimmung im Bundeshaus?Mattea Meyer: Von unserer Seite her recht ruhig. Auf der rechten Ratsseite hat es einige, die haben offenbar das Gefühl, der Untergang der Schweizer Demokratie stehe kurz bevor.Cédric Wermuth: Uns erstaunt, wie schnell sich vermeintlich selbstsichere Multimillionäre hier empört haben.Meyer: Das ist eine künstliche Empörung. Das sind Nebelpetarden. Es geht darum, vom Inhalt abzulenken. Sie nehmen jetzt auch dankend …

Artikel lesen
Link zum Artikel