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Die Grippe-Saison rückt in der Schweiz näher. Auf der südlichen Halbkugel fiel sie praktisch aus. Wie wird es bei uns? bild: shutterstock

Grippe-Saison auf Südhalbkugel praktisch inexistent: Das sind die Folgen für die Schweiz

Auf der Südhalbkugel neigt sich die Grippe-Saison dem Ende entgegen. Wobei: Vielerorts fiel sie praktisch aus. Das hat Vorteile, aber nicht nur. Was wir aus dieser Tatsache lernen sollten.



Der Winter der südlichen Hemisphäre ist praktisch vorbei. Länder wie Australien, Südafrika oder Argentinien steuern dem Sommer entgegen.

Mit dem Ende des Winters endet auch die Grippe-Saison auf der Südhalbkugel. Allerdings muss man eher sagen: Es gab in vielen Ländern dieses Jahr gar keine Grippe-Saison.

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Solche Bilder gab es auf der südlichen Halbkugel in diesem Winter kaum. bild: shutterstock

Australien verzeichnete gemäss der WHO beispielsweise im Juli 93 Fälle, 2019 waren es 70'000. Im August wurden 107 Influenza-Infektionen registriert, ein Jahr davor noch 61'000. Kein Wunder sagt Ian Barr, Direktor des WHO-Zentrums für Referenz- und Forschungsarbeiten zur Grippe in Melbourne gegenüber CTV News: «Hier gibt es derzeit praktisch keine Grippe, das war schon seit Ende März so.»

Der «Economist» stellte die Grippe-Saisons in ausgewählten Ländern der südlichen Halbkugel mit Daten der WHO zusammen. Schauen wir uns das an:

Entwicklung der Grippe-Saisons in ausgewählten Ländern der südlichen Hemisphäre:

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Die Daten stammen von der WHO. screenshot: theeconomist.com

Die Gründe für den milden Verlauf der Grippe-Saison liegt auf der Hand: Im März wurden überall Lockdowns verfügt, der internationale Flugverkehr brach total zusammen. Das hatte zwei Folgen: Die Grippeviren wurden nicht von der nördlichen in die südliche Halbkugel gebracht und durch die Social-Distancing-Massnahmen hatte das Virus auch in den Ländern selbst mehr Mühe, um sich zu verbreiten.

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Sinnbildlich für viele Flughäfen und den Flugverkehr: die Passagierentwicklung am Flughafen Zürich. Hier gibt es die animierte Version. bild: watson

Das hört sich alles ziemlich gut an. Ist doch die Grippe weltweit jährlich immer wieder für viele Todesopfer verantwortlich. Doch jetzt kommt die kalte Jahreszeit und damit die Grippe-Saison zurück in die nördliche Hemisphäre. Was bedeutet das für die Schweiz?

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Weniger Grippeviren bedeutet weniger Forschung

Die Grippeviren verschwinden nicht aus der Welt, auch wenn die Zahlen extrem niedrig sind. Da der Tourismus mit Ländern der südlichen Hemisphäre noch immer praktisch nicht existiert, dürften auch viel weniger Leute das Virus nach Europa und in die Schweiz bringen.

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Social Distancing und Masken nützen auch im Kampf gegen die Grippe. bild: shutterstock

Die Social-Distancing-Massnahmen und teilweise Maskenpflicht bei uns hilft ebenfalls, das Grippevirus im Zaum zu halten. Werden die Massnahmen allerdings bis im Dezember gelockert, wird sich das Grippevirus wieder einfacher ausbreiten können.

Immunität schwindet

Ein weiterer Aspekt ist dieser: Wenn sich aktuell wenige Menschen mit dem Grippevirus infizieren, sind in der folgenden Saison weniger Menschen (teil-)immun. Damit hat das Grippevirus dann eine höhere Chance auf eine grosse Verbreitung und ein schwieriges Grippejahr ist wahrscheinlicher.

Todesfälle Schweiz 2014 bis 2020 Coronavirus Covid-19 Grippewelle Grippe

Seit 2014 erlebten wir im Jahr 2015 und 2017 hohe Übersterblichkeits-Perioden aufgrund schwerer Grippewellen. Wie wird das dieses Jahr? Und wie in der Saison darauf? bild: watson

Was zudem noch nicht klar ist, ist: Was geschieht, wenn sich jemand mit dem Grippe- und dem Corona-Virus gleichzeitig infiziert? Grundsätzlich sei es weniger wahrscheinlich, dass man zwei Viren gleichzeitig aufschnappt. «Aber je mehr Viren man im Körper hat, desto schlechter fürs Immunsystem», so Barr.

Auch wenn noch vieles unklar ist. Der Rat aus Australien von Ian Barr ist daher klar: «Bereitet euch vor. Man weiss es längst: Wenn das Influenza-Virus erstmal in einer gewissen Häufigkeit zirkuliert, ist es schwierig, es zu stoppen. Eine Impfung ist daher die beste Methode.»

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