DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In einem Urner Altersheim haben sich rund 30 Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. (Themenbild)

Für die ältesten Personen in unserer Gesellschaft ist das Coronavirus besonders gefährlich. Bild: sda

Covid-19: Deutlich höhere Übersterblichkeit in der Schweiz als in erster Welle

Mit dem Winter und der zweiten Welle ist auch die Übersterblichkeit zurückgekommen – und diesmal deutlich stärker als im Frühling. Auch im Vergleich zum umliegenden Ausland steht die Schweiz schlecht da.



Über 5000 Personen sind in der Schweiz an Covid-19 verstorben. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz in den letzten Wochen deutlich höhere Zahlen auf als andere europäische Länder.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Dass das Coronavirus viele Todesopfer fordert, zeigen auch die Daten zur Übersterblichkeit der Statistikplattform «Our World in Data». Diese zeigen, wie viele Personen mehr (aus einer bestimmten Altersgruppe) sterben als in einer Jahreszeit üblich. Die aktuellen Todesfälle werden mit dem Schnitt der Jahre 2015 bis 2019 verglichen.

Während des Peaks in der ersten Welle im März und April starben demnach rund anderthalb mal so viele Über-85-Jährige wie üblich. Inzwischen ist die Übersterblichkeit noch extremer angestiegen und liegt in der ältesten Gruppe bei fast 80 Prozent.

Die Sterblichkeit bei den 15- bis 64-Jährigen bewegt sich im üblichen Rahmen oder liegt sogar im Schnitt leicht unter den Vorjahren. Doch je älter eine Altersgruppe, umso höher liegt ihre Kurve.

Übersterblichkeit in der Schweiz nach Altersgruppe

grafik: watson / daten: owid

Vergleicht man die Übersterblichkeit mit den Werten unserer Nachbarn, zeigt sich: Auch Österreich hat zurzeit mit einer deutlichen Übersterblichkeit zu kämpfen. Die anderen Länder bewegten sich zuletzt auf deutlich tieferem Niveau – allerdings fehlen von ihnen noch Daten der letzten Wochen.

Vergleich mit den Nachbarländern

In diesem Vergleich der Übersterblichkeit sticht Italien ins Auge: Im Frühling starben dort teilweise fast doppelt so viele Personen wie in den Vorjahren – und das notabene über alle Altersgruppe gesehen.

Allerdings ist der Anteil der älteren Bevölkerung nicht überall gleich – was die Grafik ein wenig verzerrt. Länder mit älterer Bevölkerung haben aus rein mathematischen Gründen eine höhere Übersterblichkeit – eine Tatsache, die man beim Vergleich im Hinterkopf haben sollte.

Zur besseren Vergleichbarkeit könnte man auch wie gleich folgend nur die Übersterblichkeit der über 85-Jährigen vergleichen. Hier bewegen wir uns inzwischen auf ähnlichem Niveau wie Österreich. Zu optimistisch über die sinkende Tendenz sollte man allerdings auch hier wegen verzögerten Meldungen noch nicht sein.

Vergleich mit den Nachbarländern bei über 85-Jährigen

Natürlich bilden die Über-85-Jährigen auch hier nur einen Teil der Bevölkerung ab. Italien erreichte beispielsweise bei den 65- bis 74-Jährigen den bisherigen Höchstwert: Im Frühling starben in einer Woche mit 108 Prozent mehr als doppelt so viele Personen aus dieser Altersgruppe als üblich.

Für den Vergleich mit weiteren ausgewählten Ländern betrachten wir daher wieder die Übersterblichkeit über alle Altersgruppen. Spanien erreicht dabei in der ersten Welle eine Übersterblichkeit von über 150 Prozent. Inzwischen ist sie aber tiefer als bei uns.

Schweden, das im Frühling mit seinem Sonderweg für Aufsehen sorgte, verzeichnet aktuell kaum eine Übersterblichkeit. Ähnlich sieht es auch in vielen asiatischen Ländern aus.

Vergleich mit ausgewählten Ländern

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So kreativ sind die Leute in Coronavirus-Quarantäne

1 / 23
So kreativ sind die Leute in Coronavirus-Quarantäne
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wie es aussieht, wenn du deinen Geschmackssinn wegen Covid verlierst

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Hören wir auf zu sagen, es sei eine Grippe!»: Arzt schildert Situation in Bergamo

Seit Montag ist ganz Italien eine Sperrzone. Wer reisen will, muss dies begründen können. Schulen und Universitäten bleiben bis am 3. April geschlossen, Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Restaurants und Bars dürfen nur noch bis 18 Uhr geöffnet sein.

Bis Dienstagabend hat das neue Coronavirus in Italien 631 Todesopfer gefordert. Mehr als die Hälfte davon in der Region Lombardei, die an die Schweiz grenzt. Im Norden der Lombardei befindet sich die Stadt Bergamo, wo das Gesundheitssystem …

Artikel lesen
Link zum Artikel