Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05961190 Electronic displays on platforms at Frankfurt am Main station advise passengers to refer to timetables, Frankfurt am Main, Germany, 13 May 2017. German railway network was affected 12 May 2017 when a cyber attack hit almost 100 countries world wide. According to news reports, a 'WannaCry' ransomware cyber attack hits thousands of computers in 99 countries encrypting files from affected computer units and demanding 300 US dollars through bitcoin to decrypt the files.  EPA/GERNOT HENSEL

Zahlreiche Bahnhöfe in Deutschland – darunter Frankfurt – waren von der Schadsoftware betroffen.   Bild: GERNOT HENSEL/EPA/KEYSTONE

Schweiz von «WannaCry» kaum betroffen – dennoch wappnen sich zahlreiche Firmen



Die Schweiz ist von der jüngsten Cyber-Attacke vorerst kaum betroffen. Bis am Montagmorgen hat die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) nur rund 200 Infizierte registriert. Trotzdem war vorgesehen, eine Warnung zu verbreiten.

Auf Anfrage von watson gab Max Klaus, Stellvertretender Leiter bei MELANI bekannt, dass es bislang zu keinen Vorfällen in Schweizer Grossunternehmen gekommen ist. 

Geringe Höhe an Lösegeld

Auffällig an der Schadsoftware «WannaCry» sei vor allem die rasante und beinahe globale Verbreitung. «In diesem Ausmass hat es das meines Wissens noch nie gegeben.», berichtet Klaus. Ungewöhnlich sei die relativ geringe Höhe des geforderten Lösegelds. MELANI habe Kenntnis von anderen Angriffen mit Verschlüsselungstrojaner, wo von den Opfern massiv höhere Erpressungsbeträge eingefordert wurden.  

ARCHIVBILD ZUR BILANZ DER UBS IM ERSTEN QUARTAL 2017, AM FREITAG, 28. APRIL 2017 - Das UBS Logo fotografiert am Tag der Bilanzmedienkonferenz der Bank UBS am Dienstag, 2. Februar 2016 in Zuerich. Der Reingewinn der UBS Group AG fuer 2015 erhoehte sich gegenueber dem Vorjahr um 79 Prozent auf CHF 6,2 Milliarden. (KEYSTONE/Ennio Leanza)....The logo of Swiss bank UBS in Zurich, Switzerland, Tuesday, 02 February 2016. Swiss Bank UBS UBS Group net profit for 2015 increased 79 percent year on year to CHF 6.2 billion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse haben nach den ersten Meldungen des Virus bereits Gegenmassnahmen getroffen.  Bild: KEYSTONE

ZUM QUARTALSERGEBNIS DER CREDIT SUISSE, AM MITTWOCH, 26. APRIL 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER ---- Credit Suisse Logo am Hauptsitz am Zuercher Paradeplatz am Dienstag, 14. Februar 2017. Die Grossbank faehrt 2016 einen Milliarden-Verlust ein und will mehrere Tausend Stellen abbauen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Firmen sind wachsam

Die Schweizer Firmen sind wachsam. «Vor dem Hintergrund der Cyberattacke haben wir vorbeugende Vorkehrungen ergriffen», teilte beispielsweise Swisscom auf Anfrage mit. Der Konzern stehe laufend im Austausch mit den Behörden (MELANI) und anderen Partnern und sperre die bekannten IP-Adressen und Domains der Angreifer. Zudem würden weitere Schutzmechanismen auf die aktuelle Bedrohung angepasst. «Wir überwachen die Situation weiterhin laufend.»

Der Spitalverband H+ hatte keine Kenntnis von allenfalls betroffenen Spitälern oder Kliniken. «Die Problematik, dass so etwas passieren kann, ist den Spitälern und Klinken bewusst. Deshalb haben wir ohnehin ein erhöhtes Schutzniveau», sagte H+-Sprecher Conrad Engler auf Anfrage. Eine spezielle Warnung sei deshalb auch nicht notwendig.

Auch die SBB war vorerst nicht betroffen. Eine SBB-Sprecherin wies darauf hin, dass die IT-Security ein laufender Prozess sei. Entsprechend würden sich die IT-Spezialisten mit aktuellen Bedrohungen auseinandersetzen und auch Massnahmen treffen. Ganz wichtig sei aber auch, dass das Risikobewusstsein der Mitarbeitenden geschult werde.

Während sich die einen vor dem Virus fürchten ...

Grossbanken treffen Gegenmassnahmen

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Pharmakonzern Novartis waren und sind bis jetzt nicht von der Cyber-Attacke betroffen, wie sie auf Anfrage bekannt gaben. Die Grossbanken haben nach den ersten Meldungen Gegenmassnahmen getroffen. So hat die Credit Suisse die Betriebssysteme sämtlicher Rechner auf den neuesten Stand gebracht und zusätzliche Sicherheitssoftware installiert. (ohe/sda)

So verbreitet sich WannaCry

Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol nutzte die Schadsoftware eine Lücke im Windows-Betriebssystem des Software-Unternehmens Microsoft aus. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass das Instrument vom US-Geheimdienst NSA entwickelt und diesem dann entwendet wurde. Betroffen waren nach Einschätzung von Experten zumeist ältere Windows-Versionen. Sie beklagen, dass viele Anwender und Unternehmen zu lange mit Software-Aktualisierungen warten und Sicherheits-Updates nicht installieren. Die Ausbreitung der Schadsoftware schwächte sich bis Sonntag deutlich ab, da Sicherheitsupdates die Windows-Lücke schlossen und eine Internet-Domain identifiziert wurde, von der aus der Angriff teilweise gesteuert wurde.

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

«El Chapos» Frau in USA festgenommen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Interview

Cybercrime-Jäger: «Wir legten seinen Server mit denselben Mitteln lahm»

Stephan Walder, Chef der grössten Cybercrime-Einheit der Schweiz, erzählt im Interview erstmals, wie Schweizer Strafbehörden Internet-Verbrecher zurück-gehackt haben.

Selbst Staatsanwälte machen während Corona Homeoffice. Dort erreichen wir Stephan Walder, Leiter des Cybercrime-Kompetenzzentrums des Kantons Zürich, per Video-Chat.

Herr Walder, Ihre Kollegen aus den anderen Staatsanwaltschaften stehen in manchen Nächten an Tatorten neben Leichen. Was ist das Pendant dazu als Cyber-Staatsanwalt?Stephan Walder: Bildlich gesprochen lösen wir im Bereich Cybercrime grosse Puzzles. Den Rand haben Sie da jeweils relativ schnell beieinander, doch dann müssen Sie mit …

Artikel lesen
Link zum Artikel