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ARCHIVBILD ZUR MELDUNG DER RECHTSKOMMISSION DES NATIONALRATES ZUM STREIT UM REPLAY-TV, AM DONNERSTAG, 01. NOVEMBER 2018 ---- Divers ecrans de television, tablette, ordinateur, smartphone, montrant les sites d'informations de SSR / SRG le groupe de radio et de television du service public suisse, SRF, RTS, RSI, et Roger de Weck, directeur general de la SSR, sont photographies pour illustrer la revision de la loi federale sur la radio et la television, LRTV, ou RTVG, soumise a votation en juin prochain ce mardi 12 mai 2015 a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bild: KEYSTONE

Streit ums Replay-TV geht in eine neue Runde: Darum könnten TV-Abos teurer werden

Die SRG verlangt von Swisscom, UPC und Co. eine massiv höhere Entschädigung für zeitversetztes Fernsehen, mit dem Kunden Werbung überspringen können. Die Abo-Preise könnten deutlich teurer werden.



Der ewige Streit ums Replay-TV geht in die nächste Runde. Die TV-Sender beklagen, dass ihnen durch das Überspulen der Werbung Millionen an Werbeeinnahmen entgehen. Vor allem die SRG verlange in den laufenden Tarifverhandlungen, dass TV-Verbreiter wie Swisscom, Sunrise oder UPC deutlich mehr für das Replay-TV an die Sender zahlen sollen, berichtet der «Tages-Anzeiger» am Montag (Paywall).

Konkret fordere die SRG «eine Erhöhung um den Faktor 7,5», werden Verhandlungsinsider zitiert. TV-Abos mit Replay-Angebot könnten so rund 10 Franken teurer werden, da die TV-Verbreiter die Kosten vermutlich auf die Kunden abwälzen würden.

Einig sind sich TV-Sender und TV-Verbreiter hingegen, dass das Replay-TV bewahrt werden soll. Der Streit dreht sich also um die Höhe der Entschädigung. Und die Coronakrise erhöht den Druck: So sind die TV-Werbeeinnahmen im Monat März um 15 Prozent gesunken.

Mit ihrer Preisforderungen für das Replay-TV stehe die SRG trotzdem alleine da, heisst es im Bericht. Den Sendern sei bewusst, dass auch höhere Replay-Tarife die sinkenden Werbeeinnahmen nicht ausgleichen können. Die meisten Sender setzen ihre Hoffnung daher auf alternative Werbeformate.

Wer nicht zahlen will, bekommt einen Zwangsspot

Ein Vorschlag der TV-Sender: Wer einen ganzen Werbeblock überspringen will, muss zuerst einen kurzen TV-Spot schauen, der nicht überspulbar ist. Wer gar keinen Spot sehen will, müsste demnach einen Preisaufschlag zahlen. Ob Swisscom und Co. hierzu Hand bieten werden, muss sich zeigen.

Die Stiftung für Konsumentenschutz warnt vor einem Abwandern der TV-Nutzer zu Streaming-Diensten wie Netflix, wenn die Abos teurer werden: «Der Nutzer wird es nicht akzeptieren, wenn er für die gleiche Leistung auf einen Schlag ein Vielfaches bezahlen muss», sagte eine Sprecherin im «Tages-Anzeiger».

Swisscom-Chef Urs Schaeppi äusserte sich am Samstag im Interview mit der «Schweiz am Wochende» ähnlich: «Die Kunden wollen Replay. Lösungen gegen die Kunden durchzuboxen, wird nicht funktionieren. Ich bin überzeugt: Hätten wir keine Replay-Funktion, würde es den linearen Fernsehkanälen viel schlechter gehen. Der Kunde wandert schnell zu Netflix und Co. ab. Hinzu kommt: Wir Provider in der Schweiz bezahlen den Sendern jährlich bereits einen dreistelligen Millionenbetrag für zeitversetztes Fernsehen und Live-TV. Ein Zwangskonsum von Werbung wird kaum funktionieren. Den Sendern muss klar sein: Schalten sie zu viel Werbung, gehen die Kunden weg.»

Der Streit um Replay-TV tobt seit Jahren. Die Sender monieren, dass insbesondere Swisscom und UPC mit Replay-TV viel Geld verdienten. Dies auf Kosten der Sender, die bei den Bedingungen über die Replay-Nutzung kein Mitspracherecht hätten.

Ende 2018 hatte das Parlament ein geplantes Spulverbot mit 182 zu sechs Stimmen abgeschmettert.

(oli)

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