Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mehrere hundert Personen demonstrieren in der Berner Innenstadt gegen Rassismus, am Samstag, 4. Februar 2017, in Bern. Die Teilnehmer der Protestaktion versammelten sich am fruehen Nachmittag auf dem Waisenhausplatz und begannen von dort einen Umzug durch die Innenstadt. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Mehrere hundert Personen demonstrieren in der Berner Innenstadt gegen Rassismus (04.02.2017). Bild: KEYSTONE

Rassismus an Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit nimmt zu

Menschen werden immer häufiger im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und in der Schule rassistisch diskriminiert. Das Beratungsnetz für Rassismusopfer hat im vergangenen Jahr mehr Fälle verzeichnet. Zugenommen haben auch Beschimpfungen und Drohungen.



Insgesamt zählten die 26 Beratungsstellen 199 Fälle von rassistischer Diskriminierung. Das sind zwar etwas weniger als 2015. Damals registrierten die Stellen 239 Fälle. Immer mehr Diskriminierungen werden aber im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen begangen. Letztes Jahr betraf dies mehr als die Hälfte aller Fälle.

Diese Zahlen gehen aus dem Jahresbericht des Beratungsnetzes für Rassismusopfer hervor, über den der «SonntagsBlick» in seiner jüngsten Ausgabe berichtete und auch der Nachrichtenagentur sda vorliegt.

Hohe Dunkelziffer

Was die Zahlen betrifft, erhebt der Bericht keinen Anspruch auf «Vollständigkeit». Viele Fälle würden gar nicht gemeldet, weil es aus Sicht der Betroffenen nichts bringe, schreibt Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), im Vorwort. «Die Dunkelziffer ist hoch», heisst es im Bericht.

Das meist genannte Tatmotiv für die Diskriminierung ist wie bereits im Vorjahr generelle Ausländerfeindlichkeit. Danach folgt mit 70 Nennungen Rassismus gegen Schwarze. In 48 Fällen wurden Muslime und Menschen aus dem arabischen Raum rassistisch diskriminiert, 6 Fälle betrafen Juden.

Die meisten erfassten Fälle von Diskriminierung betreffen denn auch Menschen mit afrikanischer Herkunft, obwohl diese in der Schweiz nur einen relativ kleinen Anteil der Bevölkerung ausmachen.

23 Fälle von Gewalt

Seit letztem Jahr weist der Jahresbericht auch die Rubrik ethnisches Profiling aus. Damit sind Verdächtigungen von Polizei- oder Grenzschutzbeamten aufgrund der Hautfarbe gemeint. Die Beratungsstellen verzeichneten zwölf Fälle.

Die meisten Diskriminierungsfälle wurden im Bereich der Verständigung untereinander gemeldet. Den grössten Teil davon machen mit 85 Fällen Beschimpfungen aus, danach folgen andere störende Äusserungen und Drohungen. Aber auch Diskriminierungen durch Benachteiligung und herabwürdigende Behandlung sind häufig. In 23 Fällen war Gewalt im Spiel. (viw/sda)

Der Kampf für die gute Sache: Diese 11 Kampagnen werden dich nachdenklich stimmen

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Das berühmte Dorf «Fucking» ändert seinen Namen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel