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THEMENBILD ZU DEN EIDG. ABSTIMMUNGEN VOM 18. MAI 2014 --- Eine Schweizer Fahne steckt an der Wand zum Buero der Gripen-Kampagne Schweiz in der Produktionshalle von Saab Technologies, aufgenommen am 25. Maerz 2014 in Linkoeping, Schweden. Das Unternehmen Saab Technologies baut in seiner Produktionsstaette in Linkoeping in Schweden die Saab Gripen-Kampfflugzeuge. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Zusammenarbeit ist vorerst beendet: Schweizer Fahne im Saab-Werk von Linköping. Bild: KEYSTONE

Schwedischer Radiojournalist zum Gripen-Nein

«Die Leute in Linköping sind sehr enttäuscht»

Viele Schweden haben die Gripen-Abstimmung in der Schweiz mitverfolgt. Vor allem für die Saab-Mitarbeiter ist das Nein eine herbe Enttäuschung. watson sprach mit Radiokorrespondent Daniel Alling.



Herr Alling, waren Sie überrascht über das Nein der Schweiz zum Gripen?
Daniel Alling: Ja, ein bisschen schon.

Was hat Sie am meisten überrascht bei der Gripen-Abstimmung?
Zuerst natürlich das Resultat, und dann die Tatsache, dass die Nein-Seite es praktisch ohne eigene Mittel geschafft hat, die Befürworter zu bodigen. Das hätte ich nicht erwartet. Und mancher Schwede auch nicht.

Entsprechend gross war die Aufmerksamkeit der schwedischen Medien heute. Wie waren die Reaktionen der Bevölkerung in Ihrem Heimatland?
Die Leute sind teilweise sehr enttäuscht. Vor allem in Linköping, wo der Gripen gebaut wird, ist die Enttäuschung gross. Für das Industrieland Schweden wäre der Auftrag der Schweiz wichtig gewesen.

«Für das Industrieland Schweden wäre der Auftrag der Schweiz wichtig gewesen.»

Daniel Alling, Schwedischer Rundfunk

Was bedeutet es für die Region um Linköping?
Der Bürgermeister hat gesagt, es gebe zwar nicht gerade eine Krise, aber für die Bevölkerung wäre ein Ja der Schweiz besser gewesen. Und die schwedische Verteidigungsministerin sprach von einem «Rückschlag».

Sind Arbeitsplätze gefährdet?
Nein, das nicht gerade. Saab stehen noch die Verhandlungen mit Brasilien bevor. Die Brasilianer wollen 100 Gripen-Flugzeuge kaufen. Doch auch dieser Deal ist noch unsicher.

Versteht man in Schweden, warum die Schweiz Nein zum Gripen gesagt hat?
Ja, die Schweden verstehen die direkte Demokratie und die Bevölkerung wusste immer, dass es bei einem Referendum die Möglichkeit eines Neins gibt.

Daniel Alling

Daniel Alling ist Korrespondent des Schwedischen Rundfunks für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Er berichtet regelmässig über das Gripen-Geschäft aus der Schweiz. (egg)

Gibt es auch Verständnis?
Ja, die Armeekritiker freuen sich natürlich. In Schweden findet die gleiche Diskussion um die Beschaffung von Kampfjets und anderem Kriegsmaterial statt. Es gibt ebenso eine pazifistische Bewegung.

Wie wurde die Abstimmung in Schweden verfolgt?
Viele Schweden haben das Geschäft seit 2011 verfolgt, die Medien – darunter der öffentlich-rechtliche Rundfunk – haben laufend darüber berichtet. Aber am Sonntag war das Interesse an der Schweiz noch viel höher.

«Viele Leute in Schweden waren fasziniert und gleichzeitig ein bisschen überrascht über die Lobbyarbeit der schwedischen Regierung.»

Daniel Alling, Schwedischer Rundfunk

Wie waren die Reaktionen zu den Enthüllungen rund um die Lobbyarbeit des schwedischen Botschafters?
Auch da war die Aufmerksamkeit in Schweden sehr hoch. Viele Leute waren fasziniert und gleichzeitig ein bisschen überrascht über die Lobbyarbeit der schwedischen Regierung.

Wie beurteilen Ihre Landsleute die Rolle von Verteidigungsminister Ueli Maurer?
Sie sehen in ihm zum Teil den Verantwortlichen für das Gripen-Geschäft – und auch für den Ausgang der Abstimmung.

Sind die Beziehungen zwischen der Schweiz und Schweden jetzt belastet?
Nein, da hat sich nichts verändert. Die schwedische Regierung wusste, welches Risiko sie eingeht, und dass die Schweizer Bevölerung Nein sagen kann zum Gripen.

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