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antibiotika

Der Westen will nicht mehr von China als Weltapotheke abhängig sein. Bild: shutterstock

Novartis will die letzte westliche Antibiotika-Produktion aufgeben, darf aber nicht

Novartis hätte die Antibiotika-Produktion in Österreich gerne aufgegeben. Doch der Ruf nach mehr Versorgungssicherheit bei Schlüsselmedikamenten wird immer lauter und zwingt die Basler in eine Rolle, die sie nie gesucht haben.

daniel zulauf / ch media



Was hat Novartis im Kampf gegen das Coronavirus anzubieten? Nicht allzu viel, musste Konzernchef Vasant Narasimhan im Mai im Gespräch mit unserer Zeitung einräumen. Das Impfstoffgeschäft wurde schon vor Jahren verkauft, weil es im Vergleich zu den von den Baslern priorisierten High-Tech-Medikamenten zu wenig rentabel war.

Die dringend benötigten Antikörper-Tests produziert der Lokalrivale Roche im Weltmassstab. Und Novartis? Schliesslich kommt dem CEO doch noch ein zündendes Argument in den Sinn: «Vergessen Sie nicht, dass wir mit der Generikatochter Sandoz der grösste Hersteller von Antibiotika sind.»

In der Tat: In einem grossen Werk in Kundl im Tirol produziert Sandoz mit einigen Hundert Mitarbeitern unter anderem Penicilline. «Wir sind der letzte in der westlichen Welt verbliebene integrierte Hersteller von Antibiotika», liest man auf der lokalen Webseite. Eine Neuheit ist das nicht.

2016 hatte Novartis ihr zweites europäisches Antibiotika-Werk auf dem vormaligen Hoechst-Areal in Frankfurt an einen Investor veräussert, der es kurz darauf Pleite gehen liess. Seither deckt Europa den Bedarf an Cephalosporinen vollständig in Asien – hier geblieben sind nur noch die Penicilline. In den USA gibt es schon seit 15 Jahren keine Antibiotika-Produktion mehr.

Novartis-Angestellte wollen autarke Versorgung

«80 Prozent aller Antibiotikawirkstoffe kommen aus China und Indien», schreibt der europäische Betriebsrat der Novartis-Angestellten vor kurzem in einem Brief an verschiedene Abgeordnete des EU-Parlamentes in Strassburg.

Das Schreiben enthält eine eindringliche Warnung vor einer Versorgungskrise in der europäischen Infektionsbekämpfung: «Heute befinden wir uns in der grotesken Situation, dass ein Kaugummi in Europa mehr kostet als eine Antibiotikabehandlung. Einige Antibiotika sind so billig, dass sie kaum noch hergestellt werden.»

Der Brief stipuliert eine Reihe von Forderungen: Kennzeichnung der Herkunftsländer für Zwischenprodukte, Wirkstoffe und Fertigformen, Schaffung neuer Erstattungskriterien für Krankenkassen (etwa Verfügbarkeit), Etablierung einheitlicher, globaler Qualitäts- und Umweltstandards und nicht zuletzt die Entwicklung einer Strategie, die in Europa zur Herstellung neuer Antibiotika sowie zu einer autarken Versorgung führt.

Hohe Auflagen für die Produktion in Europa, nicht aber für die Importe

Zu den erfreuten Empfängern des Brandbriefes gehört der deutsche CDU-Politiker Peter Liese. «Der Betriebsrat von Novartis trifft mit seinen Forderungen jetzt bei allen Institutionen und nicht nur bei meiner Fraktion auf offene Ohren», sagt der Politiker, der seit 26 Jahren im Europaparlament sitzt und als gesundheitspolitischer Sprecher der grössten Fraktion, der Europäischen Volkspartei (EVP), eine gewichtige Stimme hat.

Bei den Ausschreibungen der Krankenkassen staatlicher Gesundheitsbehörden habe man bislang nur die Kosten der Produktion angeschaut und Aspekte wie die Versorgungssicherheit ausser Acht gelassen – beziehungsweise die Migration der Produktion mit regulatorischen Massnahmen sogar noch gefördert.

«Europa kennt hohe Auflagen für die Produktion, während die Auflagen für die Herstellung von Substanzen, die nach Europa geliefert werden, in Indien und China sehr gering sind. Dies muss sich ändern», sagt Liese.

Nie waren die Chancen grösser, dass diese Mahnungen erhört werden. Der Gesundheitsausschuss des Europaparlamentes verlangt «eine generelle Diversifizierung der Produktion». Künftig sollen für die Herstellung einer Ausgangssubstanz mindestens zwei Produktionsstätten zur Verfügung stehen, wovon eine in Europa sein muss.

Krankenkassen und die staatlichen Gesundheitssysteme sollen bei ihren Ausschreibungen nicht mehr nur den Preis berücksichtigen dürfen. Peter Liese spricht von einem «fraktionsübergreifenden Konsens.» Die Vorschläge seien kongruent mit den Prioritäten der deutschen Regierung, welche gerade die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Auch USA wollen heimische Produktion stärken

Auch in den USA sind ähnliche Bestrebungen im Gang. Ende Juni hat der Senat die Regierung zur Erstellung eines Berichtes aufgefordert, der die Abhängigkeit des Landes von ausländischen Medikamentenlieferanten untersuchen soll. Die Sympathien der Trump-Administration für eine Stärkung der einheimischen Produktion sind hinlänglich bekannt.

Die Corona-Pandemie hat das Klima angeheizt. Die Risiken von Versorgungslücken im Gesundheitssystem sind in den vergangenen Monaten nur allzu offensichtlich geworden. Während verschiedene Länder im Höhepunkt der Krise den Export von Masken und Beatmungsgeräten einschränkten, stoppte die indische Regierung zwischenzeitlich die Ausfuhren verschiedener Medikamente und Substanzen – vorwiegend Antibiotika.

Die chinesische Regierung liess im März ihre Macht als Weltapotheke mehr als deutlich aufblitzen, indem sie ihre eigene Nachrichtenagentur schreiben liess: Statt China als Urheber des Virus anzuprangern, sollten sich die USA für die Medikamentenlieferungen vielmehr bedanken.

Im Zug dieser Diskussionen hat die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Antibiotika-Produktion von Sandoz in Kundl schlagartig zugenommen. Entsprechend schnell reagierte die österreichische Regierung, als im Mai nicht zum ersten Mal wieder Gerüchte die Runde machten, Sandoz erwäge, die Produktion nach Asien zu verschieben.

Bundeskanzler Sebastian Kurz und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck reisten höchstpersönlich nach Kundl um sich mit der lokalen Sandoz-Spitze zu treffen. Die heimische Produktion sei ein Teil der «wirtschaftlichen Landesverteidigung», sagte Schramböck, weil gerade bei Penicillin und Antibiotika die Abhängigkeit ganz Europas von China «dramatisch hoch» sei.

Zwar dementierte Novartis die in den Medien kolportierte Schliessungsabsicht. Doch Österreich-Chef Michael Kocher liess in seinen Klagen über den enormen Preisdruck in Europa und die ungleichen Wettbewerbsbedingungen mit Asien (billigere Wirkstoffe, tiefere Löhne, geringere Umweltauflagen und der Zugang zu staatlichen Subventionen) dennoch ziemlich deutlich erkennen, dass der Pharmamulti wenig Lust verspürt, weiterhin die Rolle des Weissen Ritters in der europäischen Medikamentenversorgung zu spielen.

Tiroler Antibiotika-Werk wurde zu Symbol stilisiert

«Vergessen Sie nicht, dass wir mit der Generikatochter Sandoz der grösste Hersteller von Antibiotika sind.» Was Novartis-Chef Narasimhan im Mai unserem Journalisten und unseren Lesern in Erinnerung rief, hatte er möglicherweise selber schon fast vergessen.

Doch inzwischen hat die Politik das Tiroler Antibiotika-Werk von Sandoz zu einem Symbol stilisiert. In der Novartis-Zentrale nimmt man den Vorstoss aus dem eigenen Kreis derweil betont kühl zur Kenntnis.

So sagte ein Sprecher auf Anfrage: «Was Ihre Frage zur Initiative des Betriebsrats anbelangt: Diese ist uns bekannt. Wir nehmen die vom europäischen Betriebsrat der Novartis angesprochenen Punkte zur Kenntnis und werden uns zu diesem Thema direkt austauschen.»

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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 24.07.2020 16:28
    Highlight Highlight Mit den Antibiotika wird dermassen Schindluderei getrieben. Wenn das so weitergeht werden wir früher oder später eine Nachantibiotikazeit haben. So wie wir auch eine Vorantibiotikazeit hatten.
    Und was noch neu hergestellt wird, wird immer mehr Nebenwirkungen und Folgekrankheiten geben.
  • Cpt. Jeppesen 24.07.2020 15:49
    Highlight Highlight Antibiotika für den Preis eines Kaugummis, jammert der Novartis Chef. Also, es gibt verschiedenste Antibiotika und keines von denen kann ich für den Preis eines Kaugummis haben. Ich meine mich zu erinnern mindestens 16 Franken für 10 Tabletten gezahlt zu haben. Das sind 1.60 pro Portion. Wie viel kosten eine Portion Kaugummi?
    Dazu kommt, dass Antibiotika in grossen Mengen der Tiermast beigefügt werden, womit wir Konsumenten Stück für Stück resistent werden.
    Dabei vergessen alle Investoren, dass auch sie nur Menschen sind. Wenn das Antibiotika nicht mehr wirkt, betrifft auch sie, egal wie reich
  • De-Saint-Ex 24.07.2020 11:11
    Highlight Highlight Dass man die Pharma immer noch zum „Gesundheit“swesen dazuzählt ist nur noch ein Hohn.
    Gesellschaftliche Verantwortung? Völlige Fehlanzeige.

    Im September befinden wir darüber, wieviel noch rein soll. Wir sollten uns endlich mal überlegen, wieviel noch raus darf.
  • fools garden 24.07.2020 11:04
    Highlight Highlight Dieses winzige Virus deckt unsere globalisierten Schwächen echt schonungslos auf, ob wir denn auch in der Lage sind daraus zu Lernen...
  • TJ Müller 24.07.2020 11:01
    Highlight Highlight Schon Lustig, wie eigentlich alle derselben Meinung sind. Jedoch merken viel zu wenige Menschen, dass die Ursache all dies Probleme in unserem Wirtschaftssystem liegt, offensichtlich funktioniert die "unsichtbare Hand des freien Marktes" eben doch nicht für die normalen Bürger, wie uns die Kapitalisten seit langer Zeit weiss machen wollen. Also, eigentlich funktioniert er schon, einfach nur für die besitzende Klasse. Eine Alternative zum jetzigen System wird dann aber ganz schnell klein geredet, das Indoktrinieren über Jahrzehnte hat wohl funktioniert. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt!
    • El Ninio 24.07.2020 14:51
      Highlight Highlight Wenn deine Lösung Kommunismus heisst. Ist dir mein Mitleid auf sicher.
      Und noch ein paar Schlagwörter.
      Sowjetunion Nordkorea Vietkong Kuba
      Die Roten Khmer Venezuela China
    • TJ Müller 25.07.2020 01:25
      Highlight Highlight Schön, dass du mein Punkt bestätigst, die Indoktrination über Jahrzehnte hat funktioniert, dir fällt nur eine Alternative ein, Kommunismus.
  • Platon 24.07.2020 11:00
    Highlight Highlight Dazu und zu den explodierenden Gesundheitskosten gäbe es eine ganz simple Lösung: Baut die Patentrechte ab! Novartis und cò haben dank goldener Patentrechte überhaupt kein Interesse mehr daran einfach Medikamente zu produzieren. Dafür forschen sie dann an Spezialmedikamenten, die in ihrem Preis dann jegliche Verhältnismässigkeit sprengen. Bezahlen müssen wir den Wahnsinn aber trotzdem, da ja absolut jeder die beste Gesundheitsversorgung will. Schwächt das Patentrecht und die Anreize werden geschwächt nur noch Spezialmedikamente zu produzieren.
    • Stambuoch 24.07.2020 12:15
      Highlight Highlight Je schwächer die Patentrechte, umso geringer der Anreiz für Forschung.
      Und ohne Forschung keine Weiterentwicklung der Medizin.
      Ich halte dies nicht unbedingt für zielführend.
      Die Schuld für diese Auslagerungen tragen wir alle. Man versucht nur bei den Medikamentenpreisen zu schrauben. Dass dann Medikamente dann dadurch vom CH-Markt verschwinden, da nicht mehr kostendeckend produzierbar, wie damals der Kinder-Antibiotikasirup Nopil, sollte uns zu Denken geben. Wir und mit uns die Politik provoziert diese Verlagerung geradezu.
    • Alnothur 24.07.2020 13:12
      Highlight Highlight Warum sollten sie auch einfach Medikamente produzieren, hier in Europa, wo sie all diese Auflagen zu erfüllen haben? Ist doch einfach nur dumm, das zu machen. Denn man wird dann ja doch von der Flut an Importmedikamenten aus Asien vom Markt gedrängt, da diese all diese Auflagen nicht erfüllen müssen und tiefere Löhne bezahlen.
      Das wäre mir auch zu blöd.
    • Platon 25.07.2020 14:57
      Highlight Highlight @Stambuoch
      Die Frage ist, wonach geforscht wird. Wenn du das Gefühl hast heute würde hauptsächlich für Medikamente geforscht, die du einmal in deinem Leben brauchen wirst täuschst du dich gewaltig. Die Patente und unser Gesundheitssystem, das für alles aufkommt, führt dazu, dass hauptsächlich noch für Spezialmedikamente geforscht wird, die kaum jemand braucht, aber die horrend teuer sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blues 24.07.2020 10:39
    Highlight Highlight Was sagte der Apotheker im TV:
    "ein Hersteller verlangt für ein Medikament 100Fr, dann lauft das Patent ab und dann kommt ein Generika Hersteller und macht es für 50Fr, dann einer für 25Fr, dann einer für 2Fr".
    Was denkt ihr wo das hergestellt wird für 2 Fr?
    In der: Schweiz oder China oder Bangladesch.

    Anmerkung: für uns ist aber viel wichtiger, dass wir für 6-7 Milliarden Kampfflugzeuge kaufen!!
    • The Destiny // Team Telegram 24.07.2020 12:27
      Highlight Highlight Für den letzten Absatz gibt's einen Blitz. Subventionen für die Bauern möcht man ja auch nicht haben...
  • formi50+ 24.07.2020 10:37
    Highlight Highlight Mit so vielen Menschen wird die Welt mit um die 200 Ländern nicht überleben. Eigentlich sollte es nur pro Kontinent eine Regierung geben. So wie heute wird das nicht mehr lange funktionieren können
  • Thomas Oetjen 24.07.2020 10:35
    Highlight Highlight Dass sonst «alle» Antibiotika in Indien und China produziert werden sollte uns kein Kopfzerbrechen bereiten? Nicht nur wegen der verlagerten Abhängigkeit. Auch weil CH-Firmen nur noch aus Rentabilitätsgründen Medikamente herstellen.
    Könnte ja auch sein, dass eine globale Pandemie ausbricht und die Globalität plötzlich nicht mehr funktioniert.
  • Quacksalber 24.07.2020 09:23
    Highlight Highlight Solange auch kleinste Unfälle mit Chemikalien zu Aufschrei und Gerichtsverfahren führen (siehe Chemiefirmen im Raum Basel) sehe ich da schwarz.
  • Posersalami 24.07.2020 09:23
    Highlight Highlight Es bräuchte mMn. eine Ausschreibung der EU (inkl CH!) um ALLE wichtigen Medikamente wieder in Europa herstellen zu können. Mindestens so viel, das eine Grundversorgung gewährleistet werden kann und das Know How wieder aufgebaut wird. Selbstverständlich über die GANZE Wertschöpfungskette.

    Ja, dann kostet die Ibu halt etwas mehr - so what.
    • Hoci 24.07.2020 12:03
      Highlight Highlight Es werden eh dank Propaganda via Aerzte usw. Zu viel Medikamente geschluckt. Wenn man nicht echte Probleme hat, also nur Erkältung, gut verlaufende Grippe sollte man zuhause im Bett bleiben und Hausmittelchen nehmen. Das ist die mit Abstand gesündeste Variante und insgesamt ist man genauso Leistungsfähig. 1 2 Tage krank aber dann fit bringt mehr wie x Tage Seuchen.Niere und Leber zu schädigen.
  • Hoci 24.07.2020 09:21
    Highlight Highlight Ein wichtiges Thema. Wobei Asien gross ist und China und Indien kaum was gemein haben.
    Allerdings gibt es seit längerem und vor corona Probleme mit Medikamenten- und ein paar Tote deswegen.
    Zumindest kontinentale Autonomie sollte gewärleistet sein und alles zumindest mit zwei grossen Produktionen suf zwei Kontinenten.
    Die Welt muss anfangen globaler zu denken und eben auch die Versorgungssicherheit für Medikamente und Nahrungsmittel sicherstellen, redundant und Katastrophensicher. Sonst gibts bei der kleinsten echten Katastfophe, grösser als Corona, zb 3. Echter Weltkrieg massenhaft Tote.
  • ostpol76 24.07.2020 09:13
    Highlight Highlight "Rund um Fabriken in Indien, wo fast alle großen Pharmakonzerne produzieren lassen, sind große Mengen an Antibiotika in der Umwelt. So entstehen gefährliche, resistente Erreger, die sich global ausbreiten."

    Sehr empfehlenswerte Doku/Bericht.:
    https://www.tagesschau.de/ausland/antibiotika-113.html

  • Mäni99 24.07.2020 09:08
    Highlight Highlight Es ist ja schon lange absehbar, dass China sehr diskret alles an dich reisst. Der Westen ist demnächst total von China abhängig. Medikamente, Solarzellen, etc. Demnächst kommt die Kommunikation ( mit 5G und Huawai ), mit der neuen Seidenstrasse der internationale Transport und wir im Westen träumen ( wir konnten ja nicht mal Masken herstellen ) ....
    • Alnothur 24.07.2020 13:58
      Highlight Highlight Diskret? Eher wie der Elefant im Porzellanladen. Aber der Rest der Welt schaut halt einfach untätig zu.
  • skisandtrail 24.07.2020 08:43
    Highlight Highlight Wenn man Möbel, Smartphones, Medikamente usw alles aus Asien liefern lässt, dann darf man sich nicht wundern, wenn hier Arbeitsplätze (uvm) verloren gehen. Dito Lebensmittel: Bio fordern, keine Pestizide usw, denken, dass wir damit die Lebensmittelsicherheit weiterhin gewährleisten können - natürlich zum gleichen Preis. Aber das Billigprodukt aus Deutschland (mit Glyphosat) kaufen.
    Der Grundsatz, ob Nachfrage das Angebot bestimmt oder andersrum, stelle ich immer mehr in Frage. Angebote gibts genügend - aus Nischen können Märkte werden. Der Konsument wählt trotzdem das "günstigere".
    • Schlüsselblüemli 24.07.2020 09:16
      Highlight Highlight Der Zugang zum "fair produzierten" / "richtigen" Produkt wird einem, vor allem der breiten Masse, sehr erschwert (ausser man setzt sich gut damit auseinander). Leider!
    • Nate Smith 24.07.2020 09:39
      Highlight Highlight Ein Patient ist kein Konsument. Dies ist der kleiner Unterschied.
    • speedy_86 24.07.2020 09:41
      Highlight Highlight Ich wähle oftmals Produkte die Bio, Aus der Region, Demeter etc. sind...ich kann mir das knapp leisten, andere definitiv nicht.

      Nicht zu vergessen ist, dass ein Einkommen, welches vor 20 Jahren auch für einen Immobilienkauf und zwei Autos reichte, heute knapp für die Wohnungsmiete und ein Auto ausreicht.

      Das Hauptproblem ist, dass wir zu einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft verkommen sind.
      Alles muss immer neu und gut sein, ein Handy nach einem, maximal zwei Jahren ersetzt, das Auto nach 4 Jahren eingetauscht...und man will nicht den Preis zahlen den es früher zu zahlen galt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nate Smith 24.07.2020 08:37
    Highlight Highlight Es ist ja nicht so, dass man die Werke in Europa nicht rentabel betreiben könnte. Viele Basischemiewerke laufen seit Jahrzehnten sehr gut eingespielt, automatisiert und mit minimalem Personaleinsatz. Es kostet einfach ein bisschen mehr und drückt auf die Marge. Für die nationale Sicherheit wären eigene Chemiewerke die essentielle Arzneistoffe herstellen jedenfalls wichtiger als Kampfjets. Wenn's die Privatwirtschaft nicht auf die Reihe kriegt könnte ich mir auch vorstellen ein staatliches europäisches Unternehmen zu gründen dass dies tut. Bei Grundlagenforschung tut man dies ja schon lange.
    • SeboZh 24.07.2020 10:16
      Highlight Highlight Was wollen sie nun gründen ein staatliches oder europäisches Unternehmen? Wenn man ja den aktuelle EU Gipfel anschaut ist eine nationale Lösung wahrscheinlicher
    • Nate Smith 24.07.2020 11:32
      Highlight Highlight Sowas wie das CERN für die Forschung mit Produktion in verschiedenen Ländern. Jedes Land für sich macht in der Produktion null sinn.
    • The Destiny // Team Telegram 24.07.2020 12:30
      Highlight Highlight Der billige schlag gegen die Kampfjets ist fehl am Platz.
  • Turi 24.07.2020 08:32
    Highlight Highlight Grenzen und Protektion, das ist ja in den Augen der meisten Politiker von links bis rechts ein Schimpfwort, ein Tabu.
    Aber die Realität ist meist etwas weniger paradiesisch als die Ideologien die wir täglich an den Kopf geworfen bekommen. Willkommen auf dem Boden der Tatsachen.
  • KBL SLT 24.07.2020 08:24
    Highlight Highlight .."dass ein Kaugummi in Europa mehr kostet als eine Antibiotikabehandlung" Ehhhmm, das kenne ich so aber nicht..
    However, solange wir nicht richtig unter die Räder kommen, gewinnt nunmal der ungebremste Kapitalismus und die Produktion bleibt in Asien. Ausser natürlich man schiesst Steuergelder den Firmen ein, damit haben wir ja mittlerweile viel Erfahrung... Wetten die einen spekulieren schon drauf oder haben sich dahingehend Gedanken gemacht.
    • skisandtrail 24.07.2020 08:37
      Highlight Highlight Die Behandlung wohl nicht, gemeint war eher das Medikament selbst.
    • Neruda 24.07.2020 09:41
      Highlight Highlight In der Schweiz natürlich nicht! Da bezahlt man für die 30er Packung Cetallerg von Sandoz 20 Fr. In Schweden für das genau gleiche Produkt mit anderem Namen 1,80 Fr. Vielleicht kostet da das Antibiotika auch weniger als ein Kaugummi.
    • Stambuoch 24.07.2020 12:19
      Highlight Highlight Cetallerg ist kein Antibiotikum btw...sondern ein Anti-Allergikum...
      ...und genau dieses nach dem günstigsten Preis fordern, fördert ja die Abwanderung der Produktion nach Asien. Neruda, sie zeigen exemplarisch, wie wir selber Schuld sind an dieser Miesere und wie viele im Bereich Medizin/Pharmazie absolut keine Ahnung haben, von was sie sprechen.
  • MeinAluhutBrennt 24.07.2020 08:19
    Highlight Highlight Und gleichzeitig gibt KFC bekannt dass sie nun mittels 3D Drucker Chickennuggets herstellen, selbstverständlich aus Labor gezüchtetem Fleisch.

    Wer den Dokumentar-Film "Idiocracy" nicht kennt, bitte unbedingt angucken.
    • Willi Schweizer 24.07.2020 08:40
      Highlight Highlight Lieber Laborfleisch als Hühner killen
    • MeinAluhutBrennt 24.07.2020 11:20
      Highlight Highlight Für dich haben wir auch was lieber Willi: Soylent Green! xD
    • El Ninio 24.07.2020 14:17
      Highlight Highlight Dokumentarfilm😂😂😂 zu geil so habe ich den Film noch nie gesehen. Ich dachte eher es sei ein Blick in die Kristallkugel (Zukunft)
      Aber hat schon was
  • Walter Sahli 24.07.2020 07:57
    Highlight Highlight Auch Novartis und Sandoz verdienen mit ihren Rheuma-Medikamenten ein derartiges Schweinegeld, dass ein bisschen Querfinanzierung durchaus zumutbar ist. Sie können's ja als Sponsoring abbuchen. Mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen!
    • Völkerrechtler 24.07.2020 08:51
      Highlight Highlight Warum sollen eigentlich nur die Chemiekonzerne unrentable Medikamente quersubventionieren oder Gratismedikamente verteilen, während der erfolgreiche Unternehmer aus einer anderen Branche sich in keinster Weise daran beteiligen muss und seine Gewinne einsteckt?

      Grundsätzlich sollten alle sich nach ihrer Leistungsfähigkeit über eine progressive Besteuerung von Einkommen und Gewinn an den Kosten einer besseren Welt beteiligen müssen. Natürlich auch (aber eben nicht nur) die Grosskonzerne einer bestimmten Branche!
    • Walter Sahli 24.07.2020 10:15
      Highlight Highlight Die Grosskonzerne dieser bestimmten Branche verdienen mit gewissen Produkten so unglaublich viel, wie sonst niemand. Sie stehen also auf einer ganz anderen Stufe als andere Unternehmen.
      Und die Pharma druckt notabene ihr Geld nicht selber, sondern sie kriegt es von der Bevölkerung über Steuern und KK-Prämien, die jedes Jahr ansteigen.
    • eddie_c 24.07.2020 11:29
      Highlight Highlight @Völkerrechtler

      Richtig. Gleiche Regeln für Alle, keine Bevorzugung oder Benachteiligung bestimmter Branchen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • GraveDigger 24.07.2020 07:52
    Highlight Highlight Viele Jahre ist es her als ich als Tontechniker für einen grossen Pharmakonzern die Generalversammlung miterleben durfte. Es wurde offen darüber frohlockt wie viel mehr das an Gewinn eingestrichen werden kann durch die Produktion in Indien. Die Aktionäre haben frenetisch geklatscht "Hurra! Mehr Dividende!"
    Für unsere Gesundheit und deren Gewinn werden ganze Städte vergiftet. Resistenzen für gefährliche Krankheiten gebildet da der Dreck einfach in den nächsten Fluss gekippt wird. Wir machen uns hier sorgen um unsere Gesundheit, für die andere mit ihrem Leben bezahlen werden.
    • Leisure- Goth 24.07.2020 10:33
      Highlight Highlight Fast das Selbe, auch als Tontechniker, bei eimem Manager-meeting von Roche erlebt. Erst wurde ein New Yorker hoch gejubelt wie ein Rockstar. Bei der Präsentation sprach er dann offen darüber, dass es nicht darum geht Medikamente welche möglichst vielen nutzen zu entwickeln, sonder welche die am meisten Geld einbringen.
    • i schwörs 25.07.2020 10:50
      Highlight Highlight So ist es. Und da wäre es doch interessant, wenn zB ein Inder das hiesige Unternehmen anklagen könnte, wenn es in Indien gegen hiesige Gesetze verstösst, zB in Sachen Umweltauflagen. Es sollte eben nicht nur eine globalisierte Gewinnoptimierung möglich sein, sondern eine ebenso globalisierte Verantwortlichkeit damit verbunden sein. Dies fehlt zur Zeit. Die KVI wäre meiner Meinung nach ein Ansatz dazu, und man sieht, wie dagegen Sturm gelaufen wird: scheint also ein sehr effektives Mittel zu sein gegen diese Gewinnoptimierung durch Auslagerung.
  • In vino veritas 24.07.2020 07:38
    Highlight Highlight Endlich bekommt dieses sträflich vernachlässigte Thema mehr Beachtung. Wir müssen wieder die Mehrzal an Medikamenten (und Güter!) wieder in Europa produziern und besonders die Forschung fördern. Es geht nicht an, dass alles ausgelagert wird und keine neue Antibiotika erforscht werden. Was sich bezüglich Antibiotikaresistenz in Indien abspielt lässt einem die Haare zu Berge stehen. China hat während der Coronakriese nur kurz azfgemuckt, und schon hatten wir ein Problem. Ich möchte nicht erleben, was passiert wenn China den Westen einfach nicht beliefern will.
  • D(r)ummer 24.07.2020 07:18
    Highlight Highlight Und wie gedenkt man nun, Novartis in Österreich zu halten?

    Subventionen, bei den Löhnen ein Auge zudrücken oder beides?
    • benn 24.07.2020 08:07
      Highlight Highlight Na ja auf die margen wird novartis nicht verzichten also werden wir konsumenten und steuerzahler und die schweizer noch etwas mehr bezahlen müssen, so einfach! Durch die abhängigkeit haben die grosskonzerne den steuerzahler und durch lobbyisten sowie nebeneinkünfte die politiker in der zange und sie werden uns ausbluten!
    • Firefly 24.07.2020 08:41
      Highlight Highlight @benn Dann müssen wir halt die Abhängigkeit lösen und auch mal etwas zurückstecken dafür Freiheit und Autonomie gewinnen.
    • Tschowanni 24.07.2020 08:46
      Highlight Highlight Es ist auch Novartis die auf die Margen nicht verzichten werden. Die steht aber unter dem Druck der Aktionäre, die möglichst hohe Dividenden wollen und den Marktwert des Unternehmens steiged bevorzugen. Ein Kreislauf der uns irgendwann zum Verhängnis wird
    Weitere Antworten anzeigen
  • Freethinker 24.07.2020 06:53
    Highlight Highlight Das klingt doch gut. Es muss generell aufhören, dass man nur noch in Asien produziert. Es ist grotesk, dass man etwas Vollautomatisiertes wie eine Maskenproduktion doch lieber in China macht. Transportieren ist schlicht zu günstig.
    • Henzo 24.07.2020 07:06
      Highlight Highlight Eine Sache darf man auch nicht vergessen: je giftiger/umweltschädlicher ein chemischer Rohstoff ist, desto eher word dieser in Indien produziert. Es kümmert da weniger, wenn es zu einem Unfall kommt und die behördlichen Vorgaben sind VIEL lockerer.

      Antibiotika gehören zu den heiklen APIs (Wirkstoffe) und die will eigentlich niemand bei sich vor Ort produziert haben.
    • Firefly 24.07.2020 08:45
      Highlight Highlight @Henzo schlussendlich leben wir alle auf der gleichen Erde. Je heikler also eine Produktion ist, umso eher sollte dort produziert werden, wo Infrastruktur, Sicherheit und Umweltreglemente vorherrschen.

      Andererseits zertört man vorsätzlich Lebensgrundlage und Natur. Dies gehört bestraft.

      Konzernverantwortung!
    • Henzo 24.07.2020 14:16
      Highlight Highlight Klar aber das Problem: Ich habe eine firma die alles super high tech hat und alle vorgaben einhält. Da niemand wirklich diese Chemikalien produzieren will, muss ich die Leute mit hohen Löhnen ködern. In Indien gibt es Firmen die die örtlichen Gesetze einhalten. Diese sind aber sehr lasch. Obwohl die chemikalien genau so giftig sind und man schlechtes Schutzequipment hat, hat man keine Probleme Personal zu finden - einfach so füllt sich der Magen nicht.

      Da ich so hohe kosten hab, ist mein Produkt in der Herstellung 30 mal teurer als das indische. Nun rate wer huerst bankrott geht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domimar 24.07.2020 06:38
    Highlight Highlight Tja, willkommen in der heutigen Welt. Gewinnoptimierung (dazu gehört die ganze Palette von Personalkosten, bis zu Steuerkosten) mittels Globalisierung ist man nun an einem Punkt, an dem man sich fragen muss, geht überhaupt noch mehr? Was alles auf der Strecke bleibt ist klar. Angefangen bei Umwelt über Moral und Ethik bis hin zur Menschlichkeit. Wie kann das Ganze bekämpft werden? Lokale Produktion. Sicherung der lokalen Produktion. Es gibt ein Wort, dass dies beschreibt: Protektionismus. Nur wird das auch nicht so gerne gesehen. Wir fahren sehenden Auges voll an die Wand.
    • Die_andere_Perspektive 24.07.2020 07:03
      Highlight Highlight Dann machen wir zumindest das, was wir am besten können 🤷‍♂️ (Zynismus)
    • Wellenrit 24.07.2020 07:09
      Highlight Highlight Nunnja die würden lieber mal im kader spahren und mehr praxisorientiert arbeiten! Unter diesen komplizierten regeln welche nie hinterfragt werden dürfen kann man kaum gewinn orientiert arbeiten! Auf jedenfall sollte die medikamentenproduktion mehr ins staatliche warum nicht eine art europäische medikamenten genossenschaft!
    • huiuiui 24.07.2020 08:57
      Highlight Highlight Ich denke es ist praktikabel, für Importware die selben Standarts zu verlangen. Also nur für Ware die in Europa verkauft wird. Könnte sich USA und Europa diesbezüglich einig werden, würde das viel mehr bringe als bspw. Das Modell der Konzernverantwortungsinitiative.
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