Schweiz
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Schweizer Staatssekretär für Migration pocht auf Schutz der Flüchtlinge in Griechenland



Mario Gattiker, Direktor SEM, spricht im Staatssekretariat für Migration zum Bericht des Bundesrats zur vorlaeufigen Aufnahme von Asylsuchenden, am Freitag, 14. Oktober 2016 in Bern. Der Bundesrat hat am 12. Oktober 2016 den Bericht

Mario Gattiker Bild: KEYSTONE

Mario Gattiker, Staatssekretär für Migration, plädiert angesichts der Lage in Griechenland für Sofortmassnahmen. Dies sagte er am Mittwoch kurz vor Beginn des Sondertreffens der EU-Innenminister in Brüssel. Neben dem Schutz der EU-Aussengrenze diskutieren die Minister auch über mögliche Hilfe für Griechenland.

Für die Schweiz sei der Schutz der Schengen-Aussengrenze wichtig, sagte der Staatssekretär weiter. Doch befänden wir uns am Rande eines Krisengebiets, und da sei auch «der Schutz der Flüchtlinge» wichtig. Man müsse «beiden Seiten Rechnung tragen».

Denn Griechenland hatte angesichts der vielen Flüchtlingen und Migranten aus der Türkei bekanntgegeben, die Asylverfahren für neue illegal Eingereiste für einen Monat auszusetzen. Ausserdem wird von Schüssen an der griechisch-türkischen Grenze auf Migranten berichtet.

Schweiz bereit für Minderjährige

Unabhängig der neusten Entwicklungen in Griechenland hatte die Schweiz schon vor längerer Zeit reagiert und Athen Hilfe bei der Aufnahme der vielen Flüchtlingen angeboten - etwa mit Betten und Zelten, aber auch mit Personal.

Im Januar wurde bekannt, dass sich die Schweiz ausserdem bereit erklärt hat, unbegleiteter Minderjähriger aus Griechenland zu übernehmen, die einen Familienbezug in die Schweiz haben. Laut Gattiker wurden aber bis jetzt noch keine Dossiers von minderjährigen Flüchtlingen von Athen nach Bern übermittelt.

Erinnerungen an 2015

Als Schengen/Dublin-Land beteiligt sich die Schweiz auch an der Grenzschutzbehörde Frontex und am EU-Unterstützungsbüro für Asylfragen EASO.

Bei beiden sind im Moment keine Schweizer im Einsatz. Doch die entsprechenden Stellen prüften die Entsendung von Mitarbeitenden, sagte der Staatssekretär weiter.

Die aktuelle Situation an der griechisch-türkischen Grenze schürt Ängste in Europa, dass sich Ähnliches ereignen könnte wie 2015, als sich mehrere hunderttausend Flüchtlinge durch Europa auf den Weg machten. Darauf angesprochen meinte Gattiker, wir seien zwar am Beginn einer möglichen Krise, aber es sei noch zu früh, darüber zu spekulieren, ob eine ähnliche Entwicklung wie damals stattfinde. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • De-Saint-Ex 04.03.2020 23:07
    Highlight Highlight Eins ist schon mal ganz sicher... die Faschisten hierzulande haben wieder mal Hochkunjunktur. Und ihre Antwort darauf wird sein... keine Flüchtlinge, keine Faschisten. Ist das zum 🤮...
  • 044 508 39 39 het sie gseit 04.03.2020 22:28
    Highlight Highlight Österreich werde aber keine Menschen aufnehmen, so Kurz am Mittwoch. „Unsere Linie als Bundesregierung ist klar, nämlich keine zusätzliche freiwillige Aufnahme in Österreich“

    So etwas würde ich mir auch von den Schweizer Behörden mal wünschen.

    Herr Gatiker !
    • Avalon 05.03.2020 08:55
      Highlight Highlight Kurz ist ein arroganter, skrupelloser Machtmensch 🤑 und beileibe kein Beispiel zu folgen...
      Alle Menschen haben ein Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit. Flüchtlinge haben ein Recht darauf, dass man sie human und gemäss Genfer Konvention behandelt.
      Was zur Zeit in Griechenland nicht nicht passiert und himmelschreiend traurig ist!
  • 044 508 39 39 het sie gseit 04.03.2020 21:32
    Highlight Highlight Gatiker muss weg!
  • Mooncat 04.03.2020 20:13
    Highlight Highlight Es ist eine Schande, was da an den Grenzen Europas passiert, und die Schweiz kann sich da nicht aus der Verantwortung ziehen mit ihrer harten Asylpolitik.
    Aber wenigstens erinnert sie sich noch daran, dass es auf beiden Seiten immer noch Menschen sind, viele mit Kindern oder junge Menschen, die allein unterwegs sind.
    Wirklich traurig ist die Unmenschlichkeit, die sich jetzt schon hier in den Kommentaren zeigt.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 04.03.2020 20:33
      Highlight Highlight Mooncat
      Nein, ich denke es hat nichts mit Unmenschlichkeit zu tun.
      Viele Leite übernehmen halt Verantwortung über ihre Gefühle und denke mit.
      Jeder der das tut, kommt zum Schluss, dass dieses zahllose und überhastete Aufnehmen von Leuten aus aller Herren Länder nichts Gutes ist.
    • äti 04.03.2020 22:01
      Highlight Highlight Die Schweiz ist das Eldorado für Rechtsextremismus. Sieht man auch immer an Kommentaren und deren Benotung.
  • Carlo Ranoldi 04.03.2020 19:42
    Highlight Highlight Mario Gattiker und Jair Bolsonaro - bei der Geburt getrennt..
    • Wasmanvonhieraussehenkann 05.03.2020 09:36
      Highlight Highlight Hab ich mir auch gedacht.
      Optisch nahe, politisch und charakterlich zum Glück weit auseinander
  • Triple A 04.03.2020 18:57
    Highlight Highlight Flüchtlinge? Wir schaffen das!
  • 044 508 39 39 het sie gseit 04.03.2020 18:56
    Highlight Highlight Es ist halt immer noch derselbe Gattiket, der schon unter Sommaruga waltete.

    Ich dachte nicht, dass ihn Keller Suttter behalten würde.

    Vielleicht sollte man nachdenken, wie die CH helfen könnte die Aussengrenze zu sichern, anstatt jetzt schon wieder Leute aufnehmen zu wollen.
    • Mooncat 04.03.2020 19:59
      Highlight Highlight Die Schweiz hilft ja. Finanziell, technisch und personell (Einsatz unserer Leute in Frontex). Da sieht man mal wieder, wie beunruhigend schlecht Herr und Frau Schweizer generell informiert sind.
    • äti 04.03.2020 22:06
      Highlight Highlight 044, vielleicht sollte man nachdenken, wie das Problem grundsätzlich gelöst werden kann. Anstatt es lauthals zu bewirtschaften zum simplen Eigennutz.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 04.03.2020 18:50
    Highlight Highlight Könnte er nicht einfach still sein? Die Schweiz ist nicht mal in der EU!
    • Mooncat 04.03.2020 21:30
      Highlight Highlight Aber sie ist in Schengen. Somit ist es auch unsere Aussengrenze.
      Abgesehen davon: Griechenland - Italien - Schweiz. Kommen sie nach Griechenland, ist es nicht weit hergeholt, dass sie es allzu bald auch bis zur Schweiz schaffen.
      Sprich: Es geht uns definitiv was an!
    • äti 04.03.2020 22:07
      Highlight Highlight Wäre er still, würds auch nicht passen.

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