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Sie flirten lieber offline, finden Parteien langweilig und sorgen sich um den Ausländer-Anteil: So ticken jungen Schweizer



Models take a selfie backstage before the Guy Laroche Spring/Summer 2016 women's ready-to-wear fashion show during Paris Fashion Week, France, September 30, 2015. REUTERS/Benoit Tessier

Bild: BENOIT TESSIER/REUTERS

Nicht nur digital unterwegs

Für über 85 Prozent der Schweizer «Digital Natives» spielt das Internet eine wichtige oder gar eine unverzichtbare Rolle. Bei der Generation, die mit der digitalen Welt aufgewachsen ist, prägt das Internet aber nicht alle Lebensbereiche im gleichen Masse.

In der Schweiz dominiert die Online-Abwicklung lediglich in drei Bereichen mehrheitlich: Beim Produktvergleich, der Stellensuche und beim Zahlungsverkehr ziehen knappe Mehrheiten eine Online-Lösung vor.

CS-Jugendbarometer

Für die CS-Studie «Willkommen bei den Digital Natives» wurden zwischen April und Juni 2015 je 1000 16- bis 25-Jährige in der Schweiz, in den USA, in Brasilien und in Singapur befragt. Dabei wurden diesmal speziell Fragen zur Digitalisierung gestellt.

24 Prozent der Befragten wickeln jedoch den Zahlungsverkehr nach wie vor lieber am Bank- oder Postschalter ab. Wenn es um Anleitungen oder Lernen geht, beurteilt ein Drittel beide Kanäle als gleichwertig, 43 Prozent ziehen eine Online-Lernlösung vor.

Datenschutz ist wichtig

Für über 78% ist klar, dass sie sich im Internet selber schützen müssen. 69% wünschen sich aber auch, dass der Staat hier eine bedeutendere Rolle einnehmen würde.

WhatsApp statt Facebook

Das soziale Netzwerk spielt bei allen digitalen Themen eine zentrale Rolle – mehr als die Hälfte der Befragten finden gar, Facebook verändere die Welt. Doch nur gerade 5 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz gaben an, Facebook sei ihre wichtigste Informationsquelle. Dominierend sei WhatsApp.

Facebook als Newsquelle

epa04901364 (FILE) A file picture dated 28 November 2013 shows a man using the social networking site Facebook on his phone at a cafe in Hanoi, Vietnam. More than one billion people logged into the social media network Facebook in one day, marking a new record for the company, said Facebook co-founder and chief executive Mark Zuckerberg on 27 August 2015. The 31-year-old entrepreneur said the milestone was the 'beginning of connecting the whole world,' according to a message on his Facebook site.  EPA/LUONG THAI LINH

Bild: LUONG THAI LINH/EPA/KEYSTONE

Facebook hat dafür eine andere Funktion übernommen: 27% der Befragten aus Singapur, 22% aus den USA, 17% aus Brasilien und 5% aus der Schweiz geben an, Facebook sei ihre wichtigste Informationsquelle. Somit ist Facebook für diese Generation ein wichtigeres Nachrichtenmedium als News-Apps, Radio, TV oder Zeitungen.

YouTube statt Fernsehen

Im Jugendbarometer liess sich der Leserschwund von Bezahlzeitungen schon früh erkennen; nun deutet sich an, dass dem Fernsehen ein ähnliches Schicksal drohen könnte: Sogar im TV-Land USA ist das Fernsehen erstmals nicht mehr unter den Top 3 der Dinge, die angesagt sind.

In der Schweiz ist die Popularität des Fernsehens innert fünf Jahren von 80% auf 62% gesunken. Parallel dazu verläuft der Aufstieg der Videoplattform YouTube, die in allen vier untersuchten Ländern als in gilt. Interessanterweise ist das Radio konstant beliebt, zumindest in der Schweiz.

Drogen, Politik und Religion sind out

epa04845265 A handout photo released on 13 July 2015 by the Prosecutor General of the Republic's (PGR) office shows the entrance to tunnel that Mexican Drug lord Joaquin 'Chapo' Guzman used to escape from high security prison 'Altiplano I', in Almoloya de Juarez, Mexico, 12 July 2015. Joaquin 'Chapo' Guzman, considered one of Mexico's most powerful drug lords, made his second escape from a high-security prison using a series of tunnels, Mexican authorities confirmed 12 July. Guzman left his cell through a tunnel that started in his shower in the central Mexican Altiplano prison in the town of Almoloya de Juarez on 11 July evening. The tunnel, which had lighting, ventilation systems and rails that Guzman's men purportedly used to remove the rubble as they worked, led to an empty building about 1.5 kilometres away, officials said.  EPA/MEXICAN PROSECUTOR OFFICE / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/EFE / MEXICAN PROSECUTOR OFFICE

Als unattraktiv in allen vier Ländern gelten Drogen und Rauchen sowie politische Parteien und Religionen. Zudem sind veraltete Internetplattformen wie Myspace und Orkut (mittlerweile nicht mehr in Betrieb) bei den Jugendlichen unbeliebt.

Work-Life-Balance soll stimmen

Diese Generation möchte ein bisschen von allem: Selbstverwirklichung und Arbeit, die erfüllend ist und den eigenen Talenten entspricht. Die Work-Life-Balance soll stimmen und man will viele verschiedene Dinge ausprobieren. Dann erst folgt das, was Vater und Mutter vielleicht eher hören möchten – Karriere machen und mehr Wohlstand als die eigenen Eltern erreichen. Bezeichnenderweise werden diese zwei letzten Punkte vor allem in dem Land genannt, welches das tiefste Pro-Kopf-Einkommen aufweist: Brasilien. In der Schweiz hingegen stehen solche Ziele eher im Hintergrund.

«Die Medien» sind angesagt

visuals app watson logo corporate

Bild:

In welchen Branchen wären die Jugendlichen am liebsten angestellt?

  1. Medien
  2. Tourismus
  3. Bildungswesen
  4. Telekommunikation
  5. Gesundheitswesen
  6. Banken

Jedoch hat eine grosse Anzahl der Befragten in allen Ländern die Erfahrung gemacht, dass weibliche Arbeitskräfte benachteiligt werden. Und nirgendwo ist die Zustimmung zu dieser Aussage so hoch wie in der Schweiz (57%).

Rosige Zukunft

Die befragten Jugendlichen blicken optimistisch nach vorne. In der Schweiz hat die Zuversicht seit 2010 Jahr für Jahr zugenommen, heute sind 64% optimistisch. So hohe Werte erreicht kein anderes Land.

Sorgen mit Ausländern

Zugenommen haben dagegen die Sorgen rund um Ausländer und insbesondere um Flüchtlinge. 51 Prozent der Jugendlichen finden, Ausländer stellten das grösste Problem des Landes dar. 2010 waren es noch 44 Prozent, die diese Meinung vertraten. Die Asylzahlen und das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer beschäftigten deutlich mehr junge Menschen in der Schweiz. Das Verhältnis von jungen Schweizern und jungen Ausländern werde von Jugendlichen verbreitet als angespannt wahrgenommen, obwohl die meisten von ihnen Ausländer im eigenen Freundeskreis hätten.

(egg/sda)

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