DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Strafbefehl gegen diensthabenden Arzt in Luzerner Klinik St. Urban



Die Staatsanwaltschaft Luzern hat gegen einen Arzt der psychiatrischen Klinik St. Urban einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung erlassen. Ihm wird vorgeworfen, dass er 2017 als Verantwortungsträger und Mitarbeiter der Klinik die Tötung eines Patienten mitverursacht habe.

Der damals diensthabende Arzt sowie der ehemalige Chefarzt der Klinik waren wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung angezeigt worden, nachdem im April 2017 ein Patient der Klinik seinen Zimmernachbarn tödlich verletzt hatte.

Die Staatsanwaltschaft klärte, ob strafrechtlich relevante Fehler unterlaufen waren, als dem Täter, einem «akut psychotischen Mann», ein Doppelzimmer zugewiesen wurde, wie sie am Montag mitteilte.

Beim damals diensthabenden Arzt kam die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass es unter seiner Verantwortung bei der Aufnahme des Mannes in die Klinik zu «relevanten Versäumnissen» kam. Bei einer «sorgfaltsgemässen Beurteilung» wäre eine Tötung des Zimmernachbarn vermeidbar gewesen, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Der Arzt akzeptiert den Strafbefehl nicht, er erhob Einsprache. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Fall wird nun zur Beurteilung an das zuständige Bezirksgericht überwiesen.

Untersuchung gegen Chefarzt eingestellt

Die Untersuchung gegen den Chefarzt wurde eingestellt. Die Staatsanwaltschaft habe keine Mängel feststellen können, schreibt sie. Beide Entscheide sind noch nicht rechtskräftig.

Im Jahr 2017 hatte ein Mann in der Klinik seinen 85-jährigen Zimmernachbarn schwer verletzt. Das Opfer starb noch in der Nacht. Der Täter wurde Anfang dieses Jahres als schuldunfähig beurteilt. Für ihn wurde eine stationäre Massnahme angeordnet. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, die Verhandlung findet (morgen) Dienstag vor dem Luzerner Kantonsgericht statt. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UNO-Folterexperte Nils Melzer: «Der Fall Assange ist wie ein dunkles Familiengeheimnis»

Der Schweizer Jurist Nils Melzer überwacht für die UNO das Folterverbot und hat ein Buch über seine Untersuchung zum Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange geschrieben. Dessen Rechte seien massiv verletzt worden, sagt Melzer. Und warnt vor der «gefährlichen» PMT-Vorlage, die am 13. Juni zur Abstimmung kommt.

Sie erheben in Ihrem Buch schwere Vorwürfe gegen westliche Staaten im Umgang mit Julian Assange. Was hat Sie bei Ihrer Untersuchung am meisten schockiert?Nils Melzer: Die Erkenntnis, dass der Rechtsstaat offenbar auch in westlichen Demokratien vollkommen ausgehebelt werden kann. Ich habe in den letzten 20 Jahren oft in Kriegs- und Krisengebieten gearbeitet und viele schwere Rechtsverletzungen gesehen. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass in den westlichen Demokratien wenigstens noch der …

Artikel lesen
Link zum Artikel