DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Homosexueller Gambier weggewiesen: Schweiz verletzt laut Gericht Menschenrechte



ARCHIVBILD ZUM SCHEITERN DES EINSPRUCHS DER GROSSBANK UBS VOR DEM EUROPAEISCHEN GERICHTSHOF FUER MENSCHENRECHTE -- Blick auf die Eingangsfassade des neuen Europaeischen Gerichtshofs fuer Menschenrechte (EGMR), der am 29. Juni 1995 offiziell eingeweiht wurde.Die Zustaendigkeit des EGMR erstreckt sich auf Faelle im Zusammenhang mit der Europaeischen Menschrechtskonvention und nur auf Staaten, die die Konvention ratifizierten. Das futuristische Gebaeude, das der britische Architekt Richard Rogers entworfen hat, wurde nach dreijaehriger Bauzeit fertiggestellt, die Baukosten betrugen 130 Millionen Mark. (KEYSTONE/EPA/DPA/Rolf Haid)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Bild: EPA DPA

Die Schweiz hat nicht genügend abgeklärt, ob ein aus Gambia stammender Mann bei einer Wegweisung wegen seiner Homosexualität gefährdet wäre. Damit hat die Schweiz gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstossen. Dies hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschieden.

Nachdem der Gambier und sein Schweizer Lebenspartner ihre Partnerschaft 2014 hatten eintragen lassen, stellte der Schweizer ein Gesuch um Familiennachzug. Dies wurde abgelehnt, weil der Gambier in der Schweiz straffällig geworden war und nach insgesamt drei abgelehnten Asylgesuchen illegal in der Schweiz weilte.

Der EGMR hält in seinem am Dienstag veröffentlichten Entscheid fest, dass die Rückweisung in ein Land, in dem Homosexualität verboten ist, keine Konventionsverletzung darstelle.

Allerdings habe die Schweiz im konkreten Fall nicht ausreichend abgeklärt, ob für den Betroffenen die Gefahr unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung in Gambia besteht. Weiter sei nicht geklärt worden, ob die Behörden gegen eine solche Behandlung durch nicht staatliche Akteure vorgehen würden. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Roger de Weck wird Seenotretter: «Sollte deswegen mein Ruf leiden, wäre mir das eine Ehre»

Der bekannte Publizist und Autor Roger de Weck engagiert sich neu als Vorstandsmitglied bei SOS Méditerranée, einer Organisation zur Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Herr de Weck, man kennt sie als Medienmann, als Ex-Chef vom «Tages-Anzeiger» und «Die Zeit». Zuletzt waren Sie Generaldirektor der SRG. Nun wollen Sie Flüchtlingshelfer werden. Warum? Flüchtlingshelfer? Das sehe ich allerdings ganz anders: SOS Méditerranée bewahrt Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche vor dem Ertrinken. Tausende Menschen wie Sie und ich wären heute tot ohne unser Schiff Ocean Viking und andere Rettungsschiffe, ohne die hochprofessionellen Besatzungen. Genau darum …

Artikel lesen
Link zum Artikel