Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07757808 (L-R), Kristin Siil, climate activist, Swiss student Loukina Tille, Swedish climate activist Greta Thunberg, Jacques Dubochet, Nobel laureate in Chemistry, Ernst Ulrich von Weizsaecker, formely professor of biology, react during a press conference of the 'Fridays For Future Summit' at the University of Lausanne, UNIL, in Lausanne, Switzerland, 05 August 2019. More than 450 participants from 37 different countries will meet in Lausanne, Switzerland, from 05 to 09 August for the summer gathering of the 'Fridays for Future' movement.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Greta Thunberg: Die Klimaaktivistin spricht in Lausanne. Bild: EPA

Greta spricht vor europäischer Klimajugend in Lausanne – was du wissen musst

Zum ersten Mal treffen sich heute die Klimastreikenden aus ganz Europa zu einem Treffen. Eine Woche lang planen sie in Lausanne die nächsten Schritte.

jara helmi



Über 450 junge Klimastreikende aus 37 Ländern Europas treffen sich ab heute Montag in Lausanne zum ersten internationalen Gipfeltreffen der FridaysforFuture-Bewegung. Auch die Initiantin der Bewegung, Greta Thunberg, reiste mit dem Zug aus Schweden an.

In öffentlichen Gebäuden, die die Stadt zur Verfügung stellt und bei Gastfamilien kommen die Aktivisten unter. Aus Russland, der Ukraine und der Türkei reisen die Jugendlichen an – ohne in ein Flugzeug zu steigen.

epa07757825 Swedish climate activist Greta Thunberg (C) reacts during a press conference of the 'Fridays For Future Summit', at the University of Lausanne (UNIL), in Lausanne, Switzerland, 05 August 2019. More than 450 participants from 37 different countries will meet in Lausanne, Switzerland, from 05 to 09 August for the summer gathering of the 'Fridays for Future' movement.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Greta will nicht mehr im Mittelpunkt stehen – die Medien sind dennoch auf die 16-Jährige fixiert. Bild: EPA

Thunberg, aus deren Schulstreik eine internationale Klimaprotestbewegung mit Hunderttausenden Anhängern geworden ist, sagt in Lausanne, sie sei keine Leaderin dieser Bewegung, sie könne auch nicht für die ganze Bewegung, sondern nur für sich selbst sprechen.

Sie würde gerne wieder in die Schule gehen, doch die Situation sei so gravierend, dass ihr Einsatz weiter gefordert sei, auch wenn es nicht immer einfach sei mit den vielen Kameras, die auf sie gerichtet seien.

Es wird erwartet, dass Thunberg auch an der geplanten Demonstration vom Freitag in Lausanne teilnehmen wird. Anschliessen will sie mit dem Hamburger Skipper Boris Herrmann über den Atlantik zur nächsten Klimakonferenz in New York segeln.

«Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, mit umweltfreundlicher Anreise an einem internationalen Treffen teilzunehmen», sagt Tobias Schuster, Mitglied des Organisationskomitees. Auch die Mahlzeiten sollen klimaschonend sein: «Alles regional und teilweise auch aus Lebensmitteln, die weggeworfen worden wären.»

Was die Klimajugend von Europa bei ihrem Treffen an der Universität Lausanne besprechen werden und warum Thunberg nicht mehr das Aushängeschild von FridaysforFuture sein soll – alles was du dazu wissen musst.

Warum treffen sie sich?

Die Klimastreikenden wollen «über das weitere Vorgehen dieser globalen Bewegung nachdenken und sich beraten», wie die Organisatoren in einer Mitteilung schreiben. «Wir wollen Strukturen schaffen – die waren bisher nur spärlich vorhanden», sagt Schuster.

Indem man sich international koordiniert wolle man eine grössere Wirkmacht erzielen. Doch die Gelegenheit des Zusammenkommens wollen die jungen Klimastreikenden sie auch nutzen, um sich gegenseitig zu inspirieren und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Ländern auszutauschen.

Zusammen mit Klima-Wissenschaftlern setzen sich die Jugendlichen in Diskussionsrunden mit den Problemen der Klimakrise auseinander. Schliesslich wolle man weitere konkrete Schritte planen und diese als nächstes in Gang setzen.

epa07757579 Swedish climate activist Greta Thunberg reacts with young activists during the 'Fridays For Future Summit', at the University of Lausanne (UNIL), in Lausanne, Switzerland, 05 August 2019. More than 450 participants from 37 different countries will meet in Lausanne, Switzerland, from 05 to 09 August for the summer gathering of the 'Fridays for Future' movement.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Greta in Lausanne Bild: EPA

Ihr grösstes Projekt: Die Streik-Woche am UN-Klimagipfel in New York Ende September. Die Organisatoren vom Global Climate Strike rechnen mit Millionen Klimastreikenden, die für das Ende der fossilen Brennstoffe auf die Strasse gehen und Aktionen gegen den Klimazusammenbruch fordern.

Was steht auf dem Programm?

Für diese Woche haben die Organisatoren für jeden Tag ein Programm zusammengestellt. Gestern trafen die ersten Teilnehmenden in Lausanne ein. Am Montagmittag findet dann der aufsehenerregende Auftritt der Friedensnobelpreis-Nominierten Greta Thunberg statt. Sie wird an der Pressekonferenz teilnehmen und sich mit ihrer Botschaft an die Medien wenden.

Thunberg ist auch während den restlichen vier Tagen vor Ort und wird an den verschiedenen Workshops dabei sein. Auch der Chemie-Nobelpreisträger und Professor Jacques Dubochet und der bekannte Umweltwissenschaftler und Club-of-Rome-Präsident Ernst von Weizsäcker sind anwesend.

Neben Diskussionsrunden und Strategie-Sitzungen gibt es auch spassigere Programmpunkte wie «Touristic Afternoon» oder «Team Building Activities». Am Freitag tun sie dann das, was die Klimajugend in den letzten Monaten immer gemacht hat: streiken. Über 450 Klimaaktivisten werden dann durch die Innenstadt von Lausanne ziehen und für ihre Anliegen demonstrieren.

Warum ist Greta Thunberg nicht mehr wichtig?

Das Gesicht der weltweiten Klimastreiks ist Greta Thunberg. Doch dies sieht die FridaysforFuture-Bewegung anders. «Sie ist und möchte nicht die Ikone unserer Bewegung sein», schreiben die Organisatoren auf Anfrage von watson.

Sie seien basisdemokratisch organisiert und wollten daher niemanden in den Vordergrund stellen. «Denn ohne die Klimastreikenden auf der Welt würde Greta immer noch alleine vor dem Schwedischen Reichstag stehen», sagt Sprecher Tobias Schuster. (Mit Material der sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die besten Schilder des Klimastreiks

Schüler streiken weltweit für das Klima

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Klimaforscher zur Corona-Krise: «Es braucht einen fundamentalen Umbau der Infrastruktur»

Kurzfristig war das Pandemie-Jahr für das Klima ein Segen: Um sieben Prozent gingen die CO2-Emissionen weltweit zurück. Doch wie sieht es langfristig aus? Ein Gespräch mit Klimaforscher Martin Grosjean.

Durch die Corona-Krise sanken die CO2-Emissionen im Jahr 2020 global um sieben Prozent. Es wurde deutlich weniger geflogen, weniger produziert, weniger gependelt. Das sind eigentlich keine schlechten Entwicklungen. Doch bringen die auch langfristig etwas?

Im vergangenen März haben wir mit dem Direktor am Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Uni Bern, Martin Grosjean, über die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Klima gesprochen. Grosjean ging damals davon aus, dass, je länger die Krise …

Artikel lesen
Link zum Artikel