Schweiz
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Solche Szenen wie beim Konzert von Helene Fischer in Ischgl wird es diesen Winter wohl nicht geben – nirgends in Europa. Bild: sda

Kein Après-Ski diesen Winter – wird diese Saison die Hölle, Hölle, Hölle, Hölle?

Österreich hat dem Aprés-Ski für diese Saison de facto den Garaus gemacht. Mit einem Gesamtkonzept für den Ski-Tourismus will man ein zweites Ischgl verhindern. In der Schweiz zeichnet sich derweil ein kantonaler Flickenteppich ab.



Als «Virenschleuder Europas» und «Sündenbock der Welt» wurde der bekannte österreichische Skiort Ischgl diesen Frühling bezeichnet. Tausende Menschen sollen das Virus aus der Après-Ski-Bar in die ganze Welt verteilt haben.

Das will die Österreichische Regierung diesen Winter um jeden Preis verhindern. Und dafür muss das oftmals alkoholinduzierte, dicht gedrängte Feiern gestrichen werden. «Skivergnügen ja, aber ohne Après-Ski», sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwochabend an einer Videokonferenz.

Konkret heisst das: Es darf nur noch an den Tischen gegessen und getrunken werden. Tanzen auf engem Raum sei ein Infektionsrisiko und dementsprechend verboten. Selbst an der Theke in der Bar muss man sich setzen, wenn man ein Bier trinken will. All diese Regeln sind Teil eines umfassenden Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus.

Und was macht die Schweiz?

Bundesrat Alain Berset sprach vor kurzem noch von einem «Alpenabkommen», dass einheitliche Regeln für Skigebiete im Alpenraum festlegen solle. Mittlerweile will man lediglich noch «eine gewisse Koordination» zwischen den Alpenländern erreichen. Dafür befinde man sich noch «in einem regen Austausch».

«Es bringt nichts, wenn man den Berggasthäusern verbietet, Après-Ski anzubieten und gleichzeitig haben alle Beizen im Dorf geöffnet.»

Hans Wicki, Präsident Seilbahnen Schweiz

Der FDP-Ständerat und Präsident von Seilbahnen Schweiz, Hans Wicki, hält nichts von einem Alpenabkommen. «Wir brauchen keine künstliche Einheitlichkeit erzeugen. Das macht keinen Sinn.»

Auch einem Après-Ski-Verbot steht Wicki kritisch gegenüber. «Es bringt nichts, wenn man den Berggasthäusern verbietet, Après-Ski anzubieten und gleichzeitig finden in allen Restaurants in der Destination Partys statt.»

Auf Anfrage von bei vereinzelten Ski-Destinationen heisst es unisono, dass man nach einer ganzheitlichen Lösung suche. Diese werde aber nicht schweizweit, sondern eben nur für die jeweilige Destination gelten.

«Es liegt ja auch in unserem Interesse, zu keinem Corona-Hotspot zu werden.»

Reto Branschi, Direktor Davos Klosters Tourismus

In Davos Klosters erwartet man ein «Grundkonzept Schweiz» vom Bund, an dem man sich orientieren werde. Ein solches Konzept dürfte aber nicht für den Après-Ski gelten. «Bei uns wird es wahrscheinlich so aussehen, dass man die Innenräume in Sektoren aufteilen wird, wie es bereits in anderen Tanzlokalen üblich ist», sagt Reto Branschi, Direktor von Davos Klosters Tourismus. Weiter wolle man so viele Veranstaltungen wie möglich unter freiem Himmel durchführen. «Wir legen grossen Wert darauf, dass Sicherheitsvorkehrungen wie der Abstand eingehalten werden. Es liegt ja auch in unserem Interesse, zu keinem Corona-Hotspot zu werden.»

Am Flumserberg ist man vorsichtiger. «Wir haben vorsorglich alle Après-Ski-Events auf Eis gelegt», sagt Katja Wildhaber von den Bergbahnen Flumserberg. Zudem sei man gerade am Aufbau von provisorischen Chalets, um den Sitzplatzverlust durch Abstandsregeln zu kompensieren.

Eine definitive Antwort, inwiefern Après-Ski dieses Jahr möglich sein wird, gibt es also nicht. Es zeichnet sich ein kompliziertes Geflecht aus kantonalen Massnahmen ab. So wartet man auch in Zermatt noch ab, was die kantonale Taskforce entscheiden wird. Einzig in Samnaun an der Grenze zu Österreich und Ischgl ist bereits klar, dass es keinen Après-Ski-Winter geben wird. Der Bündner Skiort hat die Massnahmen von Ischgl direkt übernommen.

Trotz der unsicheren Lage blicken die Skigebiete optimistisch in den Winter. «Der Sommer hat es gezeigt: Irgendwie wird es schon funktionieren», sagt Katja Wildhaber.

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