Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Albert Rösti und Petra Gössi können ihre Argumente für eine nachhaltige Klimapolitik wenig überzeugend vorbringen. screenshot: srf/arena

Wer rettet das Klima? Nicht Petra Gössi – das zeigte sich in der Wahlen-«Arena»

Wer dieses Jahr Wähler für sich gewinnen will, muss gute Lösungen in der Klimapolitik vorlegen. In der SRF-«Arena» strahlte Grünen-Politiker Balthasar Glättli um die Wette, während sich FDP-Chefin Petra Gössi ins Abseits manövrierte.



In acht Monaten geht es um die Wurst: Am 20. Oktober sollen die National- und Ständeräte für die nächste Legislaturperiode gewählt werden. Das Seilziehen um die Machtverhältnisse im Parlament hat bereits begonnen. Das SRG-Wahlbarometer prophezeit im Herbst einen Rutsch nach links. Gemäss der Umfrage werden die SVP, SP, CVP und BDP Verluste einfahren müssen, während vor allem die Grünen und die Grünliberalen zu den Gewinnern gehören werden.

Wie sind die Parteien aufgestellt? Gelingt es ihnen, in den kommenden Monaten auf die drängendsten Fragen gute Lösungen zu präsentieren? SRF-Moderator Mario Grossniklaus prüfte den Formstand der Parteien am Freitagabend in der «Wahlen»-Arena mit dem SVP-Parteipräsidenten Albert Rösti, der FDP-Präsidentin Petra Gössi, dem SP-Nationalrat Beat Jans und dem CVP-Nationalrat Martin Candinas. In den Zuschauerreihen sassen Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli, GLP-Präsident Jürg Grossen und der Präsident der BDP Martin Landolt.

Sichtlich zufrieden mit sich und seiner Partei zeigte sich Balthasar Glättli. Die Grünen dürften bei den kommenden Wahlen davon profitieren, dass die Klimathematik derzeit stark im Fokus steht. Der Nationalrat sagte, man könne nun die Lorbeeren dafür ernten, dass man jahrelang konsequent an diesem Thema drangeblieben sei.

«Wir sind keine Schönwetter-Partei»

abspielen

Video: streamable

Was dem Grünen-Politiker ehrlich und authentisch über die Lippen kam, schien andere eher in Bedrängnis zu bringen. Zwar versuchten alle Anwesenden klarzustellen, dass auch ihnen der Klimawandel am Herzen liege. Strategisch ein wichtiger Schachzug. Denn wer sich dieses Jahr gegen die Klimathematik stellt, manövriert sich angesichts der derzeit wöchentlich stattfindenden Klimademos selbst ins Abseits. Doch nicht alle Studiogäste konnten sich zu solch klaren Zugeständnissen durchringen wie auf der Seite der grünen Parteien.

So kam Rösti ins Stocken, als Glättli darauf aufmerksam machte, dass in seinen Reihen Klimalügner sässen, die nicht einmal einen Hehl aus ihren Ansichten machten. «Stimmt nicht», rief der SVP-Nationalrat dazwischen. Er flüchtete sich in die Argumentation, dass sich seine Partei seit vielen Jahren für die Bauern stark mache. Diese seien sehr um Nachhaltigkeit bemüht.

«Wir haben das Grün nicht einfach so in unserem Logo»

abspielen

Video: streamable

Die Uneinigkeit zwischen den Parteien war gross. Die einen unterstellten den anderen, sich der Diskussion sowieso immer zu verweigern. Die anderen bemängelten, man sei nicht kompromissbereit und wolle immer gleich zwei anstatt nur einen Schritt vorwärts gehen.

SP-Nationalrat Beat Jans versuchte es darum mit einem Angebot. Streng richtete er seinen Zeigefinger auf seine Opponenten Gössi und Rösti auf der anderen Seite des Studios und sagte: «Wir sitzen zusammen und machen eine Klimapolitik, welche die kleinen Einkommen nicht belastet.» Er schlug vor, Investitionen in Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur zu machen und das mit Steuergeldern zu finanzieren.

«Ich mache ein Angebot»

abspielen

Video: streamable

Petra Gössi zeigte sich wenig begeistert von diesem Angebot. Doch anstatt konkrete Lösungsvorschläge zu machen, umschiffte sie das Thema mit Plattitüden. «Wir müssen Lösungen finden, die nahe bei den Menschen sind», sagte sie. Ansonsten komme es so heraus wie in Frankreich, wo wütende Demonstranten seit Wochen gegen die Regierung protestieren. Den Tumulten vorausgegangen war ein Entscheid, fossile Kraftstoffe höher zu besteuern.

Das war der Moment, in dem CVP-Nationalrat Martin Candinas kurzzeitig der Kragen platzte. Es richtete sich an Gössi und sagte in wütendem Ton: «Jetzt spricht Frau Gössi davon, man müsse Lösungen finden. Aber wer war denn damals schon gegen die Energiestrategie 2050? Wer hat geholfen, dass beim CO2-Gesetz die Inlandziele gestrichen wurden? Wer war gegen die Flugticketabgabe?» Gössi habe sich in der Vergangenheit gegen diese Punkte gestellt und gebe jetzt Interviews, in denen sie sage, man wolle Hand für Lösungen bieten.

Damit sprach Candinas einen heiklen Punkt an. Ein Interview mit Gössi sorgte Mitte Februar für Aufruhr. Die FDP-Parteipräsidentin positionierte sich darin plötzlich auf der Seite, die sie wenige Monate zuvor noch bekämpft hatte. FDP-Vizepräsident Christian Wasserfallen zeigte sich ab Gössis abruptem Klima-Schwenker wenig begeistert und griff sie auf Twitter an.

«Ich spüre das eins zu eins»

abspielen

Video: streamable

Es war der Moment, wo sich offenbarte, warum Gössi die Klimapolitik urplötzlich eine solche Herzensangelegenheit ist: Nämlich zeige sich jetzt bei Tür-zu-Tür-Besuchen, dass das Thema für viele Wähler ein Kernanliegen sei. «Das habe ich gespürt», so Gössi. Mit anderen Worten: Die FDP-Politikerin versuchte auf den Klimadebatte-Zug aufzuspringen, wurde allerdings bald als Schwarzfahrerin entlarvt.

Wohin der Zug am 20. Oktober fährt, wird sich zeigen. Klar ist allerdings, dass den Grünen bereits jetzt ein 1.Klasse-Ticket sicher sein dürfte.

Klimastreik der Schüler

Unsere «Arena»-Berichterstattung

Sündenbock Rösti, dann die EU: So buhlten die Parteichefs in der «Arena» um letzte Stimmen

Link zum Artikel

Krise, Solidarität und ein seltenes Lächeln von BAG-Koch – Corona-«Arena», die zweite

Link zum Artikel

«Ich bin ein Grufti, der gefährdet ist!» – so mischte Beda Stadler die Corona-«Arena» auf

Link zum Artikel

«Das ist eine Katastrophe» – Fisch-Forscher eröffnet Pestizid-Arena mit einem Hammer

Link zum Artikel

Die «Arena» zum Monster-Abstimmungsonntag im September – punkten konnte vor allem Eine

Link zum Artikel

Jetzt weht ein anderer Wind in Bern: Rytz steckt in der Spezial-«Arena» ihr Revier ab

Link zum Artikel

Papizeit-«Arena» läuft ruhig ab – bis Berset plötzlich richtig wütend wird

Link zum Artikel

Er poliert, sie politisiert: Wie Toni Brunner die Frauen-«Arena» crasht

Link zum Artikel

Zank in der 5G-«Arena»: Warum eine Teilnehmerin (fast) alle überstrahlt

Link zum Artikel

Jugend-«Arena» – oder wie eine 16-Jährige gestandene Nationalräte in die Mangel nimmt

Link zum Artikel

In der SRF-«Arena» lügen sie wohl alle – nur einer bleibt dem Geschehen ganz fern

Link zum Artikel

«Ueli, es wird nicht wahrer, wenn du schreist» – alle gegen den SVP-Polteri in der «Arena»

Link zum Artikel

Vier Frauen für ein Halleluja? Das war die Frauenstreik-«Arena»

Link zum Artikel

Roger Köppel sprengt die Zürcher Ständerats-«Arena» – zumindest fast

Link zum Artikel

Drogen-«Arena»: Kokser Anton Kohler verzweifelt an SVP-Abstinenzlerin Geissbühler

Link zum Artikel

«Aber, äääh»: Darum fehlen Martullo-Blocher in der EU-Arena plötzlich die Worte

Link zum Artikel

Bei der SVP ist der Wurm drin: In der Wahlkampf-«Arena» schiessen alle gegen Rösti

Link zum Artikel

Atom-Zoff: In der Mühleberg-«Arena» vermag ein Teilnehmer alle anderen zu überstrahlen

Link zum Artikel

Ronja Räubertochter und die jungen Milden – das war die Jungparteien-«Arena»

Link zum Artikel

In der Iran-«Arena» tanzt Markus Somm aus der Reihe – bis dieser Rentner ihn stoppt

Link zum Artikel

Ein kleiner Patzer und ein Maurer-Witz – der Einstand von Sandro Brotz in der EU-«Arena»

Link zum Artikel

SVP-Rutz schiesst in der «Arena» ein Eigentor – dann eilt diese junge CVPlerin zur Hilfe

Link zum Artikel

Klima-«Arena»: SP-Frau verblüfft mit Flugscham-Aussage, SVP-Mann leugnet den Klimawandel

Link zum Artikel

«Der Wolf ist kein Vegetarier»: So lief die Jagdgesetz-«Arena»

Link zum Artikel

Der Islam und das SVP-Sünneli: So verlief die neuste Burka-«Arena»

Link zum Artikel

Freysingeroskar und die Biolügie – die Gegner der Homo-Ehe im «Arena»-Dickicht

Link zum Artikel

«Das ist eine Frechheit»: Juso-Jansen liest in der AHV-«Arena» den Männern die Leviten

Link zum Artikel

Symbolik mit dem Vorschlaghammer und ein denkwürdiger Satz – das war die EU-«Arena»

Link zum Artikel

Die «Arena» war ein Schlachtfeld – und alle stürzen sich auf Veganerin Meret Schneider

Link zum Artikel

Diskriminierungs-«Arena»: Der bedrohte Stammtisch und das N-Wort von Karin Keller-Sutter

Link zum Artikel

«Lückenlos aufklären»: So viel (oder wenig) brachte die «Arena» zu Cryptoleaks

Link zum Artikel

Verkehrs-«Arena»: SVP-Imark attackiert Klimajugend und Rytz windet sich beim Benzinpreis

Link zum Artikel

In der Kampfjet-«Arena» startet Amherd zum Höhenflug – nur eine kann sie vom Himmel holen

Link zum Artikel

In der Bundesrats-«Arena» gibt Moderator Brotz den Schmutzli – und drischt auf alle ein

Link zum Artikel

«Das ist der Gipfel!» – SP-Badran macht den Travolta in der Wohnbau-Initiative-«Arena»

Link zum Artikel

12 Sätze, wie gemacht für die SRF-«Arena» – oder das Weihnachtsessen von watson

Link zum Artikel

Gesundheits-«Arena»: Im Lobbyismus-Streit verzichtet SP-Frau Gysi glatt auf das Kamera-Sie

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Zoff um Altersarmut und «junge, billige EU-Ausländer» – so verlief die Renten-«Arena»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Klimastreik Romandie ergreift Referendum gegen CO2-Gesetz – SP und GLP not amused

Eine Woche nach der Schlussabstimmung im Parlament ist klar: Gegen das neue CO2-Gesetz werden Unterschriften gesammelt. Verschiedene Westschweizer Sektionen der Klimastreik-Bewegung bekämpfen die aus ihrer Sicht ungenügende Vorlage mit dem Referendum.

Das gaben Vertreter von verschiedenen Klimastreikregionen am Freitag in Bern bekannt. Demnach lancieren die Klimastreikregionen Genf, Waadt, Neuenburg, Jura, Wallis und Berner Jura das Referendum. Der nationale Klimastreik überlasse die …

Artikel lesen
Link zum Artikel