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Welcome to SVP

«88»: In der Neonazi-Szene der Code für Heil Hitler, nach dem achten Buchstaben des Alphabets.
screenshot youtube

Und es funktioniert garantiert: SVP provoziert im neuen Wahlkampf-Video mit Neonazi-Symbolik

«Welcome to SVP» heisst der Wahlkampf-Song der SVP. Und willkommen dürfen sich wirklich alle fühlen. Bis an den allerrechtesten Rand.



Heute ist der mit lustigen Trailern angekündigte SVP-Song «Welcome to SVP» erschienen. Im nach allen Regeln der Kunst produzierten Musik-Video steht immer wieder eine Tänzerin im Vordergrund, die ein Tank-Top mit der Aufschrift «Bronx 88» trägt. 

Ab heute Nachmittag werden sich die Medien der Spekulation hingeben, ob eine Regierungspartei das Neonazi-Symbol «88» – die 8 steht jeweils für den achten Buchstaben im Alphabet, also HH wie Heil Hitler – zufällig oder absichtlich ins choreographische Zentrum des Musikvideos gestellt hat. 

An einen Zufall zu glauben, fällt bei einer Partei, deren Kampagnenverantwortliche nichts dem Zufall überlassen, schwer. An dieser Stelle sei dahingestellt, ob von Vorbereitung über Dreh bis zur Postproduktion keiner der Involvierten das verfängliche Tank-Top mit dem Neonazi-Erkennungszeichen bemerkt hat. 

Was sicher ist: Die Medienaufmerksamkeit ab heute Nachmittag wird enorm sein, den Gegenwert in Inseraten oder Spots die Kosten der Produktion um ein Vielfaches einspielen. Das ist das Kalkül der Provokation, das man von der SVP gewohnt ist.

2007 veranstaltete sie in Anlehnung an Mussolinis Marsch auf Rom einen Marsch auf Bern, der im Chaos der Gegendemonstration endete, 2015 veranstaltete sie einen Wahlkampf-Anlass mitten im Zürcher Hauptbahnhof, der im Chaos endete und immer wieder fallen einzelne Exponenten mit Faux-Pas auf, die in medienträchtige Skandale und Skandälchen münden, wie zuletzt Christoph Mörgeli mit seinem Fachkräfte-Posting auf Facebook. Das Ziel ist immer das selbe: Aufmerksamkeit generieren. 

Das «Bronx 88»-Tank-Top der Tänzerin im SVP-Spot hingegen hat noch eine andere Wirkung, als die der blossen Provokation. Ob absichtlich eingebaut oder nicht, signalisiert es der potentiellen Wählerschaft am extremen rechten Rand: «Wir dürfen es nicht öffentlich sagen, aber wir sind auf eurer Seite.» 

Einzelne in der Politik etablierte Rechtspopulisten präsentieren gerne Symbole, die legal und nicht explizit faschistisch, aber unter Neonazis gebräuchlich sind, um auch dieses rechteste der rechten Spektren irgendwie abzudecken. Man erinnert sich an den Walliser SVP-Staats- und Nationalrat Oskar Freysinger, der dem Schweizer Fernsehen eine in der Neonazi-Szene verbreitete Reichskriegsflagge präsentierte und den Ahnungslosen gab. 

Jetzt aber präsentiert eine Bundesratspartei in einem Wahlkampf-Video, in dem auch ein Bundesrat auftritt, in aller Öffentlichkeit ein solch unterschwelliges Erkennungszeichen der Neonazi-Szene. 

Das ist eine ganz neue Qualität der Provokation. 

SVP-Abstimmungsplakate

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