Schweiz
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Alfred Heer, Nationalrat SVP-ZH und Praesident Geschaeftspruefungsdelegation GPDel spricht mit Journalisten waehrend einer Medienkonferenz ueber die Untersuchung der GPDel zu Crypto AG, am Donnerstag, 13. Februar 2020 im Bundeshaus, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Der Zürcher Nationalrat Alfred Heer ist nicht der Wunschkandidat von Christoph Blocher. Bild: KEYSTONE

Alfred Heer wird morgen neuer SVP-Chef, wenn …

Morgen wählt die SVP einen neuen Präsidenten. Die Chancen für den Zürcher Alfred Heer stehen gut – falls es zur geheimen Wahl kommt.



Die SVP, die grösste Partei der Schweiz, wird am Samstag gegen 15 Uhr einen neuen Präsidenten haben. Er wird wahrscheinlich Marco Chiesa oder Alfred Heer heissen – Betonung auf «wahrscheinlich». Denn bis am Freitagmittag war unklar, ob der Zürcher SVP-Nationalrat Heer wirklich noch an seiner Kandidatur festhält.

Alfred Heer hat bei der Basis die besseren Chancen. Dieser Eindruck wird in mehreren Gespräch mit SVP-Mitgliedern und -Spitzenpolitikern bestätigt. Unter vorgehaltener Hand erwähnen mehrere Nationalräte die Qualitäten von Heer. Notiert haben wollen sie aber nur Allgemeinsätze, etwa, dass man froh über eine Kampfwahl sei und beide Kandidaten die Partei gut führen könnten.

«Fredi Heer hat sich als fleissiger Schaffer einen sehr guten Ruf als Aussenpolitiker gemacht.»

Thomas Fuchs, SVP-Altnationalrat

Der Berner Altnationalrat Thomas Fuchs ist der einzige, der sich gegenüber watson klar für Heer aussprechen will. «Fredi Heer hat sich als fleissiger Schaffer einen sehr guten Ruf als Aussenpolitiker gemacht. Er beherrscht die Landessprachen und bei seinen Auftritten wirkt er authentisch», sagt Fuchs.

SVP bereitet geheime Wahl vor, falls es verlangt wird

Doch dafür müsste Heer zu seiner Kandidatur weiterhin stehen. Die Tatsache, dass sich kaum ein Spitzenpolitiker öffentlich zu Heer bekennen möchte, erklären Mitglieder der Bundeshausfraktion mit Chiesas Nähe zum SVP-«Übervater» Christoph Blocher. «Er ist klar der Kandidat, den man in Herrliberg will», sagt ein Nationalrat und guter Freund von Heer, der mit dieser Aussage nicht namentlich genannt werden möchte.

Seine Vermutung: Komme es zur «öffentlichen Wahl», so wie es bei den SVP-Versammlungen üblich ist, würde Chiesa gewinnen. «Gegen Blochers Wunschkandidat zu stimmen, kommt nicht bei allen gut an», sagt er. Seine Hoffnung sei deshalb, dass die Delegierten geheim und per Stimmzettel ihre Wahl abgeben können. Klappen könnte das, wenn ein Mitglied dies verlangt. Von gut informierten Parteikadern heisst es, die Versammlungsleitung sei auf eine «geheime Wahl» vorbereitet. Die Stimmzettel seien bereits gedruckt.

Wenn du SVP-Delegierter wärst, wie würdest du wählen?

Heer ist untergetaucht

Damit es wirklich zu einer Kampfwahl kommt, müsste Heer Stellung beziehen. Der Zürcher ist aber untergetaucht, beantwortet keine Anfragen per Mail und ist telefonisch nicht erreichbar. Das sorgte gestern für «Verwirrung»: Die Tamedia-Zeitungen berichteten, dass Heer an seiner Kandidatur festhalte. Im «Blick» sagt er jedoch, er habe nie mit dem «Tages-Anzeiger» gesprochen.

Klärung könnte es im Verlauf des Tages noch geben. Der Parteivorstand trifft sich heute, um die Delegiertenversammlung vorzuberaten. Chiesa ist dort als Vizepräsident mit dabei, von Heer wird erwartet, dass er zumindest gegenüber dem Vorstand seine Ambitionen fürs Parteipräsidium kundtut.

Diese Personen wollten nicht kandidieren

«Erich Hess, wovor hast du mehr Angst als vor Ausländern?»

Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

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