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ARCHIVBILD ZUR BEWILLIGUNG DER STAATSHILFE FUER DIE SWISS UND EDELWEISS DURCH DEN DEUTSCHEN STABILISIERUNGSFONDS, AM MONTAG, 17. AUGUST 2020 - coVIDE Photo Set - Grounded

Noch immer steht der Grossteil der Swiss-Flotte am Boden. Zumindest an Weihnachten operiert die Airline mit einer Kapazität von 35 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Niveau. Bild: keystone

Poker vor Jahresende: Swiss-Crew sichert sich neuen Vertrag – mit mehr Lohn

Die Swiss befindet sich mitten in ihrer grössten Krise. Dennoch ist es der Kabinenpersonal-Gewerkschaft gelungen, verbesserte Arbeitsbedingungen für die Zukunft auszuhandeln. Ob sie je in Kraft treten, ist aber nicht garantiert.

Benjamin Weinmann / schweiz am wochenende



Ende Jahr ist Schluss. Dann tritt Swiss-Chef Thomas Klühr ab. Doch er hinterlässt seinem Kabinenpersonal ein dickes Weihnachtsgeschenk in Form seiner Unterschrift. Diese Woche hat er zusammen mit der Kabinen-Gewerkschaft Kapers einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterschrieben, der ab 2024 deutliche Verbesserungen für die rund 4500 Flight Attendants beinhaltet.

Laut Kapers-Präsidentin Sandrine Nikolic-Fuss erhöhen sich für die Swiss mit dem neuen Vertragswerk die Lohnkosten um 4 bis 5 Prozent. «Dazu gehören auch Lohnerhöhungen von mindestens 100 Franken für alle, abgesehen von den ersten beiden Dienstjahren.» Je nach Lohnkategorie und Qualifizierung können es auch 300 Franken sein. Dieser Schritt sei überfällig gewesen, da in den vergangenen Jahren der Einstiegslohn sogar von 3500 auf 3400 Franken gesenkt worden war. «Und bis man 4000 Franken verdient, muss man mindestens zehn Jahre in der Firma sein», sagt Nikolic-Fuss.

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Swiss-Chef Thomas Klühr bei der Vertragsunterzeichnung diese Woche am Swiss-Sitz in Zürich-Kloten. bild: zvg

Zudem kann, wer will, neu bis zum Alter von 64 oder 65 Jahre weiterarbeiten. Bisher galt für das Kabinenpersonal ein Rentenalter von 60 oder 62 Jahren, je nach Anstellungskategorie.

Schwierige Voraussetzungen für neuen Vertrag

Allerdings: Ob der neue GAV ab 2024 bis 2029 tatsächlich in Kraft treten wird, ist nicht garantiert. Dies hängt massgeblich von der wirtschaftlichen Erholung der Swiss ab, die wie alle Fluggesellschaften massiv unter der Coronakrise leidet. Laut Nikolic-Fuss muss die Swiss einen Ebit von 8 Prozent über 12 Monate hinweg erwirtschaften, um auch die vom Bund gedeckten Hilfskredite zurückbezahlen zu können.

Zudem müssen dann die Kapers-Mitglieder noch ihre Zustimmung geben. «Wenn wir eine dritte oder sogar vierte Welle wegen Corona erleben, ist die Realität natürlich wieder eine andere», sagt Nikolic-Fuss. «Aber vorerst ist dieser neue GAV eine grosse Erleichterung und gibt unseren Mitgliedern Zuversicht in dieser schwierigen Phase.»

Der laufende GAV bleibt bis 2023 in Kraft, sofern die Swiss-Flight-Attendants die verhandelten Sparmassnahmen per Abstimmung gutheissen. Mit einem Resultat wird Anfang Jahr gerechnet.

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