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epa08486922 A cabin crew member of Swiss International Air Lines, wearing a face mask, prepares the aircraft prior to departure to London at the Geneva Airport, in Geneva, Switzerland, 15 June 2020. Flights of the Swiss International Air Lines are partially resuming following a lockdown implemented to stem the spread of the SARS-CoV-2 coronavirus that causes the COVID-19 disease.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Die Maskentragepflicht gilt nun für alle Gäste. Doch es gibt Aussnahmen bei der Umsetzung. Bild: keystone

Internes Memo an die Crew: Swiss führt eine Maskenpflicht für alle Passagiere ein

Nach längerem Zögern verlangt die Airline nun von allen Gästen, dass sie eine Maske während der Reise tragen. Zuvor beliess sie es bei einer dringlichen Empfehlung. Laut einem internen Memo gilt die Regel bereits ab Montag. Doch bei der Umsetzung stellen sich Fragen.

Benjamin Weinmann / ch media



Die Swiss und die Masken - es ist keine Liebesgeschichte. Während zahlreiche andere Airlines, darunter auch die Mutterfirma Lufthansa, von den Passagieren verlangten, eine Maske zu tragen, beliess es die Schweizer Fluggesellschaft bei einer dringlichen Empfehlung. Doch nach langem Zögern kommt nun die Kehrtwende: In einer internen Mitteilung an das Personal schreibt die Swiss, dass ab morgen bis auf Weiteres eine Maskentragepflicht an Bord eingeführt wird. Damit reagiert die Swiss auf die bundesrätliche Verordnung für eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr.

Offenbar war die Sachlage aber nicht ganz klar, wie die Swiss schreibt. Denn Schweizer Flugzeuge seien in der Verordnung nicht explizit genannt worden. Die Vorschrift gelte «nach Rücksprache mit den Behörden» aber auch implizit für die Swiss.

epa08486906 An aircraft Airbus A220-300 (HB-JCS) of Swiss International Air Lines takes off at the Geneva Airport, in Geneva, Switzerland, 15 June 2020. Flights of the Swiss International Air Lines are partially resuming following a lockdown implemented to stem the spread of the SARS-CoV-2 coronavirus that causes the COVID-19 disease.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

«Insistieren - aber nicht um jeden Preis»: Es könne auch mal ein Auge zugedrückt werden. Bild: keystone

Gleichzeitig schreibt die Swiss, dass sich am derzeitigen «Status Quo» nicht viel ändere, da bereits heute über 95 Prozent der Gäste die bisherige Trageempfehlung berücksichtigen würden. Auch die medizinische Risikoeinschätzung zur Übertragung von Covid-19 habe sich nicht geändert an Bord. «Das Übertragungsrisiko im Flugzeug wird unverändert als tief erachtet und durch inzwischen etablierte Schutzkonzepte weiter reduziert.»

Und wenn das Flugzeug halbleer ist?

Doch wie wird die neue Regel an Bord umgesetzt, wenn sich jemand weigert, Nase und Mund abzudecken? Hier scheint es die Swiss nicht allzu streng zu nehmen, wie sie unter dem Titel «Insistieren - aber nicht um jeden Preis» darlegt. Es gelte der Ablauf: Informieren, Aufklären und Unterstützen, Insistieren und Deeskalieren. Die Transportverweigerung soll vermieden werden, «ausser die Flugsicherheit ist unmittelbar gefährdet.» Zudem dürfe die Regel grosszügiger und mit Augenmass umgesetzt werden, falls das Social Distancing während eines Fluges offensichtlich gewährleistet sei. Heisst: Wenn das Flugzeug halbleer ist, dürfte die Maskenpflicht über Bord geworfen werden.

Auch der Crew erlaubt die Swiss einen gewissen Spielraum beim Tragen der Maske, da man das ununterbrochene Tragen von Masken während eines gesamten Fluges weder für praktikabel noch für zumutbar halte. Aber: Bei direktem Kundenkontakt gilt die Tragepflicht für die Crew-Mitglieder zwingend. Zudem stellt die Swiss in Aussicht, dass ab Ende nächster Woche alle Crew-Mitglieder persönliche, konzernweit bestellte Stoffmasken gratis beziehen können. (aargauerzeitung.ch)

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