Schweiz
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Das E-Mobil im Test

Video: watson/adrian müller / linda beciri

Wir haben das neue E-Wägeli in Zürich getestet, damit du es nicht musst

Nach Lime, Circ, Bird und Tier kommt Enuu: Das Bieler Start-up will mit 50 ovalen Elektro-Wägelchen den Sharing-Markt aufmischen. Aber aufgepasst: Die watson-Testfahrt verläuft nicht ohne Rumpler.

Adrian Müller, Linda Beciri


Und los geht's: Mit Vollgas brettert der watson-Reporter im vierrädrigen Elektro-Flitzer unter der Zürcher Hardbrücke durch. Die Lenkstange ruckelt, das Plastik-Chassis wackelt. Bei den maximal 30 km/h muss man im fahrenden «Ei» ein bisschen Gegensteuer geben, um nicht vom Kurs abzukommen. Dann folgt der «Elch-Test» vor dem Schiffbau. Beinahe brechen die Hinterräder aus. Vollbremsung!

Die ovalen Mobilitätsdinger des Bieler Start-ups Enuu sind weder ein Velo noch ein Auto. Die ersten von 50 vierrädrigen Elektroleichtfahrzeugen warten seit wenigen Tagen in Zürich auf erste Kunden. Wie E-Trottis können sie via App lokalisiert und freigeschaltet werden.

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«Elch-Test» knapp bestanden: watson-Reporter Adrian Müller nach der rasanten Testfahrt mit dem Enuu-Mobil. bild: watson

Die Bedienung ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Der Testfahrer braucht mehrere Minuten, bis er das Gefährt ins Rollen bringt. Dafür beschleunigt das Elektro-Gefährt erstaunlich zügig. Da kommt überraschend viel Fahrspass auf. Und das Ding bietet in der Kabine viel Raum. Trotz seiner Körperlänge von 189 Zentimetern findet der watson-Reporter problemlos im Elektro-Wägelchen Platz. Die Sicht ist allerdings durch das tiefgezogene Dach eingeschränkt.

Pluspunkte

Wir fahren weiter. Und fragen uns, warum man so ein Gefährt überhaupt ausleihen soll? Der grosse Pluspunkt ist rasch gefunden: Im Gegensatz zu den E-Trottis ist das Enuu-Mobil wetterfest, man ist von Regen und Wind geschützt. Im Sommer wird es allerdings in der unklimatisierten Kabine rasch heiss.

Abzug gibt es für das Design, das alles andere als sexy ist. Mit dem Enuu-Mobil würde ich kaum beim ersten Date vorfahren.

Minuspunkte

So viel kostet es

Die Tarife sind zum Start äusserst attraktiv und deutlich billiger als E-Trottis: Das Ei-Gefährt freizuschalten kostet 90 Rappen, jede weitere Fahrminute schlägt mit 20 Rappen zu Buche. Zum Vergleich: Beim E-Scooter Anbieter Circ kostet die Freischaltung 1 Franken und die Minute 35 Rappen.

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Blick ins Cockpit: Wegen des tiefen Dachs ist die Sicht eingeschränkt. bild: watson

Der grosse Knackpunkt dürfte die Park-Situation ergeben: Die vierrädrigen Eier dürfen offiziell nur auf Velo- oder Töffparkplätzen abgestellt werden und müssen wenn möglich auf den Velostreifen fahren.

Parkplätze als Knackpunkt

Knatsch mit den Velofahrern dürfte angesichts der prekären Parkverhältnisse, etwa rund um den Bahnhof, vorprogrammiert sein. Die Stadt sieht es lockerer: «Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Parkierungsmöglichkeiten wegen lediglich 50 Enuu-Fahrzeugen spürbar eingeschränkt werden», so Robert Soos vom Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich. Im Übrigen hätten die Anbieter der Verleih-Fahrzeuge einen bedingten Anspruch auf Nutzung des öffentlichen Grundes und damit auch der Abstellplätze. Enuu zahlt der Stadt dafür 20 Franken pro Monat/Fahrzeug.

Ein ''Enuu'' Elektromobil ist auf den Strassen von Biel unterwegs, am Donnerstag, 8. November 2018, in Biel. Die Fahrzeuge sind auf Radwegen zugelassen und der Benutzer braucht keinen Fuehrschein der Kategorie B. Enuu darf auf einem Parkplatz fuer Velos/Motorraeder parkiert werden. (KEYSTONE/Adrian Reusser)

Das Enuu-Mobil ist seit Herbst 2018 in Biel unterwegs. Nun rollen die E-Wägeli auch durch Zürich. Bild: KEYSTONE

«Wir sind mehr als zufrieden»

Nach einer Testphase in Biel wagt Enuu nun den Sprung nach Zürich. Das Jungunternehmen peilt Basel und Genf als weitere Schweizer Städte an. 2020 soll die Expansion in europäische Metropolen folgen.

In Biel ist eine kleine Flotte von Enuu-Mobilen seit vergangenem Herbst unterwegs. Das «Bieler Tagblatt» fällte unlängst ein Zwischenurteil. Enuu holt sich gute Noten ab: 100 Fahrten nehmen die 13 Fahrzeuge täglich unter die Räder, insgesamt zählt das System über 800 Nutzer. Entsprechend glücklich ist Enuu-Mitgründer Luca Placi: «Wir sind mehr als zufrieden.» Inzwischen hat Enuu in Biel die Flotte auf 20 Fahrzeuge aufgestockt.

Nun bleibt abzuwarten, wie sich Enuu in den anderen Schweizer Städten gegen die harte Konkurrenz durch E-Trottis und Leihvelos schlägt.

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