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Das in Splügen vom Hüscherabach erfasste Auto. Bild: kapo graubünden

So viel Wasser wie seit 1975 nicht mehr: Hier werden Insassen aus einem Auto gerettet



Starker Regen hat in der Nacht auf Mittwoch Teile des Kantons Graubünden erfasst. In Splügen mussten zwei Personen aus einem Fahrzeug gerettet werden, das in einen Bach geraten war. Diverse Strassen wurden gesperrt, darunter die Nationalstrasse A13.

Von Dienstagabend 22 Uhr bis Mittwochmorgen 9 Uhr gingen bei der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden über 15 Meldungen zu Ereignissen mit Starkniederschlägen ein. In diversen Teilen des Kantons standen Feuerwehren, das Tiefbauamt und weitere Organisationen im Einsatz.

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Die gesperrten A13 und H13 bei Medels. bild: kapo graubünden

Besonders betroffen waren laut Polizeiangaben die Regionen Mesolcina und Rheinwald. In Splügen wurde beim oberen Bergbahnparkplatzes ein Auto vom ansteigenden «Hüscherabach» erfasst und in den Bach gerissen. Die beiden Insassen wurden im Schlaf von den Fluten überrascht.

Die von den Wassermassen bedrohte A13 bei Soazza

Die von den Wassermassen bedrohte A13 bei Soazza. Bild: kapo graubünden

Mit einem Kranfahrzeug konnten die beiden Insassen unverletzt, jedoch unterkühlt aus dem Fahrzeug geborgen werden. In Cama wurden zwei Familien und in Medels Bewohner eines Hauses sowie deren Tiere aus dem Stall vorsorglich evakuiert.

Überschwemmung: So viel Wasser wie zuletzt 1975

Die starken Regenfälle führen in den Flüssen zu hohen Wasserständen. Der Fluss Landwasser bei Davos führte zuletzt 1975 ähnliche Wassermassen. Statistisch gesehen führt der Fluss nur alle 65 Jahre so viel Wasser. Das schreibt der SRF-Meterologe Gaudenz Flury auf Twitter.

Auch die Moësa im Misoxtal zwischen Graubünden und dem Tessin führt ausserordentlich viel Wasser. Das zeigt ein Video, das ein User SRF-Meteo zugeschickt hat.

Mehrere Strassen gesperrt

Die Autostrasse A13 sowie die Italienische Strasse H13 wurden bei Medels und bei Cabbiolo von Murgängen erfasst oder von den Wassermassen bedroht. Sowohl die A13 als auch die Italienische Strasse H13 und der Splügenpass mussten gesperrt werden.

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Die gesperrte H13 bei Cabbiolo. Bild: kapo graubünden

Geschlossen werden musste ausserdem der San Bernardinotunnel. Wann die A13 wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, konnte die Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage noch nicht sagen. Auf dem übrigen Bündner Kantonsgebiet kam es zu Verkehrsbehinderungen oder Umleitungen. Die Einsatzkräfte nahmen die Aufräum- und Sicherungsarbeiten am Mittwochmorgen mit Hochdruck auf.

Diese Strassen sind weiterhin gesperrt:

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Die Strassen von Thusis nach Roveredo ist weiterhin in beiden Richtungen gesperrt. bild: strassen.gr/strassenzustand

Die Matterhorn Gotthard Bahn meldete am Mittwochmittag, dass der Betrieb am Autoverlad Furka, zwischen Oberwald VS und Realp UR, eingestellt worden sei. Der Grund sei ein Erdrutsch auf der Strasse zwischen Realp und Hospental. Ab 18.35 Uhr verkehrten die Züge wieder gemäss Fahrplan.

Regenmengen eines ganzen Monats

Der Wetterdienst Meteonews schrieb am Mittwoch von «teils unwetterartigen Regenmengen» in der Schweiz. Die seit Sonntag gemessenen Mengen hätten teilweise die durchschnittlichen Regenmengen, welche über den ganze Monat Juni verteilt fielen, überstiegen. Für neue Niederschlagsrekorde habe es aber nicht gereicht.

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Bild: meteonews

SRF Meteo zufolge ging die Haupt-Regenmenge in Graubünden über den Südtälern Misox und vor allem Bergell nieder. In Soglio wurden 119 Millimeter Regen verzeichnet, in Vicosoprano 103 Millimeter.

Der Starkregen führte nicht nur zu Hochwasser an der Moesa, kurzzeitig wurde die Schwelle zur Gefahrenstufe 4 erreicht. Hänge gerieten ins Rutschen.

Bis knapp 200 Millimeter Regen

In der Romandie, entlang des Juras, im Chablais, im Obergoms, im Gotthardgebiet sowie in Teilen der Surselva kamen verbreitet 60 bis 90 Millimeter, stellenweise auch über 100 Millimeter Regen zusammen. Am meisten Niederschlag fiel gemäss Meteonews zwischen der Simplonsüdseite und dem Sopraceneri mit 150 bis knapp 200 Millimetern.

Besser wird das Wetter gemäss den Wetterdiensten am Donnerstag und Freitag, wenn ein Zwischenhoch die Lage bestimmt. Unbeständig soll es dann wieder am Wochenende werden. (cma/sda)

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