Schweiz
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40-Franken-Grenze für Zahlungen ohne PIN gilt trotz Corona weiter



FILE- In this July 17, 2018 photo, a customer buys groceries with a credit card in Salem, N.H. Cheapskates and low spenders aren’t the ideal credit card customers for banks because they’re typically not as profitable as fast-swiping spendthrifts who rack up finance charges. Still, banks offer credit cards with features that can fit well into a frugal lifestyle. (AP Photo/Elise Amendola, File)

Trotz Corona-Krise: Ab einem Einkauf von 40 Franken muss der PIN eingetippt werden. Bild: AP/AP

In Zeiten des Coronavirus versuchen viele Menschen den Kontakt mit Türfallen zu vermeiden. Am Zahlterminal im Laden muss bei Beträgen von über 40 Franken aber weiter der PIN eingegeben werden. Eine Erhöhung des Freibetrags ist vorerst nicht in Sicht.

Das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder dem Smartphone erfreut sich nicht erst seit der Corona-Krise immer grösserer Beliebtheit. Erst jüngst vermeldeten die Betreiber des bargeldlosen Bezahlsystems Twint neue Anmeldungs- und Transaktionsrekorde.

In der Schweiz können mit Debit- und Kreditkarten aber ohne Eingabe des PIN bisher nur Beträge bis maximal 40 Franken am Zahlungsterminal beglichen werden.

Für viele Konsumenten dürfte dies in Zeiten einer hohen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ungute Gefühle wecken, da ein Terminal kaum nach jeder Nutzung gereinigt werden kann. Bis es zu einer Erhöhung dieser Limiten kommt, dürfte es aber noch eine Weile dauern.

Bald höhere Limiten bei Kreditkarten?

Generell wird die Limite für kontaktloses Bezahlen ohne PIN-Eingabe bei Kreditkarten von den internationalen Kartenorganisationen wie American Express, Mastercard oder Visa festgelegt.

Immerhin scheint nun betreffend Kreditkarten Schwung in die Sache zu kommen: «Die Schweizer Kreditkartenherausgeber erörtern derzeit mit den internationalen Kartenorganisationen eine Erhöhung dieser Limite», sagte Thomas Hodel, Geschäftsführer der Swiss Payment Association, die Branchenorganisation des Schweizer Kreditkartenmarktes.

Es gelte aber zu bedenken, dass eine Anhebung der Limite eine technische Änderungen an einem komplexen Zahlungssystem darstelle: «Das Zahlungssystem ist eine systemrelevante Infrastruktur – erst recht in der aktuell ausserordentlichen Lage», betonte Hodel.

Systemänderungen müssten daher vorab genügend getestet und unter allen betroffenen Parteien gut abgestimmt sein. Sie könnten somit nicht «von heute auf morgen» vollbracht werden, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Von Seiten der Credit Suisse hiess es, dass man als Herausgeberin und Vertriebspartner die Limite von Debit- und Kreditkarten nicht alleine beeinflussen könne. Entsprechende Initiativen würde die Grossbank aber begrüssen und unterstützen, teilte eine Mediensprecherin auf Anfrage mit.

Die Kreditkartenfirma Mastercard hat abseits des komplexen Schweizer Systems bereits reagiert. Das Unternehmen erhöhte unlängst das Limit für kontaktlose Zahlungen in 29 Ländern, darunter dem Nachbarland Deutschland. Der Freibetrag stieg dort von 25 auf neu 50 Euro.

Auf das Smartphone ausweichen

Trotzdem dürfte es in der Schweiz vorerst bei der Limite von 40 Franken bleiben. Bei höheren Beträgen hilft dann nur das Smartphone oder die Smartwatch weiter, wenn der Kunde den Kontakt mit dem Zahlenfeld auf dem Terminal vermeiden will.

Thomas Hodel rät daher ebenfalls auf das Smartphone auszuweichen, um per Koppelung der Kreditkarte ans Smartphone unabhängig vom Betrag vollkommen kontaktlos bezahlen zu können. Möglich sei dies bereits bei fast allen Karten per Mobile Payment. Mittels Apple Pay, Google Pay oder auch Twint kann die Kreditkarte auf dem Smartphone hinterlegt werden.

Viele ältere Menschen, die Teil der Risikogruppe sind, verfügen aber meist nicht über das technische Knowhow. Viele besitzen nicht einmal ein Smartphone, geschweige denn eine Smartwatch.

Vielfach gilt das Bezahlen per Kreditkarte zudem gerade in dieser Altersgruppe als wenig beliebt. Gerade für die Risikogruppen wäre daher eine möglichst baldige Erhöhung der Limiten für normale Debit- bzw. Bankkontokarten wünschenswert – so viel ist laut Experten klar. (adi/sda/awp)

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