Schweiz
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Schweizer Privatbank

Julius Bär verdoppelt Gewinn fast und baut 200 Stellen ab



Die Bank Julius Bär ist 2014 weiter gewachsen, hat die Kundenvermögen auf Rekordhöhe gesteigert und den Gewinn auf 367 Millionen Franken fast verdoppelt. Wegen der starken Frankenaufwertung tritt die Bank nun aber auf die Kostenbremse.  

Julius Bär lanciert ein Programm zur Reduktion der Kostenbasis um rund 100 Mio. Franken, wie die Bank am Montag mitteilte. Die Hälfte der Einsparungen soll bereits im laufenden Jahr realisiert werden. 

Konkret werden Personalkosten gesenkt durch Restriktionen bei Neuanstellungen, die Umverteilung von Ressourcen sowie die Streichung von rund 200 Stellen.

Mehrheitlich Jobs in der Schweiz betroffen

Die Stellenkürzungen werden laut Finanzchef Dieter Enkelmann zur Mehrheit Arbeitsplätze in der Schweiz betreffen. So weit wie möglich sollen natürliche Abgänge genutzt werden, es werde aber auch zu Entlassungen kommen.

Möglich seien zudem Verlagerungen von Arbeitsplätzen aus der Schweiz ins Ausland, sagte Enkelmann in einer Telefonkonferenz. Ob neben dem kurzfristig zusammengestellten Sparprogramm zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Massnahmen notwendig würden, werde man sehen, ergänzte Konzernchef Boris Collardi.

Julius Bär hatte das Vermögensverwaltungsgeschäft (IWM-Geschäft) von Merrill Lynch ausserhalb der USA übernommen. Der Prozess sei 2014 weitgehend abgeschlossen worden, hiess es. Es bleibe lediglich die Übertragung des Geschäfts in Indien, die nach aktuellem Stand voraussichtlich gegen Mitte 2015 durchgeführt werde. 

ZUM AKTUELLEN GEWINNRUECKGANG VON JULIUS BAER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Die Bank Julius Bär weist für das vergangene Jahr einen Rückgang des Konzerngewinnes um 30 Prozent auf 188 Mio. Fr. aus. Während der Betriebsgewinn stieg, belasteten Sonderfaktoren das Ergebnis. Dazu zählen die Kosten für das übernommene Vermögensverwaltungsgeschäft von Merrill Lynch ausserhalb der USA --- Boris Collardi, CEO Bank Julius Baer, am Montag, 22. Juli 2013 im Hotel Widder in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Boris Collardi, CEO von Julius Bär. Bild: KEYSTONE

Während 2014 weitere 166 Mitarbeitende von IWM zu Julius Bär wechselten, führte die mit der Integration verbundene Restrukturierung dazu, dass 564 Mitarbeitende die Gruppe verliessen. Netto wurden also 398 Vollzeitstellen gestrichen. 

Mehr verwaltete Vermögen 

Die IWM-Geschäfte trugen weiter zum Wachstum von Julius Bär bei. Die verwalteten Vermögen stiegen um 14 Prozent auf 291 Milliarden Franken. Basierend auf Marktwerten vom Jahresende stammen davon 60 Milliarden Franken von IWM. Zum Anstieg trug ein Netto-Neugeldzufluss von 13 Milliarden Franken bei. 

Den Gewinnsprung erklärte Julius Bär mit tieferen Kosten für die IWM-Integration als im Vorjahr sowie mit dem Wegfall einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Quellensteuerabkommen der Schweiz mit Grossbritannien

Der um Integrations- und Restrukturierungskosten adjustierte Konzerngewinn legte 22 Prozent auf 586 Millionen Franken zu. Die Dividende will Julius Bär von 60 Rappen im Vorjahr auf einen Franken pro Aktie erhöhen. 

Handlungsbedarf sieht die Bank bei den IT-Plattformen, die erneuert werden sollen. Julius Bär hat die Genfer Bankensoftware-Herstellerin Temenos beauftragt, mit den Planungen für den Ersatz ihrer Core-Banking-Plattform zu beginnen. (dsc/sda) 

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