Schweiz
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Jeder dritte Tessiner kann sich einen Umzug nach Italien vorstellen



Lugano mit Lago di Lugano und San Salvatore am Freitag, 10. August 2012. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Blick auf Lugano. Bild: KEYSTONE

In Italien wohnen, aber weiterhin in der Schweiz arbeiten: Ein solches Leben kann sich gemäss einer Umfrage fast jeder dritte Tessiner vorstellen. Der Leiter des Statistikamts des Kantons Tessin warnt jedoch vor allzu schnellen Rückschlüssen auf mögliche Motive.

45 Prozent der 3900 Befragten gaben an, mit ihrem Lohn im Tessin kein «würdevolles Leben» führen zu können. 14.5 Prozent können nur dank Unterstützung der eigenen Familie würdevoll leben. Dies zeigt eine Umfrage der nicht kommerziellen Vereinigung «Ticino & Lavoro».

3.4 Prozent der Befragten sind bereits nach Italien umgezogen - ohne dabei die Arbeitsstelle in der Schweiz aufzugeben. 4 Prozent der Befragten ist laut Studienergebnis dabei, seinen Wohnsitz nach Italien zu verlegen. 31.2 Prozent kann sich vorstellen, über die Grenze zu ziehen und die Arbeitsstelle im Kanton Tessin zu behalten, während 59.1 Prozent angab, einen Umzug nach Italien noch nie Erwägung gezogen zu haben.

Wenn Kantonswappen ehrlich wären

Gemäss der Zusammenfassung von «Ticino & Lavoro» haben gut 57 Prozent der Umfrageteilnehmer die Frage «Warst du schon einmal unterbezahlt?» bejaht. 71 Prozent der Studienteilnehmer hätten zudem die Frage: «Kannst du mit deinem Lohn alle Rechnungen bezahlen und zusätzlich noch einen Betrag aufs Sparkonto einzahlen?» mit «Nein» beantwortet.

Bei der Messung der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben kreuzten die Befragten auf einer Skala von 1 bis 10 am häufigsten die Note 5 an.

«Keine vorschnellen Rückschlüsse ziehen»

Auch die offiziellen Zahlen des statistischen Amts des Kantons Tessin zeigen, dass in den letzten Jahren die Zahl der Wegzüger in Richtung Italien zugenommen hat. 2011 verliessen 289 im Tessin wohnhafte Schweizer den Kanton in Richtung Süden. 2018 waren es 488 Personen mit Schweizer Pass, die ihren Wohnsitz nach Italien verlegten.

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Video: srf

Dennoch warnt der Leiter des statistischen Amtes Pau Origoni vor vorschnellen Schlüssen. Es sei unmöglich abzusehen, wie viele der Wegzüger effektiv ihre Arbeitsstelle in der Schweiz behalten und zu «Grenzgängern» würden. Zudem gibt Origoni zu bedenken, dass die Daten kaum Rückschlüsse auf die Motive der Wegzüger zuliessen.

Die nicht-kommerzielle Vereinigung «Ticino & Lavoro» befasst sich regelmässig mit dem Thema Arbeitslosigkeit. Sie wird präsidiert vom Luganeser CVP-Gemeinderat Giovanni Albertini.

Fast die Hälfte der Befragten leben im Süden des Kantons Tessin. 59 Prozent der Umfrageteilnehmer zählen sich selber zur Mittelschicht. (aeg/sda)

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