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Die Schweiz kopiert Idee aus Afrika: UBS und SIX wollen Bargeldtransaktionen überflüssig machen 



A customer conducts a mobile money transfer, known as M-Pesa, inside the Safaricom mobile phone care centre in the central business district of Kenya's capital Nairobi in this July 15, 2013 file photo. Globally, an estimated 2.5 billion people don't have a bank account, but many own a cellphone, fueling a race to turn these phones into bank books for the 'unbanked' to store cash, manage their accounts, make purchases and send and receive money - part of so-called 'financial inclusion'. In a report this week, the GSMA, the association of mobile phone companies, said mobile money

Afrika hat in der Peer 2 Peer Methode eine Vorreiterrolle eingenommen. Bild: THOMAS MUKOYA/REUTERS

Die SIX Group, zuständig für jede Transaktion in der Schweiz, lanciert zusammen mit den Grossbanken ZKB und UBS ihre Bezahl-App Paymit. Die App soll es einem ermöglichen, unkompliziert Geld an einen anderen User von Paymit zu überweisen. Dies soll den Zahlungsverkehr vorerst zwischen Freunden vereinfachen.

Doch dieses Peer-2-Peer-System (P2P) hat in der Schweiz einen schweren Stand: «Fast niemand weiss, was eine P2P-Zahlung eigentlich ist», sagt Sandro Graf, Zahlungsexperte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. «Es ist sehr schwer, etablierte Verhaltensmuster zu durchbrechen. Habe ich kein Bargeld für ein Bier, kann ich beim Bank-Automaten gegenüber ganz einfach welches holen, oder ich zahle meinem Kumpel das Bier bei einer nächsten Gelegenheit.»

Die Schweiz hinkt hinterher

Damit hinkt die Schweiz dem Ausland hinterher. Während hierzulande noch rund 55 Prozent der Transaktionen im Handel mit Bargeld beglichen werden, nutzt beispielsweise in Dänemark bereits etwa ein Viertel der Bevölkerung eine ähnliche Bezahl-App der Dankse Bank. In den skandinavischen Ländern, wie zum Beispiel Schweden, werden nur noch etwa ein Viertel der Transaktionen mit Bargeld getätigt. Und in ganz Afrika, Geburtsort der Idee, wird seit Langem schon per Handy bezahlt. Warum kommt diese Idee erst jetzt bei uns auf? 

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In Afrika schon lange etabliert: Bargeldloses Bezahlen übers Handy. Eine Werbung von 2012. YouTube/Safaricom Kenya

«In der Schweiz ist Bargeld sehr beliebt, weil es überall akzeptiert ist und zudem schnell und anonym ist», sagt Graf. Und Afrika, sagt Andreas Kubli, Leiter von Management & Digitization der UBS Switzerland AG, sei kein Vergleich. «In Afrika soll auf diese Art das fehlende Banksystem ersetzt werden. In der Schweiz soll Paymit lediglich als Zusatz zu unserem bereits bestehenden System dienen.»

Trotzdem. Viel Wirbel um Nichts oder tatsächlich revolutionär? «Was Paymit von anderen solchen Apps unterscheidet ist, dass mit der UBS und der ZKB zwei grosse Bankinstitute dahinter stehen», so Graf. Dies verleihe der App eine gewisse Glaubwürdigkeit, was Sicherheit und Technik betrifft. «Um aber wirklich Erfolg zu haben, muss sich eine solche App weiterentwickeln. Sie muss mir Möglichkeiten bieten, den alltäglichen Zahlungsverkehr unkompliziert zu tätigen.»

A man waits for M-Pesa customers at his shop in Kibera in Kenya's capital Nairobi December 31, 2014. Safaricom, Kenya's biggest telecoms firm, is a model of how technology can be used to financially include millions of people with mobile telephones but without access to traditional infrastructure such as the banks that are available to the wealthy or those living in cities. Safaricom in 2007 pioneered its M-Pesa mobile money transfer technology, now used across Africa, Asia and Europe. It proved that money can be made from people who earn a few dollars a day.  REUTERS/Noor Khamis (KENYA - Tags: BUSINESS SOCIETY SCIENCE TECHNOLOGY TELECOMS)

Bild: NOOR KHAMIS/REUTERS

Wirst du die Paymit-App ausprobieren?

Will ich meine Bankdaten wirklich auf dem Smartphone haben?

Doch wie sieht es mit der Sicherheit aus? Das Vertrauen darauf, dass unsere Smartphone-Daten geschützt sind, hat arg gelitten. Jetzt soll ich sogar noch meine Bankdaten auf dem Handy speichern? «Nur weil das System für das Smartphone konzipiert wurde, heisst es noch lange nicht, dass es deswegen unsicher ist», sagt Kubli.

Es lasse sich mit einer Kreditkarte vergleichen: Die App und das Handy sind durch einen Pin geschützt. Sollte das Handy verloren gehen oder geklaut werden, kann der Kunde die App sofort über die Paymit-Hotline der UBS sperren. Sollte all das nichts nützen, gibt es auf der App bei Kreditkartennutzung eine Limite von 500 Franken.

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