Schweiz
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epa08470734 People eat and drink at their table in a night club transformed into a restaurant as the current sanitary measures still discourage the usual clubbing experience, in Lausanne, Switzerland, 06 June 2020. As of 06 June, Switzerland has taken its third step to gradually loosen measures implemented in a bid to contain the spread of the SARS-CoV-2 coronavirus that causes the COVID-19 disease. Secondary schools, universities, tourist facilities, mountain railways, camping grounds, and all leisure and entertainment businesses such as casinos, amusement parks, zoos and botanic gardens, swimming pools and spas are going to reopen.  EPA/VALENTIN FLAURAUD

Szene aus dem Nachtleben in Lausanne: Vorschnelle Öffnungen könnten die Wiedereröffnung der Nachtclubs nach hinten verschieben. Bild: keystone

«Das ist Konkurs auf Raten»: «Schweizer Bar und Club Kommission» gegen schnelle Öffnung



Am Mittwoch entscheidet der Bundesrat über die kommenden Öffnungsschritte. Gemäss den vorgestellten Plänen sollen ab dem 1. März zwar die Läden aufgehen, die Restaurants und Bars jedoch weiterhin bis mindestens 1. April geschlossen bleiben.

Vielen Kantonen gehen diese Öffnungsschritte zu wenig schnell. So fordern etwa die bürgerlichen Ostschweizer Regierungen, dass Restaurant-Terrassen bereits ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Auch der rot-grün dominierte Waadtländer Staatsrat pocht auf eine schnellere Öffnung: Restaurants sollen ab dem 15. März tagsüber wieder Gäste empfangen dürfen.

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Gegenwind erhalten die Pläne des Bundesrates auch von der Gesundheitskommission des Nationalrates. Eine Mehrheit aus SVP-, FDP und Mitte-Politikern verlangt die Öffnung der Restaurants, Fitnessstudios und der Kultur- und Unterhaltungsbetriebe per 22. März.

«Bar und Club Kommission» will keine schnellen Öffnungen

Gar nichts von einer schnellen Öffnung hält man indes bei einer Branche, die mit am stärksten von der Pandemie betroffen ist. Die Schweizer «Bar und Club Kommission» erteilt den Öffnungsturbos eine klare Absage.

Es sei noch zu früh, um zusätzliche Lockerungen zu fordern, heisst es in einer Medienmitteilung, die am Montagnachmittag verschickt wurde. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Ansteckungen dann am effizientesten unterbunden würden, wenn die Leute zuhause blieben. «Jede Wiedereröffnung, egal wie gut die Schutzkonzepte sind, birgt somit das Risiko eines Anstiegs an Neuansteckungen.»

Nur wenn die Ansteckungszahlen weiter sinken würden und das Impfen vorwärts gehe, gebe es eine Perspektive für Musikveranstaltungen, das Nachtleben und für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz.

«Ein halb geöffneter Betrieb ist bei dem in der Schweiz herrschenden Kostendruck nichts anderes als ein Konkurs auf Raten»

«Bar und Club Kommission»

Für Terrassenöffnungen hat die Kommission wenig übrig. «Ein halb geöffneter Betrieb ist bei dem in der Schweiz herrschenden Kostendruck nichts anderes als ein Konkurs auf Raten», heisst es in der Medienmitteilung.

Die «Bar und Club Kommission» fürchtet sich davor, dass sich die Geschichte des letzten Sommers wiederholt. «Dass eine vorzeitige Öffnung dazu führt, dass sich die epidemiologische Lage wieder verschlechtert.» Clubs und Bars seien die Letzten, die wieder aufmachen könnten. Von dem her seien sie auch die am meisten Leidtragenden, wenn jetzt zu schnell geöffnet würde.

Die «Bar und Club Kommission» will damit einen anderen Weg gehen als Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. Dieser drängt auf eine rasche Öffnung der Gastronomie-Betriebe. «Wir haben gut funktionierende Schutzkonzepte, die Ansteckungsgefahr ist sehr klein», sagte Platzer vergangene Woche gegenüber SRF. (cma)

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

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