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Sonntagszeitungen: Amherd durchleuchtet VBS ++ Kinderärzte warnen vor falschen Daten



Sponsoring: Amherd durchleuchtet das VBS

Private Sponsorings von staatlichen Tätigkeiten ist laut dem «SonntagsBlick» nicht nur im Aussendepartement EDA ein Thema – auch in anderen Ministerien kommen Geldflüsse von externen Stellen vor. Gegenüber der Zeitung bestätigte etwa das VBS, Geld bei drei Aviatik-Veranstaltungen von Firmen wie der Ruag, Pilatus und Swisscom angenommen zu haben. VBS-Vorsteherin Viola Amherd habe zudem Anfang Juli eine interne Prüfung in ihrem Departement angeordnet.

Bundesraetin Viola Amherd spricht an einer Medienkonferenz zu Entscheiden zu Air2030 und zur Modernisierung der Bodentruppen der Armee, am Donnerstag, 16. Mai 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Bild: KEYSTONE

Der Prüfungsauftrag liege dem «SonntagsBlick» vor und darin stehe, dass Zuwendungen aus privaten Finanzierungsquellen für die öffentliche Verwaltung in den vergangenen Jahren aufgrund immer knapper werdenden Haushaltsmittel an Bedeutung gewonnen hätten. Im Herbst solle der Untersuchungsbericht im VBS vorliegen. Neben dem EDA habe auch das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) mit einem Zigarettenhersteller einen Sponsoring-Vertrag gehabt. So habe Japan Tobacco International in den Jahren 2012 und 2013 den Schweizer Filmpreis mit je 54'000 Franken unterstützt. Dieser Deal des Bundesamtes für Kultur sei aber mit dem Amtsantritt von Bundesrat Alain Berset im EDI nicht verlängert worden, hiess es.

UBS-Urteil hat ein politisches Nachspiel

Bürgerliche Politiker stören sich am Urteil des Bundesgerichts vom Freitag, wonach die Grossbank UBS über 40'000 Datensätze an Frankreich liefern muss. Dieses Urteil werde ein Nachspiel haben, sagte etwa der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter in der «NZZ am Sonntag». Man werde schauen, wie solche Fischzüge klarer definiert und von der Amtshilfe ausgenommen werden könnten.

Auch der Züricher FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann will sich das Urteil anschauen. «Je nach Resultat müssen wir dafür sorgen, dass die rechtlichen Grundlagen angepasst werden», sagte er. Die Schweizerische Bankiervereinigung werde das Urteil ebenfalls so nicht stehen lassen, hiess es zudem von der Organisation. Sie werde sich überlegen, wo man korrigierend eingreifen könne. Obendrein zeigte sich die SVP in der «SonntagsZeitung» besonders von den Richtern enttäuscht. Einer der drei Richter, die für die Auslieferung der Daten gestimmt hatten, ist Mitglied der SVP. Fraktionspräsident Thomas Aeschi sagte gegenüber der Zeitung: «Wir müssen uns ernsthaft fragen, ob wir Bundesrichter unserer Partei wiederwählen wollen, wenn sie in keiner Weise unser Gedankengut vertreten.»

Weitere Reaktionen auf Béglés Nordkorea-Besuch

In der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» gibt es Reaktionen von Nordkorea-Reisenden auf Tweets des Waadtländer CVP-Nationalrats Claude Béglé, der sich positiv über die Zustände in dem kommunistischen Land geäussert hatte.

Sobald westliche Ausländer in Nordkorea ankämen, sähen sie, dass alles, was man ihnen zeigt, nicht der Realität entspricht, erklärte etwa der SVP-Nationalrat Jean-François Rime der Zeitung. Alles, was besucht wird, sei ein Schaufenster, sagte zudem ein ehemaliger Mitarbeiter des EDA. Und die französische Journalistin und Autorin mehrerer Bücher, Juliette Morillot, sagte, sie habe die selben Dinge wie Béglé gesehen. Allerdings fehle ihm jegliche Reflexion der Eindrücke. Zudem sehe das ganze Land nicht so aus wie auf einer Postkarte. Und mit Sicherheit wurde Béglé von freundlichen Personen begleitet, die seine positiven Eindrücke über Nordkorea verstärken sollten.

Krebstherapien: Universitäten greifen Pharma an

Nicht alle Krankenkassen bezahlen die Zelltherapie Kymriah gegen Formen von Blut- und Lympfdrüsenkrebs vom Novartis-Konzern und daher verstarb laut der «SonntagsZeitung» bereits ein Patient. Seine Krankenkasse habe keinen Deal für die rund 370'000 Franken teure Behandlung ausgehandelt, und daher habe er einen ihm offerierten Therapieplatz ablehnen müssen.

Von der Krebsforschung Schweiz hiess es gegenüber der Zeitung, dass die wahren Therapiekosten allerdings ohnehin nur bei rund 100'000 Franken liegen würden. Offiziell ist die Zelltherapie von Novartis seit Oktober in der Schweiz zugelassen. Seither seien am Universitätsspital Zürich, am Inselspital Bern, am Kinderspital Zürich sowie in Bellinzona knapp 20 Patienten behandelt worden. Derweil meldet die «NZZ am Sonntag», dass sich Schweizer Universitätsspitäler zusammenschlössen, um Patienten bald mit eigenen und billigeren Zelltherapien behandeln zu können. Es sei eine gemeinsame Plattform gegründet worden. Ziel sei es, eine Therapie für 150’000 bis 200’000 Franken anzubieten - also rund einen Drittel günstiger als die Pharmaindustrie.

Die Bundesanwaltschaft erhält Einsicht in Auszüge des Geschäftskalenders des ehemaligen Fifa-Generalsekretärs Urs Linsi. (Archivbild)

Bild: KEYSTONE

Fifa bekennt sich zum Standort Zürich

Der Weltfussballverband Fifa hat sich laut der «NZZ am Sonntag» zum Standort Zürich bekannt und damit regelmässigen Gerüchten über einen Wegzug nach Paris eine Absage erteilt. Ein Sprecher der Organisation bestätigte gegenüber der Zeitung, dass die Fifa einen langjährigen Mietvertrag für ein Bürogebäude in Zürich-Oerlikon abgeschlossen habe. Dies sei ein Bekenntnis zu Zürich, hiess es zudem von dem Verband. Insgesamt beschäftige die Fifa mittlerweile rund 1000 Mitarbeiter - eine Verdopplung in den vergangenen sieben Jahren.

In der Schweiz wird immer weniger Schweinefleisch gegessen

Der Konsum von Schweinefleisch in der Schweiz ist laut einer Meldung des «SonntagsBlick» in den vergangenen Jahren gesunken. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben von Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft. Daher habe in den vergangen Jahren in neun von 12 Monaten ein Überangebot geherrscht. Die Bauern mussten laut der Zeitung auf diese Situation reagieren und hielten mittlerweile weniger Schweine.

In den ersten sechs Monaten des Jahres seien zudem sieben Prozent weniger Schweine geschlachtet worden als in den Vorjahren, hiess es von Proviande diesbezüglich. Aufgrund des Überangebots an Schweinefleisch tobe im Hintergrund ein Preiskampf zwischen Produzenten und Grossverteilern.

Swisspass: 200'000 Bahnfahrer sind immer noch mit altem GA unterwegs

Vor vier Jahren, am 1. August 2015, wurde der Swisspass eingeführt und laut dem «SonntagsBlick» haben mittlerweile rund 4.17 Millionen Personen die roten, statt der ursprünglich blauen ÖV-Kärtchen. Doch es gebe immer noch immer viele Pendler, die mit den alten Abonnements unterwegs sind.

Aktuell befänden sich noch rund 200'000 blaue Karten im Umlauf, hiess es von der nationalen Tariforganisation ch-direc zu der Zeitung. Die grosse Mehrheit seien Generalabonnemente (GA) und gehörten Kunden, die sie über ihren Arbeitgeber bezögen oder den Mitarbeitern der Schweizer Transportunternehmen. Die Priorität bei der Swisspass-Einführung habe auf der grössten Kundengruppe, die Privatkunden, gelegen. Im Verlauf des zweiten Halbjahrs 2019 solle nun aber auch GA von Geschäftskunden auf dem Swisspass integriert werden.

Kinderärzte warnen vor falschen Daten

Schweizer Kinder sind laut der «SonntagsZeitung» grösser als bisher angenommen. Das Blatt beruft sich auf eine noch unveröffentlichte Studie des Pädiatrisch-Endokrinologische Zentrums Zürich. Dieses habe zusammen mit Kinderärzten und Schulen rund 30'000 Kinder und Jugendliche vermessen.

Die durchschnittliche Körpergrösse fiel dabei um bis zu vier Zentimeter höher aus als auf den offiziellen Wachstumskurven. Studienleiter Urs Eiholzer sagte der Zeitung: «Abweichungen um mehrere Zentimeter sind sicher keine Bagatelle.» Man müsse davon ausgehen, dass aktuell vielen Kindern zu Unrecht ein gesundes Wachstum attestiert werde. Dadurch würden sie aber nicht auf spezifische Krankheiten überprüft und eine nötige Behandlung bleibe aus. Zudem würden die Normwerte nur auf Messdaten von knapp 250 Kindern beruhen. (sda)

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