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Dieser Vorschlag von User «Zappelphilipp» zur Neueinteilung der Schweiz inkorporiert gleich noch die italienische autonome Region Trentino-Südtirol.  Karte: Zappelphilipp.li

Neue Kantone braucht das Land

Vom «Alpgau» bis zum Kanton «Grüezini»: So teilen watson-Leser die Schweiz neu auf



Kürzlich hat watson die politische Landkarte der Schweiz neu gezeichnet und die Zahl der Kantone dabei kurzerhand auf zehn eingedampft. Die Reaktionen der User waren vielfältig: Harsche Kritik («Mein gott.. lönd doch mal das land sii wies isch.. huere hirn amputation»), Spott («do muess öpperem uf dä watson-redaktion jo sehr langwielig gsi si»), aber auch nicht wenig Beifall. 

Einige User liessen es nicht dabei bewenden, sondern machten ihrerseits Vorschläge, wie viele Kantone die Schweiz haben sollte – und wie diese aussehen könnten. Zum Beispiel User «MGa», der die Zahl der Kantone weiter reduzieren möchte. Seine Schweizerkarte enthält nur noch diese sechs Stände: 

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Nur noch sechs Kantone: Die nach dem Vorschlag von User «MGa» erstellte Karte fasst die gesamte frankophone Schweiz in einem Kanton zusammen. Der Aargau und Solothurn bilden mit Basel einen Nordwestkanton; Zürich, Schaffhausen und die Ostschweiz einen Nordostkanton. Glarus wird mit der Zentralschweiz zusammengelegt. Bern, Deutschfreiburg und Oberwallis fusionieren. Graubünden und das Tessin bilden einen Südostkanton. Karte: watson/MGa

User «MMA» dagegen würde acht Flächenkantone und vier Stadtkantone (Zürich, Genf, Basel, Bern) bilden: «Für alle, die nicht zu Zürich gehören wollen: Wie wär's mit Stadt-Kantonen? Dann machen wir Winterthur, Thun und Biel zu Kantonshauptorten», schreibt er. So etwa sähe seine Schweiz aus: 

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Die vier von «MMA» vorgeschlagenen Stadtkantone sind rot eingezeichnet; bei den acht Flächenkantonen sind die Hauptorte eingetragen. Auch «MMA» legt übrigens Graubünden und das Tessin zusammen und macht aus der Zentralschweiz einen Kanton. Glarus schlägt er aber zur Ostschweiz, während der Aargau, Schaffhausen und der Thurgau mit Zürich fusionieren. Basel-Landschaft, Solothurn, der heutige Kanton Jura, der Berner Jura und Neuenburg bilden einen zweisprachigen Jura-Kanton.  Karte: watson/MMA

Mit historischen Kenntnissen brilliert User «me.baden». Er postet in seinem Kommentar eine Karte der Helvetischen Republik und gibt zu bedenken: «Vielleicht genügt schon die Rückkehr zu einem früheren Stand als Start.» 

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Die Helvetische Republik, wie sie 1798/99 aussah. Die Kantone waren in der Helvetik allerdings – nach französischem Vorbild – reine Verwaltungseinheiten ohne jede Souveränität. User «me.baden» kommentiert seinen Vorschlag: «Baden und Aarau haben eh nicht viel miteinander am Hut, genauso die Regionen Sotto- und Sopraceneri.»   Karte: Wikipedia/sidonius

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Deutlichen französischen Einfluss zeigt dieses nie umgesetzte Projekt zur Einteilung der Helvetischen Republik in Departemente. Ähnlich wie es bei den französischen Départements üblich ist, sind die Kantone hier nach Gewässern und Gebirgszügen benannt.  karte: Wikipedia/sidonius

Auch andere User orientieren sich an der Helvetik, zum Beispiel «karl_e», der schreibt: «Ich würde die Lösung bevorzugen, welche Napoleon der Helvetik verschrieben hat, aber natürlich mit den damals Frankreich zugeschlagenen Kantonen (GE, JU, VS).»

Und Hansjörg Hug schlägt vor: «Ich würde 9 und 10 [also Graubünden und Tessin] vereinen, dafür einen Kanton Linth schaffen. Darin enthalten sind Ausserschwyz, Teile SG (See, Gaster, Werdenberg, Oberland), Bündner Rheintal und Glarus.» User «p4trick» pflichtet ihm bei: «Genau so. Wir brauchen den Kanton Linth wieder mit Rapperswil als Hauptstadt, wie es mal war.»

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Auch hier ist Graubünden mit dem Tessin in einem Kanton zusammengefasst. Wie gross das Gebiet im Bündner Rheintal ist, das Hansjörg Hug dem Kanton Linth zuschlagen möchte, ist nicht ganz klar.   Karte: watson/Hansjörg Hug/p4trick

Recht eigenwillig ist eine Karte, die User @OWalliser via Twitter ins Spiel gebracht hat. Er teilt die Schweiz wie «MGa» in etwa sechs Kantone ein, doch seine Grenzziehung ist deutlich von der Oberwalliser Sicht auf die Welt geprägt: 

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Ob die Lötschentaler («Leetschini») einen eigenen Kanton haben, einen Halbkanton oder gar keinen, geht aus der Karte nicht hervor. Der Begriff «Bäjini» steht laut @OWalliser eigentlich für alle Berner; hier sind aber nur die Oberländer hervorgehoben, die den Oberwallisern vermutlich besonders nahestehen. Die restliche Deutschschweiz – ausser den Bündnern – ist unter der vermutlich wenig schmeichelhaften Bezeichnung «Grüezini» zusammengefasst.  Karte: watson/@OWalliser

Zu einer ganzen Geschichte mit zugehöriger Karte hat sich «Zappelphilipp» von watson inspirieren lassen. In «Wie ein Medium die Schweiz veränderte» beschreibt er die neue Kantonseinteilung der Schweiz im Jahr 2082 – und wie es dazu kam. Hier seine Karte mit den sechs Gauen, zu denen auch noch die Region Trentino-Südtirol gestossen ist:

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«Zappelphilipp» benennt die Kantone («Gaue») nach den Himmelsrichtungen. Karte: Zappelphilipp.li

Dass in unserem Alltag übrigens heute schon Gebietseinteilungen eine Rolle spielen, die nur wenig mit den bestehenden Kantonsgrenzen zu tun haben, zeigt die Karte mit den Regionen der Postleitzahlen: 

Karte Postleitzahlen Schweiz

Karte: watson/Firmendb.de

Und auch die Grenzen der zehn Regionen des Migros-Genossenschafts-Bundes entsprechen nicht überall jenen der Kantone: 

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