Schweiz
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Umweltaktivisten blockieren Quaibrücke und färben Limmat grün



Rund 250 Demonstrantinnen und Demonstranten der Umweltgruppierung Extinction Rebellion haben am Samstag für etwa drei Stunden die Zürcher Quaibrücke blockiert. Die Stadtpolizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und trug Demonstranten einzeln von der Brücke.

epa08497408 Activists from the global environmental movement Extinction Rebellion during a protest on the Quaibruecke in Zurich, Switzerland, 20 June 2020.  EPA/ALEXANDRA WEY

Bild: keystone

Die Blockade-Aktion begann um 12 Uhr und war grundsätzlich friedlich, zu Ausschreitungen kam es nicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die freiwillig gingen oder von der Brücke getragen wurden, mussten sich einer Personenkontrolle unterziehen und erhielten eine Wegweisung. Um 15.15 Uhr war die Kontrolle beendet, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte, und die Quaibrücke konnte für den Verkehr wieder freigegeben werden.

Polizisten tragen einen Aktivisten der Umweltbewegung Extinction Rebellion von der Quaibrücke in Zürich.

Die Polizei musste einige Teilnehmer, die nicht freiwillig gingen, von der Brücke tragen. Bild: sda

Insgesamt seien 257 Personen kontrolliert worden. Davon wurden 5 Personen auf die Polizeiwache gebracht. Eine 18-jährige Frau wird wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte der Staatsanwaltschaft zugeführt. Sämtliche kontrollierten Personen würden wegen verschiedenen Tatbeständen angezeigt.

Alle droht eine Anzeige

Wegen Verstosses gegen die Covid-19-Verordnung machten sich die Demonstranten nicht strafbar, ihnen drohen aber Verzeigungen wegen Störung des öffentlichen Verkehrs und wegen Nötigung, weil der Verkehr für über drei Stunden blockiert war.

HANDOUT - Von Unbekannten grün eingefärbte Limmat, am Dienstag, 10. September 2019 in Zürich. Die Stadtpolizei Zürich hat umgehend Abklärungen eingeleitet und die Wasserschutzpolizei aufgeboten. Zudem wurden Detektive eingesetzt, um den Ursprung der Verfärbung abzuklären. Aufgrund von ersten Erkenntnissen, kann davon ausgegangen werden, dass die Limmat von mehreren unbekannten Demonstrierenden im Bereich der Gemüsebrücke grün eingefärbt worden ist, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. (HANDOUT STADTPOLIZEI ZÜRICH)

Dieses Foto stammt vom 10. September 2019. Damals wurde die Limmat ebenfalls grün eingefärbt – von unbekannten Demonstranten. Bild: STADTPOLIZEI ZÜRICH

Mit geschätzt rund 250 Teilnehmern hatte der Anlass weniger als die maximal erlaubte Demonstrations-Höchstzahl von 300 Personen, die noch bis Sonntag gilt. Praktisch alle Teilnehmer trugen eine Schutzmaske. Die Abstandsregeln, bis Sonntag gelten noch die bekannten 2 Meter, hielten die Aktivsten hingegen nicht ein.

Limmat grün eingefärbt

Die Aktivisten wollten mit ihrer Aktion daran erinnern, dass die Welt nach der Corona-Pandemie nun nicht «zurück zur Normalität» dürfe. Sonst könne der Klimakollaps nicht verhindert werden.

Die Umweltgruppierung Extinction Rebellion ist in vielen Ländern präsent und setzt bei ihren Aktionen meist auf zivilen Ungehorsam wie etwa Strassenblockaden. In Zürich färbte die Gruppierung im vergangenen September die Limmat grün. (sda)

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109 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Ökonometriker
20.06.2020 13:25registriert January 2017
Aktivisten-Logik: Böse Autos verschmutzen Umwelt, also sperren wir eine Brücke, damit sie ein paar Zusatzkilometer fahren müssen!
Wirklich helfen würde eine Initiative mit konkreten Umweltschutzmassnahmen. Aber das ist dann wohl zu anstrengend...
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Schon gegangen
20.06.2020 13:38registriert August 2016
Ui da werden blockierte Influencer dann wieder sauer und die Boulevardpresse hat wieder Futter für eine Woche!
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Roger Rabbit
20.06.2020 16:30registriert June 2020
Jedes WE Demos in Zürich. Die Sympathien für die Anliegen der Demonstranten könnten bald ins Gegenteil umschlagen. Es gibt effizientere Methoden zur Lösungsfindung, als die Besetzung von öffentlichen Plätzen und Verkehrswegen, um damit das lokale Gewerbe sowie tausende von Bürgern zu verärgern. Ich werde den Eindruck nicht los, dass es für viele Teilnehmer von Demos darum geht, ihr WIR-Gefühl repetitiv zu erleben. Bitte arbeitet von nun an ernsthaft an den bekannten Themen zur Problemlösung und lasst die Mitläufer zuhause.
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