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Tigerin Irina darf nach Attacke im Zoo Zürich weiterleben – Polizei sucht nach Zeugen



Ein Amurtiger im Zoo Z

Ein Amurtiger im Zoo Zürich. Bild: sda

Einen Tag nach dem tödlichen Angriff eines Tigers auf eine Pflegerin vom Samstag im Zoo Zürich ist die Polizei von einem Arbeitsunfall ausgegangen. Die Ermittlungen zum Hergang liefen weiter. Die Polizei suchte unter den Zoobesuchern nach Zeugen des Vorfalls.

Was ist der neuste Ermittlungsstand?

Abklärungen von Staatsanwaltschaft und Polizei hätten in der Zwischenzeit ergeben, dass ein Arbeitsunfall im Vordergrund stehe, teilte die Stadtpolizei Zürich am Sonntagmittag mit. Aufgrund der angetroffenen Situation stehe ein Unfallgeschehen im Vordergrund.

Wie kam es zum Unfall?

Wie es genau dazu gekommen war, dass sich die Tigerin zur selben Zeit wie die Tierpflegerin im Aussenbereich aufgehalten hatten, blieb aber weiter unklar. Die Ermittlungen dazu würden auch am Sonntag weitergeführt, sagte die Polizeisprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Unfallort respektive das Gehege sei von den Behörden noch nicht freigegeben worden, sagte die Sprecherin. Die Befragungen von Mitarbeitenden und Auskunftspersonen seien noch im Gange. Zu den Ermittlungen zählten wie allgemein bei einem solchen Vorfall etwa Befragungen des Personals wie auch die Auswertung allfälliger Videobilder. Ob im konkreten Fall solche vorliegen, wollte die Sprecherin nicht sagen.

Konkret suchte die Polizei Zoobesuchende, die sich am Samstag zwischen 13.00 und 13.30 Uhr im Bereich der Tigeranlage aufgehalten hatten.

Ist das Verhalten des Tiers normal?

Ja, Wildtierexperte Samuel Furrer vom Schweizer Tierschutz (STS) erklärte gegenüber Sonntagszeitungen, das Verhalten der Tigerin sei natürlich. Dass sie Eindringlinge in ihrem Revier attackiere, sei nicht ungewöhnlich.

Was passiert mit dem Tier?

Der tragische Vorfall hat für Amurtigerin Irina keine Konsequenzen, schreibt der Zoo Zürich am Sonntag in einer Medienmitteilung. Dort heisst es:

«Die Amurtigerin Irina befindet sich in ihrer gewohnten Umgebung. Mitteilungen darüber, dass die Tigerin sediert sei, sind nicht korrekt. Der Vorfall von gestern Samstag ist höchst tragisch und der Zoo Zürich tief darüber betroffen. Trotzdem hält der Zoo fest, dass die Amurtigerin ein Wildtier ist. Eine Person in ihrer Anlage ist für sie ein Eindringling in ihr Territorium. Sie folgte in ihrer Reaktion ausschliesslich ihren natürlichen Instinkten. Für das Tier hat der Vorfall deshalb keine Konsequenzen.»

Hat der Zoo am Montag wieder offen?

Ja, der Zoo Zürich ist ab Montag wieder für die Besucher geöffnet. Der Bereich um die Tigeranlage bleibt vorderhand aber abgesperrt, heisst es von Seiten des Zoos.

«Bitte keine Spekulationen»

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) im deutschsprachigen Raum warnte vor voreiligen Schlüssen. «Wir bitten alle, sich mit Spekulationen zum Hergang des Tigerunfalls zurückzuhalten, bis der Vorgang durch Zoo, Polizei und Staatsanwaltschaft geklärt wurde», teilte der Verband im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Hunderte Menschen äusserten in den sozialen Medien derweil ihr Beileid gegenüber dem Zoo und den Angehörigen der getöteten Pflegerin. Mehrere Stimmen appellierten, dass die Tigerdame nicht eingeschläfert werden solle.

Am Samstag hatte einer von zwei Tigern im Zoo Zürich im Gehege eine 55-jähriger Pflegerin angegriffen. Die Frau erlitt durch die Attacke der Tigerdame Irina tödliche Verletzungen. (jaw/sda)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chom 05.07.2020 22:42
    Highlight Highlight Absolut richtig. Danke!
  • El Vals del Obrero 05.07.2020 18:47
    Highlight Highlight Gute Reaktion.

    Dieser Unfall war ja absolut tragisch. Der Fehler war aber nicht das Tier, sondern dass die Trennung offenbar nicht funktionierte. Insbesondere wenn die Tiere nach dem Konzept gehalten werden, dass sie nicht an Menschen gewöhnt oder dressiert werden sollen, sondern die Sicherheit technisch gewährleistet werden sollte.

    Und wenn man Raubtierwärterin werden will, geht man nun mal bewusst ein gewisses Risiko ein.
  • Hipster mit Leggins 05.07.2020 18:26
    Highlight Highlight die meisten Leute haben ein völlig gestörtes Verhältnis zur Natur - und labern irgendetwas aus ihren Fauteuils heraus. Stellt Euch vor, vor 200 Jahren wäre Euer Vater bei der Waldarbeit von einem Bär getötet worden und die Dorfgemeinschaft würde beraten und zum Schluss kommen: "der Bär hat gemacht, was ein Bär halt so macht". Tönt nicht so richtig oder... Das grösste Fiasko ist aber Tiere einzusperren, damit wir sie anglotzen können und uns vormachen: das ist Natur (und sie ist noch heil).
    • Glaedr 05.07.2020 21:34
      Highlight Highlight Stellen sie sich vor, vor 200 Jahren hätte ihr Vater einen Bären getötet, jetzt würden die Bären beraten was man tun soll.
      Würden sie jetzt den Bären raten ihren Vater zu töten?
      So nach dem Motto Auge um Auge.
      Bär tötet Menschen, Mensch tötet Bär, Bär tötet Mensch und so weiter.
      Sorry aber sie haben ein völlig gestörtes Verhältnis zur Natur.
      Vendetta ist keine Erfindung der Natur sondern des Menschen.
      Also
      Natur gibt es keine Rache
      Menschen gibt es zwar die Rache aber in der Schweiz keine Todesstrafe, bei einer Verurteilung würde der Tieger max 25 Jahre bekommen.
    • T13 05.07.2020 21:43
      Highlight Highlight Ohne dieses "einsperren" würde es wohl viele dieser Tiere nicht mehr geben.
      Und ich betrachte z. B. Einen Tiger lieber in einem Zoo als auf einem Foto dass das letzte lebende Exemplar vor x Jahren zeit.
  • tuco 05.07.2020 18:26
    Highlight Highlight Polizei sucht nach Zeugen :-) aber nicht im ernst oder :-))))))


    ICH LIEBE TIGERN :-) ICH LIEBE TIERE !!!! NUR TIERE !
  • T13 05.07.2020 16:45
    Highlight Highlight Es wird wohl kaum der Fehler des Tigers sein, dass sowas passieren konnte.
    Jedes andere vorgehen hätte ziemlich heftige Reaktionen zurfolge.
  • Krusty 05.07.2020 16:18
    Highlight Highlight WEHEE, wäre anderst gewesen!


  • Froggr 05.07.2020 16:00
    Highlight Highlight Schrecklich, dass solche Tiere ein Leben in Gefangenschaft erfahren müsse . Und dann gibt es ernsthaft Menschen, welche darüber diskutieren, ob man das Tier einschläfern soll. Dies nachdem jemand in ihr sonst schon viel zu Kleiner Lebensraum eindringt.
    • P. Meier 05.07.2020 18:07
      Highlight Highlight Richtig. Dem Tier sofort die Freiheit geben. Egal wie stark der Lebensraum dort eingeschränkt wurde. Auch egal, ob er das den Menschen in die Quere kommt und gejagt wird. Eventuell hat er auch das Glück bis in alle Zeiten als Trophäe an einer Wand zu hängen. Ebenfalls sehr erstrebenswert wäre es, als Pülverchen in einer chinesischen Medizinmischung zu enden.
    • Froggr 05.07.2020 19:14
      Highlight Highlight P. Meier: Du hast recht. Auch das ist mindestens so schrecklich. Es ändert jedoch nichts an der Gefangenschaft dieser Tiere.
  • Peter Wilson 05.07.2020 15:59
    Highlight Highlight Danke Zoo Zürich, dass die Tigerin richtigerweise weiterleben darf. Hätte ich nicht erwartet, da habe ich mich aber sehr gerne geirrt.
    • MisterM 05.07.2020 18:48
      Highlight Highlight Ich spreche immer in den höchsten Tönen vom Zoo Zürich, der sich sehr für den Artenschutz, die Forschung und Aufzuchtprogramme einsetzt. Dieser Zoo ist nicht, was früher so mancher Tiergarten war, wo Tiere einfach achtlos eingesperrt wurden. Es hat mich dennoch überrascht, dass die Tigerdame weiterleben darf. Solch tragische Geschichten haben schon öfters auch für das Tier böse geendet. Der Entscheid des Zoos über das Weiterleben des Tiers zeugt von Grösse und untermauert einmal mehr, warum ich den Zoo so schätze.

      Mein herzliches Beileid den Angehörigen der Pflegerin.
  • HugiHans 05.07.2020 14:27
    Highlight Highlight Neben dem Verhalten der Tigerin wurde/wird aber hoffentlich der tragische Unfall auch in Bezug auf die Ethik der Angehörigen, Angestellten und der Besucher beurteilt. Denke die Tötung des Tieres steht ausser Frage, aber die Weitergabe im Rahmen des Zuchtprogrammes könnte sicher thematisiert werden.
    Allen Betroffenen und Beteiligten viel Kraft und Mut für die Zukunft.
    • auloniella 05.07.2020 15:36
      Highlight Highlight Wieso sollte sie nicht zur Zucht verwendet werden. Weil sie "aggressiv" ist? Das ist eine Raubkatze, die sind nun mal so.

      Die Bedingungen im Zoo sind auch so, dass die Tiere kaum domestziert werden weil man genau das nicht will. Man will Wildtiere erhalten keine Hauskatzen ran züchten🙄
    • HugiHans 05.07.2020 15:59
      Highlight Highlight @auloniella
      Mhh, genau deine Meinung. Aber ev. werde ich hier falsch verstanden. Tötung steht ausser Frage = darf kein Thema sein!
      Aber aus ethischer Sicht, auch unter Einbezug der Angestellten und Betroffenen, sollte der Verbleib, respektive ein Umzug in einen anderen Zoo thematisirt werden.
    • HugiHans 05.07.2020 16:07
      Highlight Highlight @auloniella
      Mit den weitläufigen Gehegen und den Rückzugmöglichkeiten für die Tiere ist nicht mehr auf den ersten Blick klar wo sich die Tiere befinden. Dies ist aus der Sicht der Tiere eine erfreuliche Enticklung und absolut zu unterstützen.
      Für die Angestellten ist dies aber mit neuen Herausforderungen verbunden. Es ist nicht mehr mit einem Blick klar, wo sich die Tiere befinden. Damit sind auch neue Sicherkeitskonzepte gefordert die vom Zoo erarbeitet und eingehalten werden müssen. Nur damit können solche tragische Ereignisse verhindert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tschowanni 05.07.2020 14:17
    Highlight Highlight Die einzig richtige Entscheidung. Das Tier hat keinen Fehler gemacht, hat getan was es immer tut. Es hat nach seinen Instinkten gehandelt. Der Fehler liegt hier ausschließlich beim Menschen.
  • Illuminati 05.07.2020 14:11
    Highlight Highlight Die einzig richtige Entscheidung, dass die Tigerdame weiterleben darf! Sie folgte schliesslich leider nur ihrem natürlichen Instinkt.
    Allerdings wird es natürlich schon sehr speziell und traurig sein für die weiteren Tierpfleger*innen, welche jetzt wohl bei dem Anblick des Tigers immer an den tragischen Tod der Arbeitskollegin erinnert werden. Einfach nur tragisch auf so vielen Ebenen.
    • Marabamba 05.07.2020 17:35
      Highlight Highlight Es ist bei einem Arbeitsunfall häufig so, dass man ständig daran erinnert wird. Ob das ein Ort, eine Maschine oder wie hier ein Tier ist. Am Anfang ist es brutal schwer, das kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Ich glaube aber nicht, dass es ändern würde, weil das Gehege bleibt ja.
  • Tiny Rick 05.07.2020 14:01
    Highlight Highlight Ganz im ernst, wieso sollte sie nicht weiterleben dürfen? Ein furchtbares Ereignis, zweifelslos, jedoxh deshalb ein Tiger, welches nur seinen natürlichen Instinkten gefolgt ist, zu töten wäre völlig sinnlos gewesen.
    • Likos 05.07.2020 15:08
      Highlight Highlight Raubkatzen haben eigentlich viel Respekt vor den Menschen, den sie aber schnell verlieren, wenn sie mal die Erfahrung gemacht haben, welch leichte Beute wir eigentlich sind. Daher werden sie, wenn sie nicht abgetrennt von Menschen leben, durchaus zur Sicherheit getötet, falls es eine Attacke gab.
      In diesem Fall trifft das zum Glück nicht zu.
  • Calvin Whatison 05.07.2020 13:49
    Highlight Highlight Das Tier ist ja wohl gestraft genug.

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