Schweiz
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Guests dance the night away at the St. Germain nightclub in Zurich, Switzerland, pictured on June 3, 2008. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Gaeste tanzen am 3. Juni 2008 im Nachtklub St. Germain in Zuerich, Schweiz. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Dieses Wochenende dürfen Nachtschwärmer endlich wieder bis in die frühen Morgenstunden durchfeiern. archivBild: KEYSTONE

«Partys werden eine Wundertüte»: Das sind die Tücken des Nachtleben-Restarts

Endlich wieder die Nacht durchfeiern: Mit dem Ende der Sperrstunde fahren viele Clubs ihren Betrieb wieder hoch. Doch auf die Nachtschwärmer warten gewisse Stolpersteine.



Wie gross die Feierlaune der Nachtschwärmer nach dem Lockdown ist, hat sich bereits bei den ersten Daydance-Partys Anfang Juni gezeigt. Die Leute drängten in die Clubs, als ginge es um den Eintritt in das rettende Raumschiff vor einem Meteoriteneinschlag – die Tickets waren teilweise innert Minuten vergriffen.

Dieses Wochenende feiert die Clubszene mit dem Ende der Sperrstunde landauf landab Reopening-Partys. Nach wie vor gilt aber in den Tanzlokalen die Besucherlimite von 300 Personen – pro Floor. Grosse Clubs wie das Hiltl oder Hive in Zürich oder das Bierhübeli in Bern errichten darum separate Party-Zonen mit eigenem Eingang, Toiletten und eigenem Personal.

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Wer in einer Gruppe in den Ausgang geht, sollte darum nicht blindlings auf die Tanzflächen strömen. Denn: «Achtung, die Floors sind voneinander getrennt , kein Floorwechsel möglich», heisst es auf der Hiltl-Webseite.

«Die erste Party wird auch für uns eine Wundertüte.»

Dave Naef, Bierhübeli Bern

Wie viele Leute kommen tatsächlich? Wie funktioniert das neue Floor-Regime? Kommt wirklich Feierlaune auf? Dave Naef vom Bierhübeli ist gespannt: «Die erste Party wird auch für uns eine Wundertüte.» So oder so sei der zusätzliche Personalaufwand für die beiden getrennten Floors gross.

«Es geht uns darum, wieder Vertrauen in das Nachtleben zu schaffen. So dass sich die Gäste und das Personal sicher fühlen», so Naef weiter. Dazu gehört auch, dass die Partygänger ihren Namen und Adresse angeben, um mögliche Corona-Fälle zurückverfolgen zu können. Eine Maskenpflicht gibt es nicht.

Festival-Fans wollen Openair St.Gallen feiern – trotz Verbot

Festivalgänger hatten sich so darauf gefreut: Dieses Wochenende hätte das Openair St.Gallen (OASG) stattgefunden. Trotz Absage wollen Festival-Gänger im Sittertobel Partys feiern. Auf sozialen Medien rufen OASG-Fans dazu auf, wie FM1 berichtet. Dies will die Stadtpolizei unterbinden. «Wir werden Personen, die mit viel Gepäck anreisen, auf die Regeln aufmerksam machen.» Es könnten aber auch Anzeigen drohen, falls die Verbote missachtet werden, so ein Polizeisprecher.

Nur eine Tanzfläche anbieten kann die Alte Kaserne in Zürich, wo am Samstag eine «Art of Techno» steigt. Das Lokal darf deshalb nur die Hälfte der 600 möglichen Besucher reinlassen. «Wir öffnen, weil wir auf die Einnahmen angewiesen sind», sagt Pino von der Alten Kaserne.

«Das Nachtleben ist nicht einfach eine Maschine, die man von einem Tag auf den anderen wieder anwerfen kann.»

Alexander Bücheli

Für die meisten Clubs sei es aufgrund der räumlichen Gegebenheiten kaum möglich, die Tanzflächen aufzusplitten, sagt Alexander Bücheli, Sprecher der Zürcher Bar- & Clubkommission BCK. So erstaunt es nicht, dass nicht alle Clubs ihre Tore dieses Wochenende wieder öffnen. «Das Nachtleben ist nicht einfach eine Maschine, die man von einem Tag auf den anderen wieder anwerfen kann», so Bücheli weiter. Es brauche eine gewisse Vorlaufzeit, um DJs und Künstler zu organisieren. «Wichtig ist, dass jetzt die Sperrstunde weg ist. Das bedeutet zumindest für die Bars eine Annäherung an den normalen Betrieb.»

Ob in Bern oder Zürich: Die Lust nach Partys ist gross. So ist der erste Floor des Berner Bierhübelis bereits ausverkauft. «Die jungen Leute haben einen extremen Nachholbedarf, was feiern anbelangt», sagt auch Büchi. So sollten sich die Nachtschwärmer sputen, wenn sie in die Clubs kommen wollen. Im Hive etwa gilt das Prinzip «First come, first serve».

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Bilder zum Wochenende, die leider zu sehr auf dich zutreffen

Hier wird virtuell geclubbt: eine Party-Alternative in Corona-Zeiten

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108 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Filzstift
26.06.2020 08:29registriert August 2016
Wir lachen über britische Strände und Trumps Visite in Megachurchs und gehen dennoch in stickige Clubs voller Fleisch rein? 🤨
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Boogie
26.06.2020 08:02registriert April 2014
Wenn ich eines aus meiner Zeit im Partybusiness gelernt habe, dann dass sich weder die Leute noch die Veranstalter an die Regeln halten werden. Die Veranstalter werden einfach irgendwelche "Pseudo-Floors" errichten und so viele Leute reinlassen, wie halt eben kommen.
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marchinon
26.06.2020 07:33registriert April 2018
Weitere Tücke: Während alles hochgefahren wurde, verzichtet der ZVV darauf, selbiges mit dem Nachtnetz zu machen.
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Offen gesagt

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