Spass
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11 Schweizer Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie vermissen werde

Schweiz. Hach. Bild: KEYSTONE



Australien ist super, ich möchte mich ja eigentlich gar nicht beschweren. Aber ich mach’s trotzdem. Schliesslich werde ich dafür bezahlt. Nach nun fast vier Monaten auf der anderen Erdhalbkugel, wo die Klospülung angeblich in die umgekehrte Drehrichtung abfliesst, beginnen mir schon langsam gewisse Dinge zu fehlen. Zum Beispiel ...

Fondue

Des participants preparent une fondue pendant la phase qualificative lors du 1er Mondial de fondue, le premier concours au monde de preparation de fondue ce samedi 21 novembre 2015 a Tartegnin dans le canton de Vaud. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Käsig. Mmmh. Bild: KEYSTONE

Betreffend Milchprodukte bin ich überhaupt kein Connaisseur und schon gar nicht heikel. Aber das, was die hier Käse nennen, fass ich nicht einmal mit einer extralangen Fonduegabel an. Sobald ich mitte Sommer zurück in der Schweiz bin, ist es mir Wurscht, dass nicht Fonduesaison ist. Während andere mit ihrem stinkenden Alu-Einweggrill Brandlöcher in die Rentenwiese stanzen, sitze ich strahlend mit dem Caquelon daneben und rühre fleissig Achten.

Unsere Busfahrer

THEMENBILD ZUR KANTONALEN ABSTIMMUNG TARIFE DES OEFFENTLICHEN VERKEHRS GENF --- Un bus des Transports Publics Genevois (TPG) photographie dans la circulation, ce jeudi 16 juillet 2015 a Geneve. Depuis 150 ans, les Transports publics genevois transportent la population. La flotte tpg compte 427 vehicules qui transportent 538000 voyageurs au quotidien. Annee apres annee, le parc des tramways, des autobus et des trolleybus s'etoffe et s'ameliore, avec une proportion toujours plus grande de vehicules respectant l'environnement. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Pünktlicher Symbol-Bus in Genf. Bild: KEYSTONE

«Gopferdammi, jetzt het de Bus scho wieder 4 Minute verspötig.»

Wenn ich diesen Satz zu hause noch einmal hören sollte, gibt’s eins mit dem Didgeridoo auf den Schnabel. Der Bus kommt hier nur, wenn er Lust dazu hat. Die Fahrt wird oft zum «Fast-and-Furious»-Erlebniskino mit herzhaftem Wechsel zwischen Bleifuss und Vollbremsung. Und das alles auf der falschen Strassenseite. Hier bestünde niemand den WAB2-Kurs.

Heimisches Kassenpersonal

Kassiererin beim einkassieren in der modernen Coop Filiale in Affoltern am Albis, 3. November 2000, Affoltern am Albis, Schweiz. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) : Dia]

Symbol-Kassiererin. Bild: KEYSTONE

«Händ Sie e Cumulus-Karte?»

Ich muss zwar jedes Mal Nein sagen, obwohl ich seit Jahren in der gleichen Migros-Filiale einkaufe, aber ich schätze es dennoch sehr, dass man mich fragt.

Morgendliches Schweigen

Bild

Symbolbild: Ruhe. shutterstock

Ich brauche morgens meine Ruhe. Und so sehr ich die Offenheit und Gesprächsbereitschaft der hiesigen Leute schätze – ich will ein paar ungestörte Minuten mit meinen Kopfhörern! Schlimm genug, dass der Schulweg hier nur ein paar hundert Meter ist – das ist nicht einmal ein ganzer Song! Dann bleib ich vor dem Gebäude sitzen bis er fertig gespielt ist.

Recycling

Eine Pet Flasche wird am Freitag, 8. Juli 2004, an einer Sammelstelle in Zuerich in einen Container geworfen. Im Rahmen eines Pet-Forums in Zuerich wurde heute ueber die Moeglichkeit der Einfuehrung eines Pfandes auf Pet Flaschen und den damit verbundenen Folgen fuer Konsumenten und Handel informiert.  (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Und tschüss. Bild: KEYSTONE

Auch hier wird Abfall getrennt. Jedoch wird alles Recycling in dieselbe Tonne geschmissen. Dabei ist es doch so lustig, Glas zu trennen und ...

Hinzu kommt dann noch das Bündeln von Papier und Karton. Nur, um es dann in den Keller zu stellen und regelmässig den Abholtag zu verpassen. Und das Aufregendste zum Schluss: Das vergammelte Kompostkübelchen leeren.

Schweizer Politik

Die Schweizer Fahne weht auf den kleinen Kuppeln auf dem Bundeshaus, am Dienstag, 23. Mai 2017 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bundeshaus – OneLove. Bild: KEYSTONE

Ich meine nicht die Abstimmungen, Debatten und Elefantenrunden. Ich meine nicht das Hauptprogramm, sondern das unterhaltsame Bonusmaterial. Nacktselfies, Sexskandale, Plagiatsaffären und kleine Twitter-Geplänkel von unbekannteren C-Promi-Nationalräten. Alles was «Bundesbern – Tag und Nacht» so aufregend macht.

Maggi Würze

Ungesund aber geil.

Scheisswetter

Bild

shutterstock

Klar, hier regnet es ab und zu. Aber meist ist es schön. Manchmal möchte ich auch einfach ohne schlechtes Gewissen zuhause bleiben, eine Serie schauen oder Videospiele spielen. Wenn die Sonne scheint, kommt der Drang, was unternehmen zu müssen. Zoo, Surfen, Bootstouren, etc. Zuhause herrscht hierfür eine gute Balance. Hier würden sich sowohl Portemonnaie als auch innerer Faulenzer mal über schlechtes Wetter-Budget-Programm freuen.

Morgenlektüre

Setz dich bitte, der PICDUMP ist da (endlich)
20 Minuten Online Kreuzworträtsel.. Die haben da was falsch gemacht / verwechselt...

Symbol-Kreuzworträtsel – ich wäre schon lange fertig.

Nach «Blick am Abend» ist «20 Minuten» ja mein liebstes Kreuzworträtselmagazin. Und auch die «Nachrichten» haben durchaus ihren Wert: So kann ich mich morgens auf dem Weg zur Uni inspirieren lassen, welche Geschehnisse ich später in richtigen Zeitungen nachschauen gehe.

Helvetisches Ungeziefer

Frosch reitet auf Käfer

http://imgur.com/gallery/4MQLSTf

Das Ungeziefer in Australien so: Yee-ha. Bild: Imgur

Vermissen ist vielleicht etwas übertrieben. Aber es ist schon von Vorteil, wenn man nicht bei jedem Insektenstich googeln muss, wie lange man noch zu leben hat oder ob einem bald der Arm abfällt. Ah und Spinnen, die nicht so gross und flink sind wie das Händchen der Adams Family, find ich ab sofort auch voll in Ordnung.

Kantönligeist

A Bernese coat of arms sticks to a window pane in Saint-Imier, canton of Berne, Switzerland, pictured on August 13, 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Berner Wappen klebt an einer Fensterscheibe in Saint-Imier, Berner Jura, Kanton Bern, aufgenommen am 13. August 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Symbolkanton: Bern. Bild: KEYSTONE

In Australien leben so viele Nationen und Kulturen durchmischt – und keiner macht dumme Sprüche ... langweilig! Nach sieben Jahren mit unversteckbarem Baslerdialekt im Zürcher Exil (nein, nicht dem Club) gehören für mich gewisse Kommentare mittlerweile dazu:

«Jooo»

«d’ Mirrrka»

«Trämmli»

«93. Minute.»

Lustig gemeinte Sticheleien und seltene, ernstgemeinte Drohungen – was mach ich in Australien bloss ohne euch?!

Zum Abschluss: Vorurteile über die Schweiz

gregor stäheli australien mint perth gregorstaeheli staeheli

Seine Lehrer sagten früher: «Wenn du ständig überall deinen Senf dazugeben musst, wird nie etwas aus dir.» Diese Herausforderung nahm er dankend an. Heute ist Gregor Stäheli als Slam Poet vor allem auf Bühnen anzutreffen. Ein Austauschsemester in Perth zwingt ihn, diese für ein halbes Jahr zurückzulassen. Da er es dennoch nicht bleiben lassen kann, sich ständig mitteilen zu müssen, nutzt er diese Reise, um für mint zu schreiben. Seien dies Erlebnisse, Begegnungen mit Schweizern, Gespräche mit Freunden oder grundsätzliche Themen, die ihm unterwegs in den Sinn kommen. Das ist KEIN Reiseblog. Deshalb solltest du ihn nicht zu ernst nehmen – das tut er nämlich selbst schon nicht.

Stalke Gregor auf Facebook oder auf seiner Homepage.

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