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Manuel Akanji beim Zusammenzug der Schweizer Fussball Nationalmannschaft in Pratteln, am Montag, 31. August 2020. Im Rahmen der UEFA Nations League wird die Schweiz Partien gegen die Ukraine und gegen Deutschland bestreiten. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Für zwei Wochen konnte ich nach einem positiven Coronatest nicht mehr nach draussen. Bild: keystone

Akanjis Revier

Wie sich das Leben als Fussball-Profi verändert, wenn du positiv auf Corona getestet wirst

Nachdem ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde, musste ich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Heute erzähle ich euch, wie mich der BVB unterstützt hat, was ich den ganzen Tag gemacht habe und wie meine Gesundheits-Tests beim Trainingscomeback verlaufen sind.

Manuel Akanji
Manuel Akanji



Die Coronavirus-Tests sind für mich längst Routine, wir machen das – je nach Spielen, die anstehen – schliesslich mehrmals wöchentlich. Doch vor etwas mehr als zwei Wochen wurde ich beim Zusammenzug mit der Schweizer Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet.

Ich hatte schon eine gewisse Angst, als ich das positive Test-Ergebnis erhielt. Ich hatte ja überhaupt keine Ahnung, was da gesundheitlich auf mich zukommt. Auch wenn ich als Profisportler körperlich topfit bin, hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl. Ich hatte aber Glück und bis auf leichte Kopfschmerzen keine Symptome. Ich war für drei, vier Tage nicht bei 100 Prozent und hätte wohl keinen ganzen Match bestreiten können. Aber wirklich krank habe ich mich nicht gefühlt – da ging es mir schon viel schlechter.

Manuel Akanji, SUI, mit Mundschutz, Schweiz - Deutschland, Nations League, Nationalmannschaft, Länderspiel, Fussball, 06.09.2020 *** Manuel Akanji, SUI, with face mask, Switzerland Germany, Nations League, national team, international match, football, 06 09 2020 PUBLICATIONxNOTxINxSUI

Während der Nati-Pause wurde ich positiv auf das Coronavirus getestet. Bild: www.imago-images.de

Nach dem positiven Testresultat musste ich mich selbstverständlich sofort in Isolation begeben. Ich war damals mit der Nationalmannschaft in St.Gallen im Hotel und habe mich dann nur noch in meinem Zimmer aufgehalten, um auf keinen Fall jemanden anders anzustecken. Einen Tag später wurde mir ein Mietauto organisiert, mit diesem bin ich dann nach Dortmund gefahren, um mich in meinem Zuhause in Isolation zu begeben.

Meine Frau Melanie und mein Sohn Aayden blieben in der Schweiz, sie mussten ja ebenfalls von mir getrennt sein, um sich nicht anzustecken. Nun sass ich also in Dortmund alleine in unserer Wohnung und musste mich fragen, wie ich mir die nächsten zwei Wochen lang die Zeit vertreibe. Das war vor allem zu Beginn schon komisch, weil einfach die gewohnte Tagesstruktur fehlte.

Man wacht irgendwann auf, hat eigentlich genügend geschlafen und ist dennoch müde. Raus kannst du nicht, also bleibt dir nur die Möglichkeit, durch das offene Fenster wenigstens an etwas frische Luft zu kommen. Also vertrieb ich mir die Zeit auf der Couch. Ich begann eine neue TV-Serie, schaute sie durch und begann mit der nächsten. Dazwischen etwas zocken auf der Spielkonsole – so ging das einige Tage. Was ich aber auch hatte, war viel Zeit, um mit Freunden und der Familie zu telefonieren. Das war schon schön, weil ich sonst so oft unterwegs bin, kommt das jeweils etwas zu kurz.

Da ich komplett isoliert war, musste ich mir auch wegen der Ernährung Gedanken machen. Mein Koch (dazu in einem zukünftigen Blog mehr) lieferte mir täglich das Essen oder Lebensmittel vor der Haustüre ab – ich war also äusserst gut versorgt. Grosse Unterstützung habe ich auch von meinem Verein Borussia Dortmund bekommen. Der Klub hat sich regelmässig nach meinem Gesundheitszustand erkundigt und mir zudem einen Hometrainer sowie ein Laufband organisiert, damit ich zuhause trainieren konnte. Nachdem ich mich die ersten Tage komplett erholt habe, war ich sehr erleichtert, zumindest zuhause wieder trainieren zu können. Ich habe dann per Facetime mit einem Athletiktrainer von uns mein Training absolviert – natürlich immer mit Pulsgurt, damit man kontrollieren konnte, ob bei mir alles in Ordnung ist.

Nach Ablauf meiner Isolationszeit konnte ich in dieser Woche wieder langsam bei Dortmund ins Training einsteigen. Vorerst war aber ein Test beim Arzt angesagt, da wurde unter anderem auch nochmals das Lungenvolumen gecheckt und auch ein Belastungs-EKG gemacht.

Ich bin sehr erleichtert, dass weiterhin alles in Ordnung ist und ich offenbar keine körperlichen Folgen des Coronavirus zu tragen habe – in zwei Wochen wird dann allerdings erneut getestet.

Klar, die letzten zwei Wochen waren nicht immer leicht für mich. Ich konnte mir die Zeit jedoch ziemlich gut vertreiben, habe viele Leute, die sich aus der Ferne um mich kümmerten und bekam die Möglichkeit, mich zuhause sportlich zu betätigen. Das schätze ich wahnsinnig, diese Privilegien hat beileibe nicht jeder. Nun freue ich mich in erster Linie, dass meine Familie endlich wieder bei mir ist. Ach ja, und da ist ja noch was. Ich kann die Wohnung wieder verlassen und mich dort aufhalten, wo ich am liebsten bin: auf dem Fussballplatz.

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bild: sven germann

Akanjis Revier

Von Wiesendangen auf die grosse Fussballbühne: Manuel Akanji hat sich als Bundesligaspieler und in der Schweizer Nati etabliert.

In seinem Blog auf watson erzählt der 25-Jährige aus dem Leben eines Profifussballers. Unverblümt, authentisch, anekdotenreich – mit einem spannenden Einblick auf und neben das Spielfeld.

Mehr von Manuel Akanji gibt's hier:
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