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 Bright Akwo Arrey-Mbi traegt ein Netz mit Baellen. FC Bayern Muenchen Training in der Coronavirus Pandemie. Training an der Saebener Strasse. Fussball 1. Bundesliga,Saison 2019/2020, am 03.06.2020 *** Bright Akwo Arrey Mbi wears a net with balls FC Bayern Muenchen Training in the Coronavirus Pandemic Training at Saebener Strasse Football 1 Bundesliga, Season 2019 2020, on 03 06 2020

Wie lange muss Bright Akwo Arrey-Mbi noch das Ballnetz tragen? Bild: www.imago-images.de

Analyse

Die Bayern lassen die Talente los – 7 Youngsters, die den Durchbruch schaffen könnten



Den achten Meistertitel in Folge hat Bayern München so gut wie sicher. Seit dem 1:0-Sieg gegen Verfolger Borussia Dortmund am 28. Spieltag, mit dem der deutsche Rekordmeister seinen Vorsprung auf sieben Punkte ausbaute, können die Bayern schon mal Platz im Trophäenschrank für die 30. Meisterschale freiräumen.

Während der neutrale Bundesliga-Beobachter sich gewünscht hätte, dass der Kampf um den Titel nochmal spannend wird, konnte Trainer Hansi Flick und seinen Bayern gar nichts Besseres passieren. Mittlerweile sind es nur noch fünf Spieltage auf dem Weg zum Titel. Fünf Spieltage, an denen Flick viel ausprobieren und schon mal ein paar personelle Weichen für die Zukunft stellen kann.

1.Bundesliga FC BAYERN MUENCHEN - EINTRACHT FRANKFURT 5-2 Muenchen, Deutschland, 23. Mai 2020, Trainer Hansi FLICK FCB, team manager, headcoach, coach, geste beim Spiel 1.Bundesliga FC BAYERN MUENCHEN - EINTRACHT FRANKFURT 5-2 in der Saison 2019/2020 am 27.Spieltag. Foto: Peter Schatz / Pool - DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO - National and international News-Agencies OUT Editorial Use ONLY München Bayern Deutschland *** 1 Bundesliga FC BAYERN MUENCHEN EINTRACHT FRANKFURT 5 2 Munich, Germany, 23 May 2020, Coach Hansi FLICK FCB , team manager, head coach, coach, gesture at match 1 Bundesliga FC BAYERN MUENCHEN EINTRACHT FRANKFURT 5 2 in the 2019 2020 season on 27 matchday Photo Peter Schatz Pool DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and or QUASI VIDEO National and international News Agencies OUT Editorial Use ONLY Munich Bavaria Germany Poolfoto Peter Schatz / Pool ,EDITORIAL USE ONLY

Hansi Flick arbeitet bereits am Team der Zukunft. Bild: Peter Schatz / Pool

Seit er für die Mannschaft verantwortlich ist, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Talente weiterzuentwickeln. Er vertraut ihnen, wirft sie ins kalte Wasser. Auf einer seiner ersten Pressekonferenzen im November, als er noch Interimstrainer war, hatte Flick das bereits deutlich gemacht. Er erklärte, dass mindestens «bis zur Winterpause» vier Talente mittrainieren werden: Oliver Batista Meier, Joshua Zirkzee, Leon Dajaku und Sarpreet Singh.

«Wir sind davon überzeugt, wenn sich diese Talente weiterentwickeln sollen, müssen sie mit den Besten trainieren. Und bei unseren Profis haben die vier ideale Voraussetzungen dafür», hatte der Bayern-Coach damals verkündet, übrigens auf der Pressekonferenz vor dem Hinrundenspiel gegen Fortuna Düsseldorf (4:0).

Immer noch einer und noch einer

Mittlerweile ist Hansi Flick Cheftrainer bei den Bayern, die Winterpause längst vorbei und der Kreis schliesst sich: Im Rückrundenspiel gegen die abstiegsbedrohte Fortuna am vergangenen Wochenende, das die Bayern mit 5:0 gewannen, zeigte Flick, dass das mit dem «Talente weiterentwickeln» kein Satz fürs Phrasenschwein war. Er hält sein Wort. Die Taktik, vermehrt auf den Nachwuchs zu setzen, wird immer deutlicher erkennbar. Der Plan, die Talente mit den Profis trainieren zu lassen, geht offenbar auf.

Aus dem oben genannten Talent-Quartett wechselte Flick gegen die Fortuna mit Zirkzee (75. Minute) und Batista Meier (78.) zwei Youngster ein. Für den Niederländer Zirkzee war es bereits der siebte Kurzeinsatz in der laufenden Saison, nachdem er unter Flick debütierte. Für den Deutsch-Brasilianer Batista Meier waren es die ersten zwölf Bundesliga-Minuten seiner Karriere.

03.03.2020, Fussball DFB Pokal 2019/2020, Viertelfinale, FC Schalke 04 - FC Bayern M

Batista Meier und Zirkzee haben gegen Düsseldorf eine Chance gekriegt, ... Bild: www.imago-images.de

Singh sass zwar gegen Düsseldorf nur auf der Bank, Dajaku war nicht im Kader. Aber auch diese beiden durften unter Flick schon ein bisschen Profiluft schnuppern. Ein weiteres Talent, der derzeit verletzte Innenverteidiger Lars Lukas Mai, bekommt regelmässig einen Platz im Kader, wenn er fit ist.

 Freiburg , Fu

Sing, Dajaku und Mai müssen sich derzeit etwas gedulden. Bild: www.imago-images.de

Noch zwei Talente in der Warteschlaufe

Das ist nicht nur im Sinne Flicks, sondern natürlich auch im Sinne der Bayern. Der Klub hat in den vergangenen Jahren kaum Talente aus dem eigenen Campus ins Profiteam integrieren können. Positive Beispiele waren zuletzt Thomas Müller, der 2008 unter Jürgen Klinsmann debütierte, und der Österreicher David Alaba, dem Louis van Gaal im Jahr 2010 erstmals die grosse Bundesligabühne ermöglichte. Davor waren es Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm, die es aus der Bayern-Jugend zu den Profis schafften. Doch all die Luca Scholls, Patrick Weihrauchs und Gianluca Gaudinos, denen man zuletzt die Chance bei den Profis gab, blieben auf der Strecke.

YBs Gianluca Gaudino im Interview mit Journalisten an der traditionellen Medienkonferenz der Berner Young Boys vor dem Start zur zweiten Saisonhaelfte, am Mittwoch, 30. Januar 2019 im Stade de Suisse, Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Gianluca Gaudino spielt mittlerweile bei YB in der Super League. Bild: KEYSTONE

Vorstand und Ex-Kapitän Oliver Kahn hatte Anfang des Jahres im Interview mit dem Vereinsmagazin «51» gefordert: «Wir wollen und müssen wieder Spieler aus dem eigenen Haus zu den Profis bringen.» Dies sei wichtig, um bei der fortschreitenden Internationalisierung den «regionalen, bayerischen Charakter» des Vereins zu erhalten. Aufrückende Fussballer aus dem Nachwuchs könnten zu Identifikationsfiguren reifen, und «diese Spieler braucht es mehr denn je», betonte Kahn. Flick setzt das nun um. Nicht zuletzt angesichts der finanziellen Folgen der Coronakrise ist dies umso wichtiger.

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Hat den Durchbruch geschafft: «Roadrunner» Alphonso Davies.

Und die nächsten beiden Talente stehen schon bereit: Innenverteidiger Bright Akwo Arrey-Mbi und Mittelfeldspieler Malik Tillman. Arrey Mbi wurde 2003 in Kaarst geboren und trainierte am Dienstag mit den Profis. Er besitzt die deutsche und englische Staatsbürgerschaft, kam im vergangenen Sommer aus der Jugendakademie des FC Chelsea nach München. Der gebürtige Nürnberger Tillman, gerade 18 geworden, spielt seit 2015 für die Bayern-Jugendmannschaften und durfte am Mittwoch bei den «Grossen» mittrainieren.

TILLMANN Malik FCB 9 2019/20 BL1 U19 FC Bayern München vs FC Augsburg München *** TILLMANN Malik FCB 9 2019 20 BL1 U19 FC Bayern Munich vs FC Augsburg Munich Copyright: xGermann/xEibner-Pressefotox EPtgn

Malik Tillman hat erstmals Profi-Luft geschnuppert. Bild: www.imago-images.de

Bezeichnend: Der Coach brachte für den Innenverteidiger nicht positionsgetreu Jérôme Boateng oder Javi Martinez ins Spiel, sondern mit Mickael Cuisance ein weiteres Talent, das allerdings im Mittelfeld spielt. Sprich: Flick baute zur Halbzeit die Viererkette um, damit ein Jungspund Spielpraxis bekommt. Das Risiko war beim Stand von 3:0 aber auch nicht allzu hoch.

Das 17-jährige «Biest»

Gut möglich also, dass Arrey-Mbi einen Kaderplatz am Wochenende gegen Bayer Leverkusen bekommt, wenn Hernandez und Mai weiter ausfallen. Denn Arrey-Mbi gilt als sehr weit für sein Teenager-Alter, durfte sogar schon am Wintertrainingslager in Katar teilnehmen, wie auch Batista Meier.

Arrey-Mbi ist mit seinen 17 Jahren schon «ein Biest.» Das sagte Joshua Kimmich in einer Medienrunde am Rande des Katar-Trainingslagers: «Da merkt man schon, dass er den einen oder anderen Muskel am Körper hat.» Kimmich, acht Jahre älter, sprach auch ehrfürchtig davon, dass er selbst in Arrey-Mbis Alter «weit davon entfernt» gewesen sei, mit den Profis zu trainieren. Auch Alaba schwärmte damals schon von der Athletik und dem Spielverständnis des Talents.

 Bright Akwo Arrey-Mbi / Fussball / FC Bayern M

Wird Arrey-Mbi der nächste Alaba? Bild: www.imago-images.de

«Was bei den Profis ist, das ist noch zu weit weg. Ich fokussiere mich auf die U19. Wenn der Klub irgendwann denkt, ich bin bereit und kann mit den Profis spielen, dann wäre das ein Traum», sagte Arrey-Mbi im Winter noch ganz bescheiden. Vielleicht geht jetzt ja alles ganz schnell?

Wenn Arrey-Mbi wirklich gegen Leverkusen zum Einsatz kommen sollte und dann überzeugt, muss sich eventuell sogar Verletzungspechvogel Hernandez Sorgen machen, dass ihm nach Alphonso Davies hinten links und David Alaba in der Innenverteidigung ein weiterer Spieler den Rang ablaufen könnte.

Allzu lange wird es jedenfalls nicht mehr dauern, bis Arrey-Mbi bei in der Bundesliga aufläuft, wenn man den Worten von Bayerns Nachwuchschef Jochen Sauer glaubt. Der sagte im Januar gegenüber «Sport 1»: «Falls seine Entwicklung weiterhin so positiv verläuft, ist es nicht ausgeschlossen, dass er die nächste Saison schon im Männerbereich spielen wird und regelmässig bei unseren Amateuren dabei ist. Aber das wollen wir erst noch abwarten.»

Erst Weiterentwicklung im Stahlbad

Und selbst wenn Arrey-Mbi und die anderen Talente von Batista Meier bis Zirkzee erstmal vornehmlich in der Reserve spielen sollten: Auch die «Amateure», wie Sauer sie nennt, sind Profis. Bayern II ist die beste Zweitvertretung aller Bundesligisten, spielt nach acht Jahren Viertklassigkeit wieder in der 3. Liga und damit auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung der vielen begabten FCB-Kicker.

In der harten Schule der 3. Liga können die Talente auf relativ hohem Niveau Spielpraxis sammeln und sich beweisen: Hier geht es für die meisten Klubs ums Überleben, hier geht es auf die Knochen – zumindest ist das der Ruf der untersten Profiliga Deutschlands.

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Sind auch jetzt wieder gefragt: «Bayern-Gene».

Und die Bayern-Talente machen das ziemlich gut. In Liga drei stehen sie auf Platz vier, nur einen Punkt hinter Spitzenreiter MSV Duisburg. Aufsteigen können sie zwar nicht, da Reserveteams laut DFB-Stauten höchstens bis zur 3. Liga zulässig sind. Doch die Bayern-Youngster können zeigen, dass sie titelhungrig sind und immer ganz oben stehen wollen, so wie sich das beim FC Bayern gehört.

Auch Thomas Müller, David Alaba und Alphonso Davies sind übrigens via Bayern II in die Profi-Mannschaft gekommen. Jetzt sind alle drei Stammspieler in der Bundesliga und stehen kurz davor, den 30. Meistertitel für ihren Klub zu holen. Fünf Spieltage noch, maximal. Je eher der Titel sicher ist, desto mehr Talente kann Hansi Flick noch in der Bundesliga testen. (as)

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    Alle Leser-Kommentare
  • paesc26 06.06.2020 11:29
    Highlight Highlight Also wenn der gute Oliver Kahn mit dem Kauf von internationalen Toptalenten den "regionalen, bayerischen Charakter" erhalten möchte, geht das für mich irgendwie nicht auf.

    Zirzee: von Feyenoord gekommen, ca. 2 Jahre im Verein
    Batista-Meier: von Kaiserslautern gekommen, ca. 3 Jahre im Verein
    Cuisance: von Gladbach gekommen, seit einem Jahr im Verein
    Singh: von Wellington gekommen, seit einem Jahr im Verein
    Arrey-Mbi: von Chelsea gekommen, geboren in NRW, seit einem Jahr im Verein

    Alles klassisch bayrische, langjährige Nachwuchsspieler à la Müller oder Alaba ;)
    • demian 06.06.2020 13:44
      Highlight Highlight Auch Alaba ist kein Eigengewächs...

      Die besten Junioren von überall einzusammeln ist heute nun mal normal. Nur die besten Talente haben eine kleine Chance sich gegen die starke Konkurrenz im Profiteam durchzusetzen. Macht ja auch keinen Sinn nur Müncher im Nachwuchs zu haben und nur alle 20 Jahre schafft einer den Durchbruch.

      Ab wann ist ein Talent denn wirklich ein Eigengewächs?
    • Damo Lokmic 06.06.2020 13:49
      Highlight Highlight Jo, stimmt. Bis vor paar Tagen haben sich die Top-Vereine Europas um die von dir genannten Talente gestritten. I call bs.

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