Sport
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Biels Damien Riat, links, pruegelt sich mit Berns Jeremie Kamerzin im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem SC Bern, am Samstag, 9. Februar 2019, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Serie zwischen Bern und Biel wird zum grossen Kampf. Bild: KEYSTONE

Analyse

13-Punkte-Analyse: So ausgeglichen wird der Halbfinal zwischen Bern und Biel

Ein Kantonsderby im Playoff-Halbfinal! Der EHC Biel fordert den «grossen» SC Bern. In der Regular Season gewann Qualisieger Bern drei von vier Duellen. Doch Biel darf sich durchaus Chancen ausrechnen, wie unsere Analyse von 13 Spielfaktoren zeigt.



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Tore pro 60 Minuten

Die Serie zwischen Bern und Genf war zwar spannend, aber nicht extrem torreich. Der SCB erzielte nur 2,31 Tore pro 60 Minuten Spielzeit. Biel kam im Viertelfinal gegen Ambri auf 2,8 Tore pro Spiel.

SCB – EHCB 0:1

Biels, Damien Brunner, links, Torschuetze zum 1:1, und Robbie Earl, jubeln, waehrend dem fuenften Playoff Viertelfinalspiel der National League, zwischen dem EHC Biel und dem HC Ambri-Piotta, am Dienstag 19. Maerz 2019 in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Bieler Torjubel sah man im Viertelfinal öfter als Berner Torjubel. Bild: KEYSTONE

Gegentore pro 60 Minuten

Dass der SCB die Serie gegen Servette trotz weniger erzielter Tore gewonnen hat, liegt vor allem an einer soliden Defensive. Die «Mutzen» kassierten dank der vielen überstandenen Verlängerungen nur 1,67 Gegentreffer pro 60 Minuten. Biel verteidigte in seinem Viertelfinal ähnlich gut, aber nicht ganz: Die Seeländer liessen 1,8 Gegentore pro 60 Minuten zu.

SCB – EHCB 1:1

Schüsse aufs Tor

Damit die Statistik aufgrund der vielen Verlängerungen, die der SCB gespielt hat, weniger verfälscht wird, nehmen wir auch bei den Schüssen den Wert pro 60 Minuten von NL Ice Data. Bern bringt in 60 Minuten 31,74 Schüsse auf den gegnerischen Kasten, Biel 31,4 Schüsse. Punkt für beide.

SCB – EHCB 2:2

Zugelassene Schüsse aufs Tor

Auch hier bedienen wir uns bei NL Ice Data. Bern lässt pro 60 Minuten 30,33 Schüsse aufs eigene Tor zu. Bei den Seeländern sind es mit exakt 32 Schüssen pro 60 Minuten etwas mehr.

SCB – EHCB 3:2

Schusseffizienz

Ein grosses Problem der Stadtberner im Viertelfinal war die Schusseffizienz. Nur 5,67 Prozent aller Torschüsse fanden den Weg über die Linie. Das sieht beim EHC Biel mit 8,92 Prozent deutlich besser aus.

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Bild: watson, infogr.am

SCB – EHCB 3:3

Schusspositionen

Weil sie gegen Genf mehrfach in die Verlängerung mussten, sieht der Shottracker des SCB natürlich etwas dichter aus. Tendenziell gelingen ihnen aber schon mehr Abschlüsse aus dem Slot. Dafür schafft es Biel, in der eigenen Zone die Schüsse etwas weiter von Goalie Jonas Hiller wegzuhalten. Je einen Punkt.

Wie lese ich den Shottracker?

Grünes Dreieck = Tor
Gelber Punkt = Schuss auf das Tor
Rotes Quadrat = Schuss neben das Tor
Graues Quadrat = Geblockter Schuss

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Offensive Schusspositionen Bern. Bild: nlicedata.com

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Offensive Schusspositionen Biel. Bild: nlicedata.com

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Defensive Schusspositionen Bern. Bild: nlicedata.com

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Defensive Schusspositionen Biel. Bild: nlicedata.com

SCB – EHCB 4:4

Goalie

Das Duell zwischen Leonardo Genoni und Jonas Hiller ist jenes der statistisch besten Torhüter der bisherigen Playoffs. Egal ob bei Fangquote oder kassierte Gegentore (ohne Empty-Netter), einen Unterschied gibt es kaum auszumachen. Punkt für beide.

SCB – EHCB 5:5

Geblockte Schüsse

Der EHC Biel kann wieder vorlegen. Bern blockt pro 60 Minuten 12,3 Schüsse. Bei den Seeländern sind es fast vier Blocks pro 60 Minuten mehr.

SCB – EHCB 5:6

Schusskontrolle

Wieder einmal eine Kategorie nur für den SCB. Im Viertelfinal kontrollierten die «Mutzen» gegen Servette rund 53,37 Prozent aller Schussversuche (also Schüsse aufs Tor, Schüsse neben das Tor, Tore und geblockte Schüsse). Biel erreichte gegen Ambri dagegen nur eine Schussversuch-Kontrolle von 46,79 Prozent. Das lag sicher auch daran, dass Ambri oft einem Rückstand hinterherrennen musste, und so mehr Power in die Offensive warf.

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Bild: watson, infogr.am

SCB – EHCB 6:6

Powerplay

Das Powerplay des SCB war im Viertelfinal stark verbesserungswürdig. Ihr erstes Überzahltor gelang ihnen erst im sechsten Spiel. Die Effizienz ist mit 9,09 Prozent ungenügend. Besser steht der EHC Biel da, mit 16,67 Prozent.

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Bild: watson, infogr.am

SCB – EHCB 6:7

Boxplay

Für einmal zieht Biel deutlich den Kürzeren. In der Serie gegen Ambri haben die Seeländer nur exakt die Hälfte aller Unterzahlsituationen unbeschadet überstanden. Der SCB absolvierte immerhin 73,68 Prozent aller Boxplays erfolgreich.

Bild

Bild: watson, infogr.am

SCB – EHCB 7:7

2-Minuten-Strafen

Bei einem derart schlechten Boxplay muss beim EHCB wenigstens die Disziplin stimmen. Tut sie auch: Die Bieler haben in fünf Spielen nur 14 kleine Strafen erhalten. Bern musste in sechs Spielen 21 Mal auf der Strafbank Platz nehmen.

SCB – EHCB 7:8

Defensive Bullys

Die Viertelfinals haben gezeigt: Bullys im eigenen Drittel können einen entscheidenden Einfluss haben. Die beiden Protagonisten bewegen sich nahe beieinander, Bern hat mit 53,37 Prozent aber einen leichten Vorteil gegenüber Biel mit 52,34 Prozent.

SCB – EHCB 8:8

Fazit

Natürlich sind die jetzigen Statistiken stark vom Viertelfinalgegner abhängig und können deshalb nicht 1:1 auf die Halbfinalserie angewendet werden. Grundsätzlich darf man aber eine enge Serie erwarten. Wichtige Punkte wie Tore und Gegentore, Torhüter oder Special Teams sind sehr ausgeglichen.

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