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Toronto Maple Leafs center Auston Matthews warms up before a NHL hockey game against the Washington Capitals, Tuesday, Oct. 17, 2017, in Washington. (AP Photo/Nick Wass)

Auston Matthews bleibt ein Maple Leaf. Bild: AP/FR67404 AP

Analyse

Matthews bleibt in Toronto – doch diese 4 Fragen beschäftigen die Maple Leafs weiter

Auston Matthews hat seinen Vertrag bei den Toronto Maple Leafs um fünf Jahre verlängert. Das ist ein gutes Zeichen für das Team. General Manager Kyle Dubas hat allerdings weitere knifflige Aufgaben zu lösen.



Gestern Abend spät trudelte die Meldung ein: Auston Matthews hat seinen Vertrag bei den Toronto Maple Leafs vorzeitig verlängert. In den nächsten fünf Jahren wird er gesamthaft 58,15 Millionen Dollar verdienen, also 11,63 Millionen jährlich.

Interessant ist auch, wie die einzelnen Jahre im Vertrag daherkommen. Matthews eigentlicher Lohn liegt in den ersten zwei Jahren bei 700'000 Dollar, danach bei 750'000. Das grosse Geld kassiert er in Form von einem «Signing Bonus», also Unterschriftsprämien (insgesamt 54,5 Millionen über fünf Jahre verteilt). Diese Art Vertrag scheint die «Spezialität» von Kyle Dubas zu sein, dem General Manager (GM) der Leafs. Auch John Tavares verdient sein Geld so, bei William Nylander ist es ähnlich, wenn auch weniger extrem.

Solche Verträge haben Vorteile für Spieler und Manager. Weil die Unterschriftsprämien jeweils bereits im Sommer ausbezahlt werden, sind sie «Lockout sicher». Der Spieler kriegt sein Geld also auch, wenn eine NHL-Saison ins Wasser fallen sollte. Für den GM bedeutet es, dass ein Spieler einfacher zu traden ist, wenn seine Unterschriftsprämie für das laufende Vertragsjahr bereits bezahlt wurde.

Aber zurück zu Auston Matthews' Vertragsverlängerung. Dass diese bereits so früh geschieht, ist ein wichtiges Zeichen der Leafs nach dem ganzen Verhandlungsdrama um William Nylander im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres. Kyle Dubas hat versprochen, dass er Matthews, Nylander und Marner allesamt halten kann. Zwei Drittel dieses Versprechens hat der junge GM nun schon erfüllt.

Kyle Dubas speaks after he was introduced as the new general manager of the Toronto Maple Leafs during an NHL hockey news conference in Toronto on Friday, May 11, 2018. (Chris Young/The Canadian Press via AP)

Leafs-GM Kyle Dubas. Bild: AP/The Canadian Press

Dennoch muss Dubas in den nächsten Wochen und Monaten andere wichtige Fragen beantworten.

Wie viel ist ihm Mitch Marner Wert?

Nicht nur Auston Matthews, auch Mitch Marner braucht für die nächste Saison einen neuen Vertrag. Der 21-jährige Flügel war letztes Jahr schon Topskorer Torontos und ist auch in dieser Saison auf dem besten Weg dazu (20 Tore, 43 Assists in 52 Spielen). Unter zehn Millionen Dollar pro Jahr wird Marner kaum unterschreiben.

Der rechte Flügel und sein Lager sind fest davon überzeugt, dass er gleich viel Wert ist wie Auston Matthews. Das heisst, sein Vertrag dürfte sich eher auf elf statt zehn Millionen belaufen. Und das bringt uns zum nächsten Punkt.

Landen die Leafs in der Cap-Hölle?

Es sieht momentan schwer danach aus. Die über elf Millionen pro Jahr für Auston Matthews sind sehr viel Geld. Doch bleibt er gesund, ist der Center jeden Cent Wert. Aktuell beträgt der Cap-Hit der Leafs für die nächste Saison 65,405 Millionen Dollar. Der Salary Cap wird für die nächste Saison bei Rund 83 Millionen erwartet. Damit hat Kyle Dubas noch ca. 17 Millionen an Cap-Space zur Verfügung. Zieht man die geschätzten elf Millionen für Marner ab, sind es noch rund sechs Millionen, die bleiben.

Damit muss Dubas auch noch folgende Spieler unter Vertrag nehmen oder sie allenfalls durch Alternativen ersetzen:

Toronto Maple Leafs right wing Kasperi Kapanen (24) celebrates his goal against the Detroit Red Wings during the first period of an NHL hockey game Thursday, Dec 6, 2018, in Toronto. (Nathan Denette/The Canadian Press via AP)

2-3 Millionen dürfte wohl auch Kasperi Kapanen fordern. Bild: AP/The Canadian Press

Alle Spieler in nur sechs Millionen unterbringen zu können, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Die Leafs haben aber auch noch Nathan Horton auf der Langzeit-Verletztenliste. Sein Vertrag steht mit 5,3 Millionen zu Buche. Sollten die Leafs also über den Salary Cap geraten, wird diese Summe noch abgezogen. 

So hat sich der Salary Cap in der NHL entwickelt

2005/06: 39 Millionen
2006/07:
44 Millionen
2007/08: 50,3 Millionen
2008/09: 56,7 Millionen
2009/10: 56,8 Millionen
2010/11: 59,4 Millionen
2011/12: 64,3 Millionen
2012/13: 60 Millionen (Lockout)
2013/14: 64,3 Millionen
2014/15: 69 Millionen
2015/16: 71,4 Millionen
2016/17: 73 Millionen
2017/18:
75 Millionen
2018/19: 79,5 Millionen

Mit etwas Kreativität kann Toronto vermutlich alle wichtigen Spieler halten. Und ab der Saison 2020/21 sieht es dann schon wieder besser aus. Dann fallen 6,25 Millionen vom Vertrag mit Patrick Marleau aus der Wertung und der Cap dürfte weiter steigen.

Was passiert in fünf Jahren?

Mit seinem Vertrag über fünf Jahre hat Auston Matthews auch den Massstab für die diesjährige Free-Agent-Klasse gesetzt, zu der auch Timo Meier und Kevin Fiala gehören. Denn so wird er im Alter von erst 26 Jahren bereits zum Unrestricted Free Agent (UFA). Das heisst, er kann dann eine weitere Gehaltserhöhung einfahren, entweder bei den Leafs oder auch bei jedem anderen Team. 

Der Vertrag über fünf Jahre bedeutet auch, dass der Lohn etwas tiefer ist als bei einer Laufzeit von beispielsweise acht Jahren. Wenn Kyle Dubas dasselbe Ziel auch bei Marner verfolgt, könnte Toronto in fünf Jahren wieder vor derselben Situation stehen wie jetzt gerade: Matthews, Marner und Nylander bräuchten allesamt einen neuen Vertrag.

Wie weiter mit Nylander?

Mehrere Monate haben sich die Maple Leafs und William Nylander über einen neuen Vertrag gestritten. Der 22-jährige Schwede wollte rund acht Millionen Dollar pro Jahr, Toronto wollte nicht mehr als sechs bezahlen. Am Ende einigten sie sich auf 6,96 Millionen pro Jahr und im Dezember durfte der Schwede endlich wieder zur Mannschaft stossen.

Seither hat er in 24 Spielen zwei Tore erzielt und sieben Assists gegeben. Das ist weder seinem Vertrag, noch seinem Können würdig. Und so bleibt er Kyle Dubas weiter ein Dorn im Auge. 

Toronto Maple Leafs right wing William Nylander, right, is hugged by teammate Auston Matthews (34) after scoring against the Minnesota Wild during the second period of an NHL hockey game, Thursday, Jan. 3, 2019 in Toronto. (Frank Gunn/The Canadian Press via AP)

William Nylander rennt seiner Form hinterher. Bild: AP/The Canadian Press

Doch ein Trade noch vor der Deadline (25. Februar) wird kaum möglich sein. Einerseits weil Nylanders Marktwert derzeit so tief ist wie noch nie. Andererseits weil Dubas dem Spieler eigentlich versprochen hat, ihn nicht zu traden. Doch wenn sich die Bilanz des Flügels nicht aufbessert, sind diese Worte vielleicht plötzlich nur noch Schall und Rauch. Vor dem Draft würde man für Nylander sicher wieder einen guten Gegenwert erhalten. Vielleicht auch einen, der den Cap etwas schont. 

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