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Silver medalist Michelle Gisin, left, and Gold medalist Wendy Holdener of Switzerland, celebrate during the women alpine combined winners' presentation at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, Friday, Feb. 10, 2017. (Alexandra Wey/Keystone via AP)

Michelle Gisin und Wendy Holdener: Stehen sie am Ursprung der erfolgreichsten Schweizer WM in diesem Jahrtausend? Bild: AP/Keystone

Analyse

So stehen die Chancen, dass die Ski-WM zur erfolgreichsten des Jahrtausends wird

So schnell kann es gehen: Am Freitag verletzt sich erst Lara Gut beim Einfahren – die Schweiz ist geschockt. Zweieinhalb Rennen später gleicht das Land einer einzigen Festhütte – und noch haben wir heisse Eisen im Feuer.



Die erste Woche der Ski-WM ist vorbei und nach fünf der elf Rennen können wir sagen: Ein Blick auf den Medaillenspiegel tut besonders gut.

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Der Medaillenspiegel nach der Männerabfahrt.

Wer hätte das gedacht, dass die Schweiz nicht nur als einzige Nation zwei Weltmeister feiern kann, sondern auch insgesamt am meisten Medaillen abstaubt? 

Klar, wir hatten im Super-G der Frauen und der Abfahrt der Männer die Topfavoriten am Start. Die bisherige Saison deutete ebenfalls an, dass etwas möglich ist. Aber ein Blick auf die letzten acht Weltmeisterschaften in diesem Jahrtausend zeigt: So gut waren wir schon lange nicht mehr.

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Einzig bei den Titelkämpfen 2007 und 2009 sammelten die Schweizer Skifahrer mehr Edelmetall. Allerdings bleiben jetzt noch sechs Rennen Zeit, um diese Marken zu knacken. Die Chancen auf die erfolgreichste WM in diesem Jahrtausend stehen gut. Mehr als sechs Medaillen an einer Ski-WM gab es für die Schweiz übrigens 1989 in Vail (3-5-3) und natürlich im legendären Crans-Montana 1987 (8-4-2):

Aber ja, der Sport, der ist ein fieser und wankelmütiger Geselle. Noch vor der WM hiess es hier bei uns auf der Redaktion aus verschiedenen Ecken: «Ach, das interessiert doch niemanden.» Am Freitag standen dann viele gebannt vor dem TV. Erst litten sie mit Lara Gut, dann jubelten sie mit Wendy Holdener und Michelle Gisin. Und seit dem Gold in der Königsdisziplin Abfahrt von Beat Feuz herrscht hier und im ganzen Land eh Jubelstimmung.

Super-Kombi Männer (Montag, 10 und 13 Uhr)

Die Favoriten in der Kombination heissen Titelverteidiger Marcel Hirscher und Alexis Pinturault. Aber die Schweizer müssen sich nicht verstecken. In den zwei einzigen Kombinationen des Winters war Swiss-Ski jeweils zu dritt in den Top 8 vertreten.

epa05788252 Carlo Janka of Switzerland reacts in the finish area during the Men's Downhill race at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, 12 February 2017.  EPA/ALEXANDRA WEY

Carlo Janka: Nominell unser bester Medaillentrumpf in der Kombi. Bild: EPA/KEYSTONE

Neben dem Überraschungssieg von Niels Hintermann (nicht an der WM) in Wengen brillierte vor allem Justin Murisier mit den Rängen 4 (in Santa Caterina) und 7 (in Wengen). Einmal in die Top 8 schaften es Nils Mani (5. in Wengen/nicht an der WM), Luca Aerni (7. in Santa Caterina) und Mauro Caviezel (8. in Santa Caterina). Dazu kommt Carlo Janka, der nominell beste Schweizer Kombinierer.

Fazit: Eine Medaille kann nicht erwartet werden, aber ein Exploit liegt in dieser Disziplin immer drin.

Team-Event (Dienstag, 12 Uhr)

Die Schweiz und Team-Events – das passte schon oft. Bei den letzten drei Weltcupfinals gab es immer einen Schweizer Sieg. Zuletzt auch 2016 hier in St.Moritz. Mit Wendy Holdener verfügen wir über die Spezialistin für schnelle Starts und das Parallelrennen. Getragen vom Kombi-Gold könnte sie ihre Teamkollegen mitreissen.

An der WM liegt die letzte Medaille allerdings zehn Jahre zurück. Vom damaligen Bronze-Team ist heute nur noch Fabienne Suter aktiv. Dieses Jahr sind für den Start vorgesehen: Holdener, Meillard, Rast, Yule, Aerni und Schmidiger.

Fazit: Noch mehr als bei der Kombi: Hier ist alles möglich. Aber die Chancen stehen gut.

Second placed Team Germany, first placed Team Switzerland and third placed Team Sweden, from left, pose after the Nation Team Event race at the FIS Alpine Ski World Cup Finals, in St. Moritz, Switzerland, Friday, March 18, 2016. (Gian Ehrenzeller/Keystone via AP)

Weltcupfinale 2016: Die Schweiz schafft den Hattrick beim Team-Event. Bild: AP/Keystone

Riesenslalom Frauen (Donnerstag, 9.45 und 13 Uhr)

Mit Lara Gut hätten wir einen starken Medaillentrumpf in der Hand gehabt. Aber ohne sie, da wird es ganz schwierig. Holdener, Simone Wild, Camille Rast oder Melanie Meillard werden kaum in die Bresche springen können. Die Konkurrenz mit Tessa Worley, Mikaela Shiffrin, Sofia Goggia, Marta Bassino und Co. ist zu gross.

Fazit: Ein Diplom ist möglich, eine Medaille – nein.

ALS VORSCHAU ZUR FIS SKI ALPIN WM IN ST. MORITZ VOM 06. - 19. FEBRUAR 2017 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -  Simone Wild of Switzerland in action during the first run of the women's Giant Slalom race of the FIS Alpine Ski World Cup season on the Rettenbach glacier, in Soelden, Austria, Saturday, October 22, 2016. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Simone Wild: Bestergebnis im Weltcup ist bisher Rang 7 im Riesenslalom von Sestrière. Bild: KEYSTONE

Riesenslalom Männer (Freitag, 9.45 und 13 Uhr)

Auch hier ist die Konkurrenz auf den ersten Blick zu gross. Marcel Hirscher und Alexis Pinturault schweben in einer eigenen Welt. Dazu kommen Mathieu Faivre, Henrik Kristoffersen, Felix Neureuther und eine handvoll weitere Anwärter auf den letzten Platz auf dem Treppchen. 

Justin Murisier of Switzerland speaks to journalists during the Swiss-Ski federation press conference of the FIS Alpine Ski World Cup at the Lauberhorn, in Wengen, Switzerland, Wednesday, January 11, 2017. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Justin Murisier legt seinen Fokus auf den Riesenslalom. Bild: KEYSTONE

Carlo Janka, Gino Caviezel und Justin Murisier, der «vor allem im Riesenslalom stark sein» will, könnten bei optimalem Verlauf vielleicht für einen Exploit sorgen. 

Fazit: Ähnlich wie bei den Frauen: Ein Diplom ist möglich, eine Medaille wohl kaum. Allerdings stehen hier die Chancen etwas besser.

Slalom Frauen (Samstag, 9.45 und 13 Uhr)

Mikaela Shiffrin ist die grosse Favoritin. Aber Irgendwann wird Wendy Holdener die Amerikanerin schlagen. Warum nicht an der Heim-WM, wenn der Druck nach Kombi-Gold schon weg ist? Shiffrin ist aber nicht die einzige Gegnerin. Veronika Velez Zuzulova will den Titel und mit Frida Hansdotter, Nina Loeseth und Petra Vlhova stehen drei weitere Fahrerinnen bereit.

Gold medalist Wendy Holdener of Switzerland celebrates during the women alpine combined winner's presentation at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, Friday, Feb. 10, 2017. (Alexandra Wey/Keystone via AP)

Wendy, tu es noch einmal! Bild: AP/Keystone

Aber: Vielleicht wächst auch Michelle Gisin nochmals über sich hinaus. Melanie Méillard und Denise Feierabend haben wohl höchstens Diplomchancen.

Fazit: Das gibt eine Medaille. Vielleicht Gold. Und vielleicht schlagen unsere neuen Ski-Zwillinge wieder zu.

Slalom Männer (Sonntag, 9.45 und 13 Uhr)

Zum Abschluss eine Medaille für die Schweiz – es wäre eine Überraschung. Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen fahren hier normalerweise der Konkurrenz davon. Dazu kommt ein Trio (Mölgg, Choroschilow, Ryding), das stärker einzuschätzen ist als Daniel Yule. 

Switzerland's Daniel Yule speeds down the course during an alpine ski, men's World Cup slalom, in Kitzbuehel, Austria, Sunday, Jan. 22, 2017. (AP Photo/Shinichiro Tanaka)

Zwei perfekte Läufe? Mach es bitte am Sonntag zum WM-Abschluss, Daniel Yule. Bild: Shinichiro Tanaka/AP/KEYSTONE

Doch der Walliser kratzte in dieser Saison schon zweimal am Podest (4. in Zagreb, 5. in Kitzbühel). Lässt er sich von der Erfolgswelle im Team noch weiter nach vorne treiben?

Fazit: Eine Medaille käme überraschend. Aber es wäre ein passender Abschluss der bisher so erfolgreichen WM.

Wie viele Medaillen gibt's?

Puur und Nell haben wir zwar schon gespielt. Aber zumindest im Slalom der Frauen haben wir noch das Trumpf-Ass im Ärmel. Und auch für die restlichen Rennen sind unsere Handkarten nicht ganz so schlecht. 

Darum die Frage:

Vier Medaillen hat die Schweiz schon. Wie viele gewinnen wir INSGESAMT an der Ski-WM?

Alle Schweizer Ski-Weltmeister der Neuzeit

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