Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Colorado Avalanche right wing Mikko Rantanen (96), of Finland, fights for the puck against Washington Capitals defenseman Madison Bowey (22) and defenseman Brooks Orpik (44) during the first period of an NHL hockey game, Thursday, Feb. 7, 2019, in Washington. (AP Photo/Nick Wass)

Nach einem guten Jahr 2018 gerieten die Colorado Avalanche ins Straucheln. Bild: AP/FR67404 AP

Analyse

Wie die Playoff-Träume der Colorado Avalanche im Jahr 2019 zerbröckeln

2018 war das Jahr der Colorado Avalanche. Nach überraschenden Playoffs im Frühjahr setzten sie im Herbst zum Höhenflug an. 2019 befindet sich das Team von Sven Andrighetto in einer Krise, die aber auch ihre guten Seiten haben kann.



Anfang Dezember waren die Colorado Avalanche im Hoch. Nachdem sie in der Saison zuvor mit der Playoff-Qualifikation überrascht hatten, schienen sie nun einen weiteren Schritt gemacht zu haben. Sie führten die Central Division punktgleich mit Nashville an. Und ihre erste Linie um Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen und Gabriel Landeskog dominierte die Liga scheinbar nach Belieben. Die drei waren «on fire».

Die Headlines überschlugen sich damals 😉

Schon damals war klar, dass es ein Problem für die Mannschaft aus Denver sein könnte, falls sich ihr Traumsturm irgendwann abkühlen sollte. Doch zu diesem Zeitpunkt schien die Avalanche (Lawine) unaufhaltbar. Das hat sich in den vergangenen Wochen drastisch geändert.

Der Absturz

Die letzten acht Spiele haben die «Avs» allesamt verloren. 2019 haben sie von 16 Spielen nur deren drei gewonnen. Aktuell liegen sie punktgleich mit den Chicago Blackhawks am Tabellenende der Central Division.

Animiertes GIF GIF abspielen

Das Jahr 2019 der Avalanche in einem GIF zusammengefasst. Bild: nhl

Was ist passiert? Einerseits hat sich wie befürchtet die Toplinie um MacKinnon, Rantanen und Landeskog abgekühlt. Produzierten die drei Stürmer 2018 (von Oktober bis Ende Dezember) gemeinsam noch 4,15 Skorerpunkte und 1,63 Tore pro Spiel, sind es 2019 noch 2,5 Skorerpunkte und knapp ein Tor.

Daneben ist das sogenannte «Secondary Scoring», also Treffer und Assists von Spielern ausserhalb des ersten Sturms, immer noch ein Problem. Es hat sich zwar leicht verbessert – 2018 steuerten die restlichen Spieler 1,73 Tore pro Spiel bei, seit dem Jahreswechsel sind es 1,94 Tore pro Spiel. Doch das reicht nicht. Die Colorado Avalanche bleiben ein Team mit nur einer gefährlichen Linie und sind deshalb zu einfach auszurechnen.

Avalanche Secondary Scoring
Infogram

Primary und Secondary Scoring der Avalanche. quelle: naturalstattrick.com

Eigentlich hätten die «Avs» mit dem Zürcher Sven Andrighetto einen Spieler, der perfekt wäre für eine tragende Rolle im zweiten oder dritten Sturm. In den Saisons zuvor bei Colorado hat er mit 38 Skorerpunkten aus 69 Spielen bewiesen, dass er weiss, wo das Tor steht. Doch bei Coach Jared Bednar scheint der 25-Jährige keine wichtige Rolle mehr zu spielen. Er erhielt zuletzt nicht einmal mehr zehn Minuten Eiszeit pro Spiel und musste meist in der defensiven Zone aufs Eis.

Doch die Problemzone beschränkt sich nicht nur auf den Sturm. Die Torhüter der Avalanche, der Russe Semyon Varlamov und der Deutsche Philipp Grubauer, starteten stark in die Saison und bildeten eines der besten Goalie-Tandems der Liga. Ihre gemeinsame Fangquote lag bei 92,14 Prozent. Sie liessen pro Spiel weniger als 2,5 Tore zu. Nun ist die Fangquote um über drei Prozent gesunken und Varlamov und Grubauer kassieren im Durchschnitt mehr als drei Tore in jeder Partie.

Torhüterleistung der Avalanche. quelle: naturalstattrick.com

Rosige Zukunft?

Dennoch muss das Team von General Manager (GM) Joe Sakic die Playoffs noch nicht abschreiben. Der Rückstand auf den zweiten Wild-Card-Platz beträgt nur vier Punkte. 48 weitere Zähler können die Avalanche noch holen. Dennoch wollen sie vor der Trade-Deadline nichts überstürzen.

Colorado Avalanche's Sven Andrighetto, of Switzerland, celebrates after scoring during the first period of an NHL hockey game against the St. Louis Blues Friday, Dec. 14, 2018, in St. Louis. (AP Photo/Jeff Roberson)

Andrighetto jubelt nur noch selten. Bild: AP/AP

Der GM ist noch auf der Suche nach einem Stürmer, um das Problem des «Secondary Scoring» zu beheben. Doch die Zukunft der Franchise will er dafür nicht aufs Spiel setzten. «Unsere Erstrundenpicks und unsere jungen Talente geben wir nicht her», macht Sakic klar.

Warum soll er auch. Die Avalanche haben für den kommenden Draft neben ihren eigenen Draftrechten auch noch den Erstrunden-Pick der Ottawa Senators. Die Senators sind momentan das schlechteste Team der Liga. Einen frühen Draft-Pick hat Colorado also schon auf sicher. Wenn sie die Playoffs tatsächlich verpassen, ist das zwar enttäuschend. Doch dann kommt sogar noch ein weiteres Jungtalent dazu. Und die Avalanche wären für die Zukunft bestens aufgestellt.

Das sind die 50 besten Spieler in NHL 18

Nico Hischiers Teammates packen über ihn aus

Video: watson/Adrian Bürgler, Emily Engkent

Eishockey in Übersee – Geschichten aus der NHL

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

NHL-Nostalgie – sperrige Klappstühle, viel Papierkram und Festnetz-Telefone

Link zum Artikel

Plastik-Schlangen für den «Verräter»! So feindlich wurde Tavares in New York empfangen

Link zum Artikel

Die NHL pausiert, aber «gespielt» wird trotzdem – Goalie wehrt 98 Schüsse ab

Link zum Artikel

«The Great One» trifft zum 802. Mal – als Wayne Gretzky die Legende Gordie Howe übertraf

Link zum Artikel

Der Star aus der Hundehütte – wie Kevin Fiala vom Mitläufer zum Teamleader gereift ist

Link zum Artikel

Gaëtan Haas: «Das Spiel in der NHL ist nicht schneller, es sieht nur schneller aus»

Link zum Artikel

Meilensteine aus 100 Jahren NHL in Bildern

Link zum Artikel

Wie Freunde, Trainer und Lehrer Hischier erlebten: «Nico, setz dich doch mal richtig hin!»

Link zum Artikel

Die Coronavirus-Pandemie trifft auch die NHL – die Antworten auf die wichtigsten Fragen

Link zum Artikel

Die NHL erlebt ihre grösste Tragödie – was der Tod einer 13-Jährigen veränderte

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

In 9 Spielen wird Doug Gilmour zur Rappi-Ikone – das erste ist legendär

15. November 1994: Im NHL-Lockout holt ausgerechnet der Aufsteiger einen der grössten Eishockey-Stars der Welt. Der SC Rapperswil-Jona verpflichtet den Defensiv-Center Doug Gilmour – dessen erste NLA-Partie in die Geschichte eingeht.

1994 ist das Schweizer Eishockey noch so weit von der NHL entfernt wie die Erde vom Mond. Kein Schweizer hat jemals eine einzige Minute in der besten Eishockeyliga der Welt gespielt, das Nationalteam pendelt zwischen A- und B-WM. Doch als es in der NHL zu einem Lockout kommt, weil sich die Teambesitzer und die Spielergewerkschaft nicht über einen Gesamtarbeitsvertrag einigen können, schrumpft die Distanz. Der Mond wird für Schweizer Klubs plötzlich erreichbar: Mehrere engagieren einige der …

Artikel lesen
Link zum Artikel