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Manchester United's Paul Pogba, centre, vies for the ball with Paris Saint Germain's Marcos Marquinhos, right, during the Champions League round of 16 soccer match between Manchester United and Paris Saint Germain at Old Trafford stadium in Manchester, England, Tuesday, Feb. 12,2019.(AP Photo/Dave Thompson)

Marquinhos (ganz rechts) klebte an Pogba wie ein Kaugummi. Bild: AP/AP

Analyse

Pogbas Schatten – und 3 weitere Gründe, warum ManUnited gegen PSG keinen Stich hatte

0:2 gegen Paris St-Germain: Für Manchester United ist die Champions League nach dem Achtelfinal-Hinspiel so gut wie gelaufen. Die «Red Devils» waren gegen die ersatzgeschwächten Franzosen absolut chancenlos – aus folgenden Gründen.



Pogbas Schatten

Seit der Entlassung von José Mourinho war Paul Pogba bei Manchester United förmlich aufgeblüht. In den letzten neun Premier-League-Spielen traf der französische Weltmeister acht Mal und bereitete fünf weitere Treffer vor. In der Königsklasse blieb der 25-jährige Mittelfeldmotor nun aber blass wie lange nicht mehr – und das hatte seinen Grund.

Der gewiefte PSG-Trainer Thomas Tuchel stellte Pogba mit Marquinhos einen Wachhund zur Seite. Und der Brasilianer erledigte seinen Job hervorragend und nahm den United-Superstar zusammen mit Marco Verratti komplett aus dem Spiel.

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Die Marquinhos-Highlights gegen Manchester United. Video: streamable

«Wir haben Manchester analysiert und wussten, dass die Schlüsselszenen meist über Pogba ablaufen, der die Angriffe einleitet oder auch selbst die Tore macht», erklärte PSG-Verteidiger Thilo Kehrer nach dem Spiel. «Von daher wussten wir, dass immer einer bei ihm sein muss. Marquinhos und die ganze Mannschaft haben das super gemacht.» Der Brasilianer war mit sich ebenfalls zufrieden: «Ich musste heute in Bestform sein. Ich hatte wichtige Duelle mit Pogba und es lief gut, ich bin zufrieden.»

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Pogba liegt benommen am Boden, Marquinhos kann da nur lachen. bild: twitter

Ganz anders Pogba: Der Franzose kam mit der Beschattung überhaupt nicht zurecht und verlor kurz vor Ende der Partie auch noch die Beherrschung. Er leistete sich eine überharte Attacke gegen Dani Alves und flog in der 89. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Das hat für Pogba auch etwas Gutes: Weil er im Rückspiel gesperrt ist, muss er sich von Wachhund Marquinhos nicht mehr auf die Füsse stehen lassen.

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Pogba fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Video: streamable

Alte Mourinho-Muster

Unter Ole Gunnar Solskjaer spielte Manchester United in den letzten Wochen endlich wieder den offensiven Kombinationsfussball, den alle vom englischen Rekordmeister erwarten. Doch gestern war davon nichts zu sehen, der Respekt vor PSG war offenbar zu gross: Die United stand im eigenen Stadion extrem tief und schien – wie oft unter Mourinho – nur den Schaden in Grenzen halten zu wollen.

Nur einen einzigen Schuss aufs Tor brachten die «Red Devils» zu Stande: Marcus Rashford erwischte Gigi Buffon in der 9. Minute mit seinem Schuss aus spitzem Winkel aber nicht. Erst mit den Einwechslungen von Juan Mata und Alexis Sanchez kam ab der 70. Minute nochmals etwas Wind ins Spiel der United, aber da führte PSG bereits mit 2:0.

Das Ding im Prinzenpark noch zu drehen und doch noch den Champions-League-Viertelfinal zu erreichen, ist nach dem schwachen Hinspiel nun fast zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden. Noch nie in der Geschichte der Champions League hat ein Team nach einer Heimniederlage mit zwei oder mehr Toren nämlich noch die nächste Runde der K.-o.-Runde erreicht.

Di Maria als Rache-Engel

In Abwesenheit von Neymar war Angel Di Maria der überragende Spielgestalter bei PSG. Fast jeder Angriff lief über den 30-jährigen Argentinier, der am rechten Flügel nicht zu bremsen war. Beide Tore der Franzosen bereitete er vor: Besonders sein perfekt getimter Laserpass vor dem 2:0 auf Kylian Mbappé war eine Augenweide.

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53. Minute: Di Maria findet mit seinem Eckball Torschütze Kimpembe. Video: streamable

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60. Minute: Di Marias Laserpass auf Mbappé führt zum 2:0. Video: streamable

War es Di Marias Rache? Von 2014 bis 2015 spielte Angel Di Maria für Manchester United. Der heute 30-jährige Argentinier war damals der Rekordtransfer der «Red Devils», für 75 Millionen Euro kam er von Real Madrid, wo er trotz dem Gewinn der Champions League den WM-Helden Toni Kroos und James Rodriguez Platz machen musste.

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«Fuck off», schreit Di Maria nach dem 1:0 ins Publikum. bild: keystone

Das Jahr in Manchester wurde für Di Maria aber zur grossen Enttäuschung: Unter Louis van Gaal war er nicht immer erste Wahl und wurde auf den verschiedensten Positionen eingesetzt. Ausserdem hatte er Mühe, sich im kalten England zu akklimatisieren. So wurde der Argentinier nach der Saison für 63 Millionen Euro an PSG weiterverkauft, wo er sofort wieder aufblühte.

Gestern gelang ihm ausgerechnet im Old Trafford seine bislang grösste Glanzleistung: Der Rache-Engel blieb auch cool, als er in der 40. Minute von Ashley Young per Bodycheck in einen Metallzaun gecheckt wurde und danach von den United-Fans wegen angeblichen Simulierens gnadenlos ausgepfiffen wurde. Als in der 55. Minute eine Bierflasche nach ihm geworfen wurde, machte er sich einen Spass daraus und tat so, als würde er sich einen Schluck genehmigen. Mit Klasse reagiert, kann man da nur sagen.

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Di Maria und der Bierflaschen-Vorfall. Video: streamable

Mbappés Speed

Ihn bekam Manchester United einfach nicht in den Griff: Mit seinem unfassbaren Speed war Kylian Mbappé einmal mehr nicht zu stoppen. Der französische Weltmeister war sicher mit ein Grund, warum die Engländer so tief verteidigten. Doch auch das nützte nichts: Mbappé war ein steter Gefahrenherd und lief seinen Gegenspielern ein ums andere Mal um die Ohren.

Besonders augenscheinlich wurde das in der ersten Halbzeit, als er am rechten Flügel wie ein TGV an Dampflok Victor Lindelöf vorbeizog, und natürlich beim 2:0, als er wie ein Blitz in die Lücke zwischen den United-Innenverteidigern Eric Bailly und Lindelöf hinein sprintete.

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Der Speed von Mbappé – schlicht unfassbar. Video: streamable

Das sieht auch Lineker so:

In 24 Champions-League-Spielen hat Mbappé nun bereits 14 Mal getroffen. Bereits jetzt ist das 20-jährige Supertalent mit seinem grossen Vorbild Ronaldo gleichgezogen. Vor allem auswärts ist er eine Bank: Wenn er von Beginn an auflaufen durfte, hat Mbappé in elf Spielen in der Fremde nur einmal nicht getroffen. In 161 Partien für Monaco, PSG und Frankreich hat der 180-Millionen-Mann 81 Tore erzielt.

Bonus

Die Analyse von Arsène Wenger:

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«ManUnited verlor die Schlacht im Mittelfeld.» Video: YouTube/Julianesque

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