Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Swiss Ice hockey, Eishockey NLA - ZSC Lions vs EHC Biel 16.2.2020, Zürich, Hallenstadion, NL: ZSC Lions - EHC Biel-Bienne, forward Top Scorer Pius Suter ZSC The Lions of Zurich won against a good EHC Biel 5-2 2-2 2-0 1-0. Biel scores first goal and push for all second third. Lions closed the game with a power goal of 71 Fredrik Petterson Zürich Zürich Switzerland Copyright: SergioxBrunetti

Bild: imago images/Pacific Press Agency

Setzt er sich durch? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Suters NHL-Wechsel



Die Gerüchte haben sich bestätigt. Gestern unterschrieb Pius Suter seinen ersten NHL-Vertrag. Neun verschiedene Teams seien am aktuellen MVP der National League interessiert gewesen. Abgesehen von Detroit und dem späteren Sieger Chicago ist allerdings nicht bekannt, welche Klubs das waren. Am Ende machten die Chicago Blackhawks das Rennen, die als wahrscheinlichste Destination galten.

Wie es der NHL-Gesamtarbeitsvertrag vorsieht, ist es ein Entry-Level-Vertrag über ein Jahr. Weil Suter bereits 24-jährig ist, konnte kein längerer Vertrag ausgearbeitet werden. Der Zürcher wird in der NHL das ELC-Maximum von 925'000 Dollar verdienen. Bei einer Abschiebung in die AHL wären es nur noch 70'000 Dollar im Jahr.

So viel zu den vertraglichen Details. Doch zu was für einem Team stösst Suter mit den Blackhawks? Und wie gross sind seine Chancen, sich tatsächlich im NHL-Kader festzusetzen?

Warum hat sich Suter für Chicago entschieden?

Gerüchten zufolge wollte Pius Suter zu einem Team, bei dem auch kurzfristiger Erfolg möglich ist. Die Blackhawks sind jetzt so ein Mittelding. 2018 und 2019 hat die Mannschaft die Playoffs jeweils verpasst, war aber nie abgeschlagen. Dieses Jahr haben sie in der Qualifikationsrunde gegen Edmonton die Chance, doch noch in die Playoffs vorzustossen.

Ein wichtiger Faktor dürfte gewesen sein, dass Chicago bereits mehrfach bewiesen hat, dass sie mit Free-Agent-Verpflichtungen aus Europa umgehen können. Artemi Panarin, Erik Gustafsson, Michal Kempny, Jan Rutta, David Kämpf, Dominik Kahun und nicht zuletzt Dominik Kubalik haben alle über die «Hawks» den Sprung in die NHL geschafft. Gerade Kubalik dürfte als Inspiration gedient haben, hat er doch vor dem Wechsel zu Chicago eine vergleichbare Saison gespielt wie Suter.

In Chicago trifft Suter zudem auf ein bekanntes Gesicht. Marc Crawford ist Assistenztrainer bei den Blackhawks. Und es war Crawford, der 2015 an Suter glaubte und ihm die Chance gab, sich in der National League zu etablieren. Der 59-Jährige kennt Suter also bereits und weiss, wie er das Maximum aus dem Spieler herausholen kann. Kaum ein Faktor bei Suters Entscheid, aber ein witziger Fakt: An einen neuen Torsong muss sich der Stürmer in Chicago auch nicht gewöhnen. Sowohl die ZSC Lions als auch die Blackhawks setzen da auf «Chelsea Dagger» von The Fratellis.

Wann stösst er zu den Blackhawks?

Das lässt sich derzeit noch kaum beantworten. Klar ist: Suter ist für die Playoffs der aktuellen Saison, die am 1. August beginnen sollen, nicht einsatzberechtigt. Sein Vertrag läuft erst ab der Spielzeit 2020/21, die irgendwann im Dezember beginnen soll. Der Start der Trainingscamps ist auf den 17. November geplant.

Und bis dann? Laut Szymon Szemberg, Managing Director der Alliance of European Hockey Clubs, haben NHL-Spieler die Möglichkeit, bis zum Wiederbeginn in Nordamerika an europäische Teams ausgeliehen zu werden, sofern alle Parteien damit einverstanden sind. Es wäre also möglich, dass Suter noch mit den Lions trainiert oder gar spielt, bis er definitiv nach Chicago wechselt.

Wie sieht das Kader der Blackhawks aus und wo hat Suter Platz?

Suter kann sowohl Center als auch auf dem linken Flügel spielen. In der Mitte fühlt er sich eigentlich wohler, doch die letzte Saison zeigte er, dass er das Spiel auch über die Aussenbahnen im Griff hat. Das bietet dem Trainerstaff der Blackhawks natürlich Optionen.

Die Kadertiefe der Blackhawks für die Saison 2020/21:

Bild

Kubalik und Strome haben für die nächste Saison noch keinen Vertrag. Bild: watson

Die Centerposition ist in den ersten zwei Linien im Normalfall durch Jonathan Toews und Youngster Kirby Dach besetzt. Suter wäre aber eine gute Alternative als Center der dritten Linie, weil er Offensivqualitäten mitbringt, aber auch defensiv äusserst verlässlich spielt. Dann könnte David Kämpf, der diese Saison etwas Mühe hatte, in die vierte Linie rutschen.

Dylan Strome kann wie Suter als Center oder als Flügel eingesetzt werden. Doch er besitzt einen auslaufenden Vertrag und die Hawks haben für nächste Saison nur noch rund sieben Millionen Capspace und müssen auch noch mit Kubalik verlängern und zwei Torhüter verpflichten. Es besteht also auch die Möglichkeit, dass sie mit dem Kanadier nicht verlängern, wodurch für Suter wohl definitiv ein Platz in der dritten Reihe frei würde. Auf dem Center oder auf dem linken Flügel.

Was kann man von Suter in der NHL erwarten?

Der Blick in die Glaskugel ist natürlich immer schwierig. Wie erfolgreich Suter in der NHL ist, hängt natürlich in erster Linie von seiner Rolle ab. Wenn er von Beginn weg regelmässig spielt und sich schnell anpasst, könnte er ein sehr guter Stürmer für eine dritte Linie werden.

Dass er gleich wie Kubalik einschlägt und in seiner ersten Saison 30 Tore erzielt, darf man natürlich nicht erwarten. Es gibt aber Modelle, die hochrechnen, wie viele Punkte man von Rookies aufgrund ihrer Leistungen in Europa erwarten kann. Diese sagen für Suter derzeit rund 40 Punkte voraus, was äusserst solid wäre.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Nico Hischier – ein NHL-Star im Militär

Video der Woche

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Patrik Stefan und die Mutter aller verpassten Treffer ins leere Tor

4. Januar 2007: Was für ein Drama! Die Dallas Stars stehen dem Sieg gegen die Edmonton Oilers so nah. Doch weil Patrik Stefan aus zwei Metern das leere Tor verfehlt, erhalten die Oilers eine allerletzte Chance – und die nutzen sie.

Die NHL-Partie zwischen den Dallas Stars und den Edmonton Oilers ist entschieden: Die Stars führen 5:4 und Patrik Stefan kann vierzehn Sekunden vor dem Ende mit dem Puck an der Stockschaufel aufs leere Tor ziehen.

Drei Sekunden lang weiss jeder im Stadion: Jetzt fällt das 6:4 und damit die Entscheidung. Doch als die drei Sekunden vorbei sind, ist auch der Puck am Tor vorbei und die Oilers können noch ein letztes Mal angreifen.

Und es geschieht tatsächlich, was niemand mehr für möglich gehalten …

Artikel lesen
Link zum Artikel