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Jubel bei den Zugern Timo Helbling, Robin Grossmann, Dominic Lammer und David McIntyre, von links, im vierten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Donnerstag, 13. April 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Euphorie in Zug: Der EVZ gleicht die Serie mit dem Overtime-Sieg wieder aus. Bild: KEYSTONE

Timo Helbling nach dem Final-Ausgleich: «Wir leben ganz klar vom Kollektiv»

Der Playoff-Final ist nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung von Zug gegen Titelverteidiger Bern wieder völlig offen. Timo Helbling relativiert jedoch im Interview die Hockey-Euphorie nach dem zweiten Overtime-Sieg.



Timo Helbling, vom krassen Fehlstart zur Euphorie, vom 0:2 in der Serie zum umjubelten Ausgleich gegen den hoch dotierten Meister. Wie ist ein solcher Aufschwung innerhalb von 48 Stunden möglich?
Timo Helbling: «Ich denke, wir haben einen richtiggehenden Steigerungslauf hinter uns. Der Start in Bern ging gründlich daneben. Wir liefen Bern auf naive Weise voll ins Messer, dann kam das ärgerliche und unglückliche 2:4 zu Hause, obwohl wir ebenbürtig auftraten. Und jetzt die beiden Overtime-Siege innerhalb von 48 Stunden.»

Wie erklären Sie sich die Startprobleme? Hat der EVZ für die spektakuläre Halbfinalserie gegen Davos zu viele Komplimente erhalten?
«Es gibt verschiedene Gründe. Klar, das Duell mit dem HCD war sehr emotional verlaufen, ein Auf und Ab, viel Spektakel. Aber beim missratenen Auftakt spielte sicherlich eine Rolle, dass wir einige Finalneulinge im Team haben, die sich mit der mächtigen und lauten Kulisse in Bern etwas schwer taten. »

Die Zuger freuen sich nach ihrem 3:5 Sieg und den Sieg gegen die Davoser auf ihren Einzug ins Finale, im sechsten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem EV Zug, am Samstag, 01. April 2017, in der Vaillant Arena in Davos (KEYSTONE/Juergen Staiger).

Jubelnde Zuger nach dem Finaleinzug. Bild: KEYSTONE

Beim zweiten Auftritt im Stadion des Titelhalters hielt Zug dem Druck stand, und zu Hause legten Sie nach, obschon Ihnen eine 2:0-Führung entglitten war. Zwei starke Signale, oder?
«Die Art und Weise, wie wir reagiert haben und uns nicht verunsichern liessen, werte ich als extrem positiv. Überhöhen würde ich nichts, wir haben erst zwei Spiele gewonnen. Uns ist schon bewusst, dass auf der anderen Seite nach wie vor ein grosser Brocken steht.»

Das Comeback ist auch vom imposanten Auffassungsvermögen Ihres Teams begünstigt. Die Fraktion der Finalneulinge hat offenbar sehr schnell begriffen, woher der Wind weht.
«Im Team steckt viel Leadership. Wir wissen schon, was nötig ist, um Erfolg zu haben. Während der gesamten Meisterschaft räumten uns die meisten wenig Kredit ein. Uns wurden Probleme gegen Genf prophezeit, nach dem 2:2 der Davoser hiess es, wir würden untergehen. Einige meinten, wir seien gegen Bern chancenlos. Solche Dinge perlen ab. Wir kennen unser Potenzial, intern lässt sich keiner verrückt machen.»

Die Zuger jubeln zum 1:0 Tor im vierten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Donnerstag, 13. April 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

EVZ: Das Kollektiv steht im Vordergrund. Bild: KEYSTONE

Welche Qualität kommt Ihnen im Zusammenhang mit dem EV Zug zuerst in den Sinn?
«Wir leben ganz klar vom Kollektiv. Unsere Ausgeglichenheit zeichnet uns seit dem ersten Saisonspiel aus, unsere Breite im Kader ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind nicht auf eine einzige Formation angewiesen, sondern leben von vier Linien. Es ist nicht nötig, gewisse Spieler bis zur Erschöpfung zu forcieren. Uns geht die Energie nicht aus.»

Der SCB stand zeitweilig dicht vor einem 3:0-Vorteil in der Serie. Halten Sie es für möglich, dass der Meister angezählt ist?
«Bern hat schon zu viel erlebt in den letzten Jahren. Für mich ist aber auch als Ex-Spieler schwierig zu beurteilen, wie es um sie steht. Das Team ist vom System und der Philosophie her kaum mehr mit unserer letztjährigen Ausgabe zu vergleichen. Ich gehe davon aus, dass noch einiges auf uns zurollen wird. Wir müssen weiterhin im Moment leben und dürfen dabei unter keinen Umständen unseren Fokus verlieren.»

Enttaeuscht stehen die Berner auf dem Eis nach dem vierten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Donnerstag, 13. April 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Berner Bär: Angezählt oder angestachelt?  Bild: KEYSTONE

Fokussiert ist im Übrigen auch ihr Keeper – ein Wort zu Tobias Stephan?
«Wahnsinn, was er alles hält. Die Kritik an ihm war bei uns nie ein Thema. Er spielt eine Top-Saison und garantiert die Stabilität, ohne welche wir nie da wären, wo wir jetzt stehen.»

(sda)

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