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Unmittelbar nach Spielende bejubeln die Spieler des EV Zug am Samstag abend, 11. April 1998, in der Davoser Eissporthalle ihren Triumph. Der EV Zug bezwang zuvor den HC Davos im sechsten Final-Playoff-Spiel mit 2:5 und sicherte sich damit den ersten Schweizer Meistertitel der Vereinsgeschichte. (DIGITAL IMAGE) (KEYSTONE/Michele Limina)

Jubel in Zug nach dem Gewinn des ersten und bislang einzigen Meistertitels im Jahr 1998.  Bild: KEYSTONE

So stehen die Chancen, dass Zug das 0:2 noch dreht und Meister wird

Nach der zweiten Niederlage in der Finalserie der NLA-Playoffs gegen Titelverteidiger Bern spricht nicht mehr allzu viel für den EV Zug. Ein Blick in die Historie des Schweizer Eishockeys enthüllt, wie die Chancen des EVZ angesichts des 0:2-Rückstands stehen. 



Ganz Zug war am Samstag auf den Beinen. Es herrschte Festlaune. Der EVZ wollte den ersten Schritt in Richtung zweiten Titel tun. Nach der Partie blieben nur lange Gesichter. Bern gewann 4:2 und führt in der Serie mit 2:0.

In den letzten 14 Jahren begann nie mehr eine Finalserie mit ähnlich einseitigen Skores. 15 Jahre ist es her, seit der HC Davos gegen die ZSC Lions die ersten beiden Spiele 6:2 und 3:0 gewann. Die Finalserie 2002 endete 4:0 für Davos. Auch diesmal erscheint es durchaus möglich, dass sich Bern noch vor dem Karfreitag den Meistertitel sichert.

Es wäre die erste erfolgreiche Titelverteidigung seit den ZSC Lions im Jahr 2001. Doch was sagt uns die Vergangenheit über die Chancen der Zuger? Wir haben die Playoff-Spiele seit Einführung des Best-of-7-Modus' durchforstet – mit folgendem Ergebnis: Ein Comeback nach 0:2-Rückstand ist zwar selten, aber nicht unmöglich.

Die Turnarounds im Playoff

2005/2006: 1/4-Final, Lugano-Ambri: Lugano 0:2 gedreht
2006/2007: 1/4-Final, Zug-Rapperswil: Zug 0:3 gedreht
2007/2008: 1/4-Final, Davos-Zug: Davos 0:3 gedreht

2013/2014: 1/4-Final, Kloten-Davos: Kloten 0:2 gedreht​

Die Davoser feiern das 1:3 fuer Davos vor Torhueter Reto Barra, links, beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem HC Davos, am Dienstag, 23. Dezember 2008 in der Zuger Herti Halle. (KEYSTONE/Photopress/ Urs Flueeler)

2008 lag Zug gegen Davos 3:0 vorne – und verlor doch noch. Bild: PHOTOPRESS

Die Turnarounds in Finalserien

Immerhin zweimal seit Einführung des Best-of-7-Modus' ist es einem Team gelungen, einen 0:2-Rückstand in einer Finalserie noch zu drehen: 2002/2003 Lugano gegen Davos und 2007/2008 den ZSC Lions gegen Servette. 

ZSC Lions Spieler Mathias Seger, Adrian Wichser und Ryan Gardner, von links, jubeln mit dem Pokal nach dem 6. Eishockey Play Off Finalspiel zwischen den ZSC Lions und dem HC Genf-Servette im Hallenstadion in Zuerich, am Donnerstag, 10. April 2008. Die ZSC Lions gewinnen den Schweizermeistertitel 2008. (KEYSTONE/PHOTOPRESS/Alessandro Della Bella)

Zürcher Jubel nach dem Meistertitel in der Saison 2007/2008. Bild: KEYSTONE PHOTOPRESS

Die Bilanz des SC Bern angesichts einer 2:0-Führung

2000/2001: 1/4-Final, Bern-Davos: 2:0 heimgebracht
2002/2003: 1/4-Final, Bern-Genf: 2:0 heimgebracht 
2003/2004: 1/2-Final, Bern-Genf: 2:0 heimgebracht & Final (best of five) Bern-Lugano: 2:0 heimgebracht
2006/2007: 1/4-Final, Bern-Genf: 2:0 heimgebracht & 1/2-Final, Bern-Zug: 2:0 heimgebracht
2009/2010: 1/4-Final, Bern-Lugano: 2:0 heimgebracht & 1/2-Final, Bern-Kloten: 2:0 heimgebracht
2010/2011: 1/4-Final, Bern-Langnau: 2:0 heimgebracht 
2011/2012: 1/4-Final, Bern-Kloten: 2:0 heimgebracht & 1/2-Final, Bern-Fribourg: 2:0 heimgebracht
2012/13: Final, Bern-Fribourg, 2:0 heimgebracht
2015/2016: 1/4-Final, Bern-ZSC: 2:0 heimgebracht & 1/2-Final, Bern-Davos: 2:0 heimgebracht
2016/2017: 1/4-Final, Bern-Biel: 2:0 heimgebracht

Bern's players celebrate with the winner's trophy of the National League A (NLA) Swiss Championship after Bern's victory over Fribourg Gotteron in the Playoff Final game of National League A (NLA) Swiss Championship at the PostFinance-Arena, in Bern, Switzerland, Tuesday, April 16, 2013. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bern sichert sich im Jahr 2013 den Pokal nach 2:0-Führung. Bild: KEYSTONE

Die Bilanz des EV Zug angesichts eines 0:2-Rückstandes

1998/1999: 1/2-Final, Zug-Lugano: Lugano 2:0 heimgebracht
1999/2000: 1/2-Final, Zug-ZSC: ZSC 2:0 heimgebracht
2000/2001: 1/4-Final, Zug- Kloten: Kloten 2:0 heimgebracht
2001/2002: 1/4-Final, Zug-Lugano: Lugano 2:0 heimgebracht
2006/2007: 1/4-Final, Zug-Rapperswil: Zug 0:3 gedreht
2006/2007: 1/2-Final, Zug-Bern: Bern 2:0 heimgebracht
2008/2009: 1/2-Final, Zug-Kloten: Kloten 2:0 heimgebracht
2010/2011: 1/2-Final, Zug-Davos: Davos 2:0 heimgebracht
2011/2012: 1/2-Final, Zug-ZSC: ZSC 2:0 heimgebracht
2015/2016: 1/4-Final, Zug-Lugano: Lugano 2:0 heimgebracht

Umringt von Hunderten von Fans und Medienleuten stemmt ein Zuger Spieler am 11. April 1998 in der Davoser Eissporthalle den Meisterpokal in die Hoehe. Der EV Zug bezwang zuvor den HC Davos im sechsten Final-Playoff-Spiel mit 2:5 und sicherte sich damit den ersten Schweizer Meistertitel der Vereinsgeschichte. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Klappt es für den EVZ doch noch mit dem zweiten Meistertitel? Bild: KEYSTONE

Bern hat noch nie eine 2:0-Führung verspielt, Zug gelang das grosse Comeback erst einmal. Dennoch übt sich der Favorit vor dem dritten Spiel in Zurückhaltung.

Kann Zug die Serie noch drehen und Schweizer Meister werden?

«Zug wird nochmals alles versuchen. Jetzt haben sie nichts mehr zu verlieren. In unserer Kabine macht sicher niemand den Fehler, nach zwei Siegen vorschnelle Schlüsse zu ziehen», meinte Eric Blum. «Aber alle wollen so schnell wie möglich den Pokal wieder in den Händen halten.»

Lino Martschini, der als Topskorer seines Teams auch nach zwölf Playoff-Partien weiter auf seinen ersten Treffer wartet, bleibt optimistisch: «Wir wissen nun, wie wir spielen wollen und müssen. So gehen wir weiter, wir geben sicher nicht auf.» (jsc/sda)

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Play-offs 1985/86

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