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Zuerichs Cheftrainer Rikard Groenborg reagiert im Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem HC Ambri-Piotta am Freitag, 21. Februar 2020, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Macht nicht den Bob Hartley: Zürichs Cheftrainer Rikard Grönborg. Bild: KEYSTONE

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Konkrete Anfrage aus der NHL – aber Trainer Rikard Grönborg bleibt in Zürich

Die New Jersey Devils wollten Rikard Grönborg (50), aber die ZSC Lions haben abgelehnt. Der schwedische Trainer bleibt eine weitere Saison in Zürich. Aber damit zeichnet sich ab: Im Frühjahr 2021 muss Sportchef Sven Leuenberger wohl einen neuen Trainer suchen.



Die Geschichte wiederholt sich manchmal nicht. Ein Blick zurück: Am 31. Mai 2012 verlässt Bob Hartley (51) die ZSC Lions. Trotz eines weiterlaufenden Vertrages. Der Kanadier, der die Zürcher im 7. Finalspiel in Bern sensationell vom 7. Platz aus zum Titel geführt hatte, wechselt in die NHL zu den Calgary Flames. Reisende soll man ziehen lassen. Man kann einem Trainer nicht vor einer Berufung in die wichtigste Liga der Welt im Weg stehen.

Nun neigt sich der Monat Mai 2020 dem Ende zu und die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Rikard Grönborg gewinnt mit den ZSC Lions die Qualifikation (er ist damit sozusagen auch ein Meistertrainer) und steht vor der Erfüllung seines Trainer-Lebensziel: einem Engagement in der NHL. Bevor er mit Schweden zweimal Weltmeister geworden ist, hat er mehr als zehn Jahre im US-Juniorenhockey gearbeitet. Er ist mit einer Amerikanerin verheiratet und hat den amerikanischen Pass. Sein Ziel ist ein Engagement in der NHL.

Aber die ZSC Lions haben ihm bei der Anstellung eine entsprechende Freigabeklausel im Vertrag verweigert. Nun sind die New Jersey Devils (der Klub von Nico Hischier) konkret interessiert. Sportchef Sven Leuenberger bestätigt: «New Jersey hat sich korrekt verhalten und zuerst uns angerufen und gefragt, ob sie mit unserem Trainer sprechen dürfen. Das haben wir erlaubt, aber unmissverständlich klargestellt, dass wir ihn nicht aus dem Vertrag freigeben.» Die Angelegenheit sei damit erledigt. Rikard Grönborg ist nicht der nächste Bob Hartley und bleibt ein weiteres Jahr in Zürich. Die Geschichte hat sich nicht wiederholt.

Sven Leuenberger sagt, eine Unstimmigkeit gebe es wegen dieser Angelegenheit nicht. «Unser Trainer steht zu unserem Vertrag.» In Zürich führt der charismatische schwedische Bandengeneral zum ersten Mal ein Profi-Klubteam. Ein weiteres Jahr Erfahrung vor dem Wechsel ins «Big Business» der NHL kann nicht schaden.

Zuerichs Sportchef Sven Leuenberger, links, und Trainer Hans Kossmann, hinten Mitte, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC, am Freitag, 2.Februar 2018, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Sven Leuenberger muss wohl nächstes Jahr einen neuen Trainer suchen. Bild: KEYSTONE

Das Interesse an Rikard Grönborg dürfte bleiben und nach Ablauf des Vertrages in Zürich ist mit einem Wechsel in die NHL zu rechnen. Der ZSC-Sportchef wird wohl im nächsten Frühjahr einen neuen Trainer suchen müssen. Immerhin bleibt ihm in diesem Falle die Genugtuung, dass er im Sommer 2019 mit Rikard Grönborg den richtigen Trainer geholt hat.

Diese Geschichte zeigt, dass die NHL rechtsgültige Arbeitsverträge bei europäischen Klubs respektiert. Im soeben unterzeichneten NHL-Transferabkommen, das es den NHL-Klubs erlaubt, gegen Zahlung einer Transferentschädigung bis zu einer bestimmten Frist jeden Spieler eines Schweizer Klubs unabhängig von der Vertragssituation zu verpflichten, gilt nicht für Trainer.

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