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Die Zuger jubeln zum 1:0 Tor im vierten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Donnerstag, 13. April 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Spieler jubeln, Fans jubeln: Der EVZ hat mit der Final-Qualifikation einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Bild: KEYSTONE

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Evolution statt Revolution – so will der EV Zug den Meistertitel holen

Zug hat seinen ersten Playoff-Final seit 1998 verloren – aber nicht die Zuversicht. Sportchef Reto Kläy sagt, wie die Mannschaft nächste Saison aussehen wird.



Zugs grosses Ziel bleibt der zweite Meistertitel der Geschichte. Erst recht nach der Begeisterung, die in den letzten Tagen die Zuger erfasst hat. EVZ-Sportchef Reto Kläy sagt: «Die Unterstützung, die wir auf allen Ebenen gespürt haben und die sich nach dem verlorenen sechsten Spiel im Stadion gezeigt hat, ist für uns Verpflichtung und Motivation zugleich. Wir haben gesehen, dass wir etwas bewegen können.»

Kläy sagt, er habe noch nie erlebt, dass eine Mannschaft auch nach einer Niederlage im Stadion so gefeiert worden sei. Es war eine «Hühnerhaut-Stimmung».

Die Zuger Fans feuern ihre Mannschaft an, Momente vor dem sechsten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Montag, 17. April 2017 in der in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Topstimmung: In der Zuger Bossard-Arena steppte gegen den SC Bern der Bär. Bild: KEYSTONE

Die Frage ist also nicht, ob die Zuger auch nächste Saison zum Gipfelsturm ansetzen. Sondern nur wie. Für Kläy ist der Weg klar: Der Titel wird nicht «eingekauft», sondern erarbeitet. Er sagt: «Im Zentrum steht die Weiterentwicklung unserer Leistungskultur auf allen Ebenen.»

Die schwierige Suche nach den richtigen Ausländern

Diese Saison habe gezeigt, dass man auf dem richtigen Weg sei. Entsprechend ist die Transferpolitik. Bei den Schweizer Spielern gibt es nur punktuelle Veränderungen: Emanuel Peter, Samuel Erni (nach Langnau), Simon Lüthi (Olten) und Marc Marchon (Kloten) gehen, Timothy Kast (Servette) kommt. Weder Leistungsvermögen noch Chemie der Mannschaft verändern sich durch diese Wechsel.

Hingegen wird das ausländische Personal die Konkurrenzfähigkeit stark beeinflussen. Sicher ist nur, dass Dave McIntyre bleibt. Die Verträge von Carl Klingberg, Jarkko Immonen und Josh Holden laufen aus.

Lino Martschini, David McIntyre und Carl Klingberg, von links, jubeln waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EV Zug und dem Fribourg-Gotteron am Samstag, 18. Februar 2017, in der Bossard Arena in Zug.(KEYSTONE/Alexandra Wey)

Martschini jubelt mit McIntyre und Klingberg (von links). Bild: KEYSTONE

Reto Kläy versucht, in den nächsten Tagen in Gesprächen eine Entscheidungsgrundlage zu finden. «Wir werden sicher wieder mit vier ausländischen Stürmern spielen», sagt der Sportchef, meidet aber eine Trendmeldung wie der Teufel das geweihte Wasser.

Wie weiter mit Josh Holden?

Nun, Carl Klingberg kann mit einer Vertragsverlängerung rechnen, Jarkko Immonen hingegen nicht. Heikel ist der «Fall Holden». Wird der kanadische Leitwolf im Laufe der nächsten Saison Schweizer? Dann würde eine Vertragsverlängerung mit dem 39-jährigen Captain Sinn machen. «Aber wir können, wenn überhaupt, erst gegen Saisonende mit dem Schweizer Pass rechnen», sagt Reto Kläy.

Zugs Josh Holden, rechts, und seine Mitspieler verfolgen die letzten Momente des sechsten Eishockey Playoff-Finalspiels der National League A zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Montag, 17. April 2017 in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Leitwolf und Gesicht des EVZ: Josh Holden. Bild: KEYSTONE

Den Einbürgerungsprozess kann der EV Zug nicht beeinflussen. Eine Lösung wäre allenfalls, Josh Holden während der Wartezeit auf den Pass als Ausländer fürs Farmteam zu verpflichten. Aber kann es einem so charismatischen Spieler zugemutet werden, in die Garderobe des Farmteams zu zügeln?

Sportchef Kläy sagt, der Ausländermarkt sei offen, die Zeit dränge nicht. Tatsächlich ist dieser Markt sogar so interessant wie seit Jahren nicht mehr. Weil die NHL-Stars erstmals seit 1994 nicht bei den olympischen Spielen dabei sind, kann es sein, dass dieser oder jener NHL-Star mit auslaufendem Vertrag und abgeschlossener Vermögensbildung ein Jahr nach Europa kommt, um im nächsten Februar Olympische Spiele erleben zu können.

Kreis muss sich anpassen, wenn er weiter Trainer bleiben will

Im Zentrum steht jedoch die Trainerfrage. Bereits im Herbst hatte Reto Kläy angekündigt, erst nach den Playoffs mit Harold Kreis (58) über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln – und er hat diese Ankündigung umgesetzt.

Bleibt Kreis? Kläy sagt: «Die Trainer haben ganz wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung unserer Leistungskultur.» Und da diese Leistungskultur im Zentrum eines Sportunternehmens steht, wäre eine vierte Saison mit Harold Kreis logisch.

Trainer Harold Kreis von Zug, beim vierten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und EV Zug, am Dienstag, 28. Maerz 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Weiter in Zug an der Bande? Trainer Kreis. Bild: KEYSTONE

Aber Reto Kläy sagt aus gutem Grund noch nicht, dass der Trainer bleibt. Es sind noch Gespräche zu führen. Nicht nur über das Gehalt. Es geht auch um die strategische Ausrichtung. Der EV Zug sucht ja den nächsten Titel nicht durch eine Revolution, nicht durch «Königstransfers», sondern durch kontinuierliche Weiterentwicklung, durch eine Evolution. Dazu gehört, dass nächste Saison junge Spieler in die Mannschaft integriert werden. Die Verteidigerpositionen sieben, acht und neun werden beispielsweise mit den eigenen Talenten besetzt: mit Nico Gross (17), Tobias Fohrler (19) und Tobias Geisser (18).

Harold Kreis ist ein konservativer Coach und er neigt dazu, in wichtigen Phasen den Routiniers das Vertrauen zu schenken. Er ist ein guter Bandengeneral. Aber kein Ausbildner. Nur wenn sich Reto Kläy in den nächsten Tagen in Gesprächen davon überzeugen kann, dass sein Trainer gewillt ist, sich in diesem Bereich zu bessern, wird er, wie allseits erwartet, den Vertrag verlängern. Und Harold Kreis wird als kluger Diplomat Besserung geloben.

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