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FIFA President Sepp Blatter attends a news conference after a meeting of the FIFA executive committee in Zurich in this September 26, 2014 file photo. A privileged existence in Switzerland for some of the largest sports organizations in the world and their top executives including Sepp Blatter, president of world soccer's governing body FIFA, may be coming to an end. Responding to years of corruption allegations, lawmakers are poised to pass a set of laws known as

Sepp Blatter wird von allen Seiten angegriffen.  Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Wegen WM in Katar

«Vergabe ist vergiftet, dubios und zutiefst illegal» – jetzt macht sogar der Europarat Druck auf Blatter

Ein Ausschuss des Europarats hat die FIFA aufgefordert, dem Emirat Katar wegen der Korruptionsaffäre die Austragung der Weltmeisterschaft im Jahr 2022 zu entziehen. Der Vergabeprozess an das Emirat sei «zutiefst illegal» gewesen.



Die zuständige Kommission der Parlamentarier-Versammlung des Europarats äusserte dies am Dienstag und hielt ihr Urteil in einer Entschliessung fest. Nach den Enthüllungen über diesen «völlig vergifteten Entscheid» komme die FIFA nicht darum herum, erneut über das Austragungsland abzustimmen. Die Entschliessung ist rechtlich nicht bindend, soll jedoch den Druck auf den Weltverband erhöhen.

Die Abgeordneten bedauerten zugleich, dass der Untersuchungsbericht des Ethik-Komitees der FIFA über die WM-Vergabe an Katar, der «extrem dubiose Praktiken» zu Tage gebracht habe, nicht vollständig veröffentlicht worden sei. Zugleich bemängelten sie, die FIFA habe die Vergabe an Katar trotz dieser Untersuchung «ohne weiteres» bestätigt.

epa04011942 (FILE) A file picture dated 02 December 2010 shows FIFA President Joseph S. Blatter (R) and Sheikh Hamad bin Khalifa Al-Thani (L), Emir of Qatar, with the World Cup trophy after Qatar was announced to host the FIFA soccer World Cup 2022 during the FIFA 2018 and 2022 World Cup Bid Announcement in Zurich, Switzerland. FIFA secretary general Jerome Valcke said 08 January 2014 that the FIFA World Cup 2022 in Qatar will not be held in the summer months June or July.  EPA/WALTER BIERI *** Local Caption *** 00000402476812

Für Katar-Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani und Sepp Blatter wird die Lage ungemütlich. Bild: EPA

Vertuschungsvorwürfe werden lauter

Dieses Vorgehen sei eine «Farce» und ein Versuch, die «Affäre zu ersticken», kritisierte der Verfasser der Entschliessung, der britische Labour-Abgeordnete Michael Connarty. Connarty hat nach eigenen Angaben Einsicht in Dokumente erhalten, die von der britischen Zeitung «Sunday Times» auszugsweise veröffentlicht worden waren.

Diese Dokumente belegen nach Angaben des Briten, dass der schwerreiche Katarer und frühere Fussballfunktionär Mohammed bin Hammam grosse Summen an Schmiergeldern gezahlt hatte, um die Unterstützung afrikanischer Fussballverbände zu erkaufen. Die «Sunday Times», die nach eigenen Angaben mehrere Millionen E-Mails aus dem Umfeld bin Hammams besitzt, sprach von Bestechungsgeldern in Höhe von 3,7 Millionen Euro.

epa02669465 (FILE) A file picture dated 08 May 2009 shows FIFA President Sepp Blatter (R) talking with Asian Football Conference (AFC) President Mohamad bin Hammam (L) during the 23rd AFC Congress in Kuala Lumpur, Malaysia. FIFA President Joseph Blatter will face a single challenger in Mohamed bin Hammam in elections to head football's world governing body. FIFA confirmed on 04 April 2011 that Bin Hammam and incumbent Blatter will contest the presidency. The deadline for nominations as a candidate for the presidency passed on April 01.  EPA/AHMAD YUSNI *** Local Caption *** 00000402548026

Ex-Funktionär Mohammed bin Hammam soll hinter der Verschwörung stecken. Bild: AHMAD YUSNI/EPA/KEYSTONE

Die Behauptung, das Emirat könne nicht direkt für die Praktiken bin Hammams verantwortlich gemacht werden, reiche nicht aus, um eine so sehr «von Illegalität behaftete Prozedur» zu bestätigen, heisst es in der Entschliessung des Europarats. Darin wird Katar aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Grundrechte ausländischer Arbeitsmigranten eingehalten werden. Die Arbeitsbedingungen, unter denen die für Bauarbeiten für die WM angeheuerten Migranten beschäftigt werden, wurden wiederholt international kritisiert.

Die Entschliessung wird nun dem Plenum der Versammlung vorgelegt, die darüber voraussichtlich während ihrer Sitzung im April abstimmen wird.

Stellt sich Blatter der Diskussion?

Einem Sprecher des Europarats zufolge wurde FIFA-Präsident Joseph Blatter eingeladen, an der Debatte im Plenum teilzunehmen. In der Versammlung wird damit gerechnet, dass der Schweizer, der sich bei der nächsten Wahl des FIFA-Präsidenten Ende Mai um eine fünfte Amtszeit bewerben will, der Einladung folgt.

epa04236525 (FILE) File picture dated 19 November 2010 FIFA President Joseph Blatter during a press conference following a meeting of the Executive Committee in Zurich, Switzerland. The British Sunday Times 01 June 2014 claims it has secret documents that prove that the former Qatari football leader Mohamed bin Hammam paid 5 million dollars (3.7 million euros) to officials to secure support for Qatar's World Cup bid. The report said the Qatari official began lining up votes and making direct payments to functionaries a year before the World Cup vote by the FIFA executive body. The emirate has denied all allegations and maintains that Bin Hammam played no part in the bidding campaign. The Sunday Times says it also has proof that Bin Hammam paid 305,000 euros to former executive member Reynald Temarii from Tahiti for attorney's fees. A FIFA commission headed by former U.S. attorney Michael Garcia is currently investigating the accusations in connection with the awarding of the 2022 World Cup. The final report should be presented by the end of the year.  EPA/STEFFEN SCHMIDT

Kurz vor der Präsidentschaftswahl im Mai soll Blatter im Europarat debattieren. Bild: EPA/KEYSTONE FILE

Die umstrittene WM-Vergabe an Katar hatte die FIFA zuletzt immer mehr in Bedrängnis gebracht. Blatter zeigt sich bisher jedoch unnachgiebig. Erst im Dezember erklärte er, damit Katar die Austragung entzogen werde, müsse «wirklich ein Erdbeben stattfinden.»

Zuvor hatte er in der Schweiz allerdings Strafanzeige erstattet. Es gehe um «mögliches Fehlverhalten von Einzelpersonen» und den Verdacht der «Verschiebungen von Vermögenswerten», teilte die FIFA im November mit. Sie reagierte damit auf den Bericht ihres Chefermittlers Michael Garcia zur Vergabe der Weltmeisterschaften an Russland 2018 und Katar 2022. (dux/si/sda)

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